Hofmarkkirche Schönbrunn

Eine Ruine hinter schmuckem Kleid

Seit 2001 ist die Schönbrunner Hofmarkkirche Heilig Kreuz wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, seit 2002 steht das Innengerüst, aber kaum mehr ist bisher geschehen.

Schönbrunn – Viele Jahre hat es überhaupt schon gedauert, bis mit einem Kostenaufwand von 2,5 Millionen Euro im Herbst 2015 die Außenrenovierung des wertvollen Gotteshauses abgeschlossen werden konnte.

Um den Fortschritt zu beschleunigen, hat der Vorsitzende des Fördervereins, der Röhrmooser Kirchenmesner und SPD-Gemeinderat Gerhard Schmidbauer, nun den Vorsitzenden des Denkmalrats in Bayern, Thomas Goppel, nach Schönbrunn gebeten und über die stiefmütterliche Behandlung der Renovierung durch das Erzbischöfliche Ordinariat geklagt.

Am Empfang Goppels haben auch der Röhrmooser Bürgermeister Dieter Kugler, Schwester Johanna Süß aus dem Führungskreis der Schönbrunner Franziskanerinnen, Angelika Riess von der Kirchenverwaltung und Annemarie Rauch, die Schriftführerin des Fördervereins teilgenommen. Dabei zeigten die Gemeindevertreter Goppel auf, dass die 100 Seelen in Schönbrunn niemals die hohe Eigenbeteiligung zur Renovierung dieses Kleinods aufbringen können, die das Ordinariat gerne hätte. Die bisherigen Benefizveranstaltungen zugunsten der Renovierung seien nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Bei den hohen Kosten für die Innenrenovierug von 3,5 Millionen Euro schluckte Goppel schon ein wenig. Dafür, dass schon bei der Aussenreovierung das Gerüst zehn Jahre Wind und Wetter ausgesetzt war, ohne dass viel passierte, fand auch er außer Kopfschütteln keine Erklärung. Die Hauptkosten der Außenrenovierung (2,5 Millionen Euro) hat die Katholische Kirche übernommen. Weil mit der Innenrenovierung nichts vorangeht, will Goppel noch im Laufe des Augusts bei Generalvikar Peter Beer vorstellig werden und aufzeigen, dass es nicht hinnehmbar sei, dass die Hofmarkkirche rein äußerlich ein schmuckes Kleid habe, innen aber immer noch eine Ruine sei. Gleichzeitig fragte Goppel Bürgermeister Dieter Kugler, wie die politische Gemeinde Röhrmoos denn zur notwendigen Innenrenovierung steht.

Dabei erklärte Kugler, dass Röhrmoos als Schlüsselzuweisungsempfänger sicher nicht in Geld schwimmt, aber grundsätzlich bereit sei, sich finanziell zu beteiligen. „Und auch der Bezirk müsste hier mittun“, sagte Goppel, der auch die beiden Landtagsabgeordneten Bernhard Seidenath (CSU) und Martin Güll (SPD) bezüglich der Finanzierung der Renovierung ins Boot nehmen will. Dass es sich bei Heilig Kreuz um eine sehr wertvolle Kirche handelt, von der das Ordinariat aber nicht besonders begeistert ist, hörte Goppel schnell heraus. Dennoch zeigte er sich davon überzeugt, dass die 1724 geweihte Kirche, die bis heute nicht verändert wurde, auf jeden Fall erhalten werden müsse.

Weil es in Schönbrunn schon die große Klosterkirche St. Josef gibt, könne sich der Förderverein Hofmarkkirche durchaus vorstellen, „Heilig Kreuz“ mit seiner besonderen Akustik künftig nicht nur für Gottesdienste zu gebrauchen. Von einer Hochzeits-Kirche oder Taufen oder für spirituelle Zwecke war die Rede.

Josef Ostermair

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