Sportgelände Spielvereinigung Röhrmoos
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Sportler und Gymnasiasten sollen sich auf dem SpVgg-Sportgelände (Bild) und in der Sporthalle tummeln, wenn das Gymnasium fertig ist.

Kooperation in Sachen Sport

Geplantes Gymnasium in Röhrmoos: Schüler sollen aufs SpVgg-Gelände

  • Thomas Zimmerly
    vonThomas Zimmerly
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Wenn das geplante fünfte Landkreisgymnasium in Röhrmoos zum Schuljahr 2025/26 in Betrieb geht, sollen die Schüler für ihren Sportunterricht die Freisportflächen und die Sporthalle der SpVgg Röhrmoos-Großinzemoos mitnutzen. Das hätte zur Folge, dass die Schule keine eigene Sporthalle braucht. Einen entsprechenden – einstimmigen – Beschluss fasste der Schul- und Kreisausschuss des Landkreises Dachau in seiner jüngsten Sitzung.

Röhrmoos ‒ Freilich muss noch geprüft werden, ob die Kapazitäten vor allem der Vereinssporthalle der Spielvereinigung zur schulischen Nutzung ausreichen.

Grundsätzlich wollen der Sachaufwandsträger des neuen Gymnasiums, der Landkreis, sowie der Sportverein die Kooperation. Man habe eine unverbindliche Vereinbarung getroffen, so SpVgg-Vorsitzender Günter Bakomenko. „Es gibt Gespräche, und dann schauen wir, was dabei rauskommt. Aber: „Wenn ich als Steuerzahler spreche“, so Bakomenko weiter, „wäre es sinnwidrig, wenn man das nicht machen würde.“ Auch eine Gefahr, dass sich Schüler und Vereinsmitglieder zeitlich in die Quere kommen, sieht der Vereinschef nicht. Die Schüler hätten ihren Unterricht bis gegen 15 Uhr abgeschlossen, der Vereinssport beginne erst danach.

Landrat Stefan Löwl bezeichnete in der Sitzung die geplante Kooperation als „eine Synergie, „die uns viel Geld erspart“. Der Schulexperte im Landratsamt Albert Herbst nennt die Kooperation einen „Glücksfall“ und ist sich sicher, dass „wir beide Interessenlagen unter einen Hut bringen können“.

Was die Verbesserung der Freiflächenanlagen angeht, arbeite man im Landratsamt gerade an einem Konzept für einen Investitionskostenzuschuss für die SpVgg, so Schulexperte Herbst. Im Schul- und Kreisausschuss zum Beschluss vorgelegt werden soll das Ganze am 2. Juli. Was die Halle der SpVgg angeht, sei laut Herbst kein Zuschuss vonnöten, da sich diese in sehr gutem Zustand befindet.

Gymnasium wird in öffentlich-privater Partnerschaft und nach dem Lernhauskonzept gebaut

Das geplante Gymnasium Röhrmoos soll in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) erstellt werden. Das heißt, in einer Zweckgemeinschaft von öffentlicher Hand und Unternehmen der Privatwirtschaft. Ziel dieser ÖPP ist die Arbeitsteilung, wobei der private Partner die Verantwortung zur effizienten Erstellung der Leistung übernimmt, während die öffentliche Hand dafür Sorge trägt, dass gemeinwohlorientierte Ziele beachtet werden. Das Verfahren dazu soll im Dezember 2021 oder Januar 2022 beginnen. Die Bauphase soll ab Januar 2023 erfolgen.

Das Gymnasium Röhrmoos wird, ebenso wie das geplante Gymnasium in Karlsfeld nach dem Münchner Lernhauskonzept geplant. Ein Lernhaus versteht sich räumlich wie organisatorisch als eine „kleine Schule“ innerhalb der großen Schulgemeinschaft, in der mehrere Jahrgangsstufen zusammengefasst werden. Die einzelnen Räume gruppieren sich um einen gemeinsamen „Marktplatz“ für alle.

Die Verwendung von Recyclingbaustoffen bzw. die Ausführung als Holzbau wird gemäß eines Antrags der Kreistags-Fraktionsgemeinschaft ÖDP/Bündnis für Dachau/DieLinke/DiePartei in der weiteren Planungsphase geprüft. Wie der Sachgebietsleiter Hochbau im Landratsamt Jörg Bögeholz jedoch in der Sitzung des Schul- und Kreisausschusses meinte, sei der Markt für Holz derzeit „ausgedünnt“. „Die Baubranche“, so Bögeholz, „ist stark ausgelastet“.

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