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Vinzenz Brandtner, Albert Stichlmair, Thomas Atzenhofer und Bodo Blumentritt (von links stehen stellvertretend für die Weichser Pendler am Buswartehäuschen in Esterhofen. Sie sind sauer, weil die S-Bahn von München kommend regelmäßig mit Verspätung am S-Bahnhof Esterhofen einfährt.

 

„Das Pendeln mit dem MVV eine Zumutung!“ - Weichser sind stinksauer

Weichser Pendler sind sauer. Zu oft verpassen sie ihren Anschluss-Bus,  mal wieder verspätet am S-Bahnhof Esterhofen angekommen sind.  Viele von ihnen fahren jetzt wieder mit dem Auto zum Bahnhof.

Weichs – Pendler aus der Gemeinde Weichs könnten auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs Esterhofen in Abwandlung eines Neue-Deutsche-Welle-Schlagers vor sich hinsingen: „I steh in der Költ’n und woat auf an Bus, oba er kummt net, kummt net, kummt net... Doch den Pendlern ist nicht nach Trällern von Liedchen zumute. Sie sind sauer, weil ihnen all zu oft abends nach einem langen Arbeitstag der Bus vor der Nase wegfährt und der nächste erst geraume Zeit später kommt. Nicht selten kommt es vor, dass sich ein „in der Költ‘n“ stehender Pendler von Verwandten oder Freunden abholen lassen muss, um endgültig nach Hause zu kommen.

„Jetzt wird also wieder mal alles besser – und tatsächlich mein Jahresticket ist günstiger geworden“, erinnert sich Thomas Atzenhofer an den zurückliegenden Fahrplanwechsel – wobei er das ironisch meint. Denn die traurige Wahrheit ist: Regelmäßig kommt die S-Bahn zu spät, und der Bus ist dann schon weg. Das bedeutet 20 oder 40 Minuten warten oder aber – wenn es der letzte Bus war – telefonieren und sich abholen lassen.

Die Konsequenz daraus: Reihenweise fahren die Pendler wieder mit dem Auto zur S-Bahn statt mit dem Bus. Die Parkplätze sind übervoll. Die Busse sind indessen pünktlich, aber: halb leer. „Auf jeden Fall ist das Pendeln mit dem MVV eine Zumutung und nagt besonders an den Nerven der Pendler. Das Problem stellt sich besonders in den Stoßzeiten ab 16 Uhr ein“, ärgern sich Vinzenz Brandtner und Bodo Blumentritt, zwei weitere Weichser, die beruflich in München tätig sind. „Wenn die S-Bahn nur fünf Minuten Verspätung hat, und das hat sie längst regelmäßig, fährt der Bus, mit dem wir heimfahren möchten, ohne uns ab“, so Brandtner und Blumentritt weiter.

Albert Stichlmair, ebenfalls ein Betroffener, ergänzt: „Früher hatten die Busfahrer für solche Situationen einfach ein besseres Gespür und warteten auf uns.“ Nachdem es aber einen Betreiberwechsel bei der Busverbindung gab, habe sich die Situation sehr zum Negativen gewandelt, sagen alle vier Pendler unisono. Brandtner: „Ab Dachau wird man in der S-Bahn schon nervös, weil man merkt, dass man nicht pünktlich ankommt und man wieder daheim anrufen muss, um mit dem Auto abgeholt zu werden.“

Die Weichser Pendler sehen die Situation auch aus ökologischer Sicht als „untragbar“ an und fordern schnellstmöglich Abhilfe: „In der heutigen, digitalen Zeit mit Bahn-App usw. müsste es doch möglich sein, dass die Bahn ihre Verspätungen schnellstmöglich an die Busfahrer weitergibt, die dann ihre Abfahrten dementsprechend koordinieren können“, meinen sie.

Sicherlich könnten die Busfahrer eine gewisse Zeit warten, so Wolfgang Reichelt, Pressesprecher des Landratsamts Dachau, „aber sie müssen auch auf die übrigen Fahrgäste im Bus Rücksicht nehmen, die ihrerseits auf weitere Anschlüsse angewiesen sind“. Das Landratsamt hat die Beschwerde im Übrigen umgehend an die Bahn weitergeleitet. Bis gestern kam jedoch keine Rückmeldung. Somit wissen die Weichser Pendler nicht, ob sich an ihrer Situation in absehbarer Zukunft etwas ändert. Und so werden sie sich weiter ärgern, wenn der Bus mal wieder ohne sie abgefahren ist.

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