Zwei Frauen, ein Mann stehen nebeneinander
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Abschied: Pfarrerin Ulrike Markert (l.) und Dekan Felix Reuter (r.) sagten der evangelischen Pfarrerin Christiane Döring Lebewohl.

Abschiedsgottesdienst

Pfarrerin Christiane Döring verlässt den Landkreis Dachau

  • vonJosef Ostermair
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Pfarrerin Christiane Döring hat in Schönbrunn ihren Abschiedsgottesdienst abgehalten. Sie wechselt nach über einem Jahrzehnt im Landkreis an den Starnberger See.

Schönbrunn – Nach elfeinhalb Jahren kehrt die evangelische Pfarrerin Christiane Döring der Gnadenkirche Dachau dem Landkreis den Rücken zu. Ab 1. Januar übernimmt sie die Pfarrstelle der evangelischen Gemeinde in Pöcking-Feldafing am Starnberger See.

Mit einem Gottesdienst in einem großen katholischen Gotteshaus, der Klosterkirche von Schönbrunn, verabschiedete sie sich nun von ihrer Kirchengemeinde. Die beliebte Pfarrerin lebt bis dato zusammen mit ihrer Familie in Röhrmoos. Döring hatte neben der regulären Gemeindearbeit einen Schwerpunkt im Arbeitsbereich „Kinder und Familien“ und in der Seelsorge für Menschen mit geistiger Behinderung. So erklärt sich, warum die evangelische Pfarrerin ihren Abschied in Schönbrunn nahm.

Mit dem Gottesdienst würdigten Dekan Felix Reuter (Prodekanat München-Nord), Pfarrerin Ulrike Markert im Namen des Gnadenkirchen-Teams, der Kirchenvorstand der Gnadenkirche, Stefan Hübner, der Leiter des katholischen Pfarrverbandes Röhrmoos-Hebertshausen, Monsignore Michael Bartmann, und der Röhrmooser Bürgermeister Dieter Kugler das seelsorgerische Engagement der scheidenden Pfarrerin.

Kugler fasste zusammen, dass der Abschied Dörings das weinende Auge darstelle, wenngleich man für den Wechsel an den Starnberger See alles Gute wünsche. Es sei eine Herausforderung, nach so vielen Jahren das seelsorgerische Umfeld zu wechseln und eine verantwortungsvolle Ganztagsstelle in einem neuen Umfeld anzunehmen.

Kugler ist aber überzeugt, dass der Erfahrungsschatz, den Döring mitnimmt, ihre Arbeit in der neuen Kirchengemeinde erleichtert. Er erinnerte daran, dass Döring im evangelischen Kindergartenverein in der Gemeinde Röhrmoos über viele Jahre Verantwortung übernommen habe. „Ich habe bemerkt, da waren Sie mit Herzblut bei der Sache“, sagte der Bürgermeister. Pfarrerin Döring sei wichtiger Bestandteil des öffentlichen Lebens gewesen.

Eine große Freude sei für sie die Einweihung des Kinderhauses „Bunte Raupe“ gewesen. Sie habe Ökumene gelebt, was bei den Senioren-Weihnachtsfeiern immer deutlich zum Ausdruck gekommen sei. Die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche konnte Pfarrer Bartmann bestätigen.

Bürgermeister Kugler ging in seinen Abschiedsworten so weit, dass er Pfarrerin Döring als Bestandteil des Rathauses darstellte, weil die Evangelische Kirche unter ihrer Leitung zahlreiche Treffen mit Senioren und die Jugendarbeit in den im Rathaus angemieteten Räumen ausrichtete. So bedauerte es Kugler, dass Döring nicht mehr dabei sein werde, wenn die Evangelische Kirche für die Verwaltung ein Büro und einen Gemeinschaftsraum in dem nur einen Katzensprung vom Rathaus entfernten Senioren-Wohnen 2021 bezieht. Döring habe auf jeden Fall durch ihr seelsorgerisches Wirken deutliche Spuren in der Gemeinde hinterlassen. Man verliere eine geschätzte und engagierte Bürgerin.

Der Rückhalt durch Ehemann Klaus und die Kinder Annika, Ricarda und Loris habe ihr die das segensreiche Wirken erleichtert. Kugler wünschte sicher auch im Namen aller Anwesenden, dass die Feldafinger und Pöckinger ihre neue Pfarrerin mit offenen Amen empfangen und dankte ihr für das großartige Engagement in der Gemeinde Röhrmoos mit einem „Vergelt’s Gott“.

Döring machte keinen Hehl daraus, dass ihr das Abschiednehmen nicht leicht fällt. „Ich arbeitete gerne in der Kirchengemeinde, wohnte gerne in Röhrmoos, und meine Familie und ich sind hier verwurzelt.“ Gerne blicke sie auf viele bewegende Gottesdienste sowie Begegnungen und Gespräche mit Menschen zurück, die ihr ans Herz gewachsen sind. Dennoch freue sie sich auf ihren neuen Wirkungskreis in der Gemeinde am Starnberger See. „Die Berge, auf die ich bisher von der Arzbacher Höhe her schaute, rücken deutlich näher.“

Ihrer bisherigen Kirchengemeinde im Dachauer Land wünschte sie, dass sie eine Gemeinschaft bleibt, in der Menschen gemeinsam nach dem Segen Gottes Ausschau halten, ihn sich einander zusprechen und ihn weitergeben. Zu gerne hätte sie sich von ihren Mitmenschen mit Händeschütteln oder einer Umarmung verabschiedet, doch das hat Covid-19 leider nicht zugelassen.

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