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Gerhard Schmidbauer verlässt nach 36 Jahren den Röhrmooser Gemeinderat.

Gerhard Schmidbauer hört auf

Der älteste Ratsherr geht

Gerhard Schmidbauer ist mit 74 Jahren nicht nur ältester Ratsherr am Sitzungstisch des Röhrmooser Gemeinderats, er hat mit 36 Jahren auch die meisten Dienstjahre auf dem Buckel. Am 30. April aber ist Schluss mit der Gemeindepolitik des Sozialdemokraten.

Röhrmoos  Eigentlich wollte er ja schon gar nicht mehr kandidieren, doch um die Liste der SPD zu stärken, hat er sich auf dem drittletzten Platz aufstellen lassen – und so natürlich den Einzug in den Gemeinderat nicht mehr geschafft. „Da bin ich nun aber alles andere als unglücklich“, versichert Schmidbauer, der froh ist, dass die SPD mit Wolfgang Götz und Sabine Decker die bisherigen beiden Sitze behalten kann. Freilich hätte es der Vermessungsrat in Pension gerne gesehen, wenn seine Tochter Maria den Sprung ins Gemeindeparlament geschafft hätte, ihr fehlten letztlich nur 13 Stimmen.

Langweilig wird es Schmidbauer auch ohne Gemeindepolitik nicht. Er ist seit rund 40 Jahren Vorsitzender des Röhrmooser Siedlerbundes und seit der Gründung des Fördervereins Hofmarkkirche Schönbrunn auch an der Spitze dieses Vereins. Seit 26 Jahren ist er Mesner an der Pfarrkirche St. Johannes. Er hat schon unter Pfarrer Sebastian Allram gedient und anschließend auch mit dem Geistlichen Drago Maric zusammengearbeitet. Monsignore Michael Bartmann ist sozusagen der dritte Chef von einem Mesner, der ausgerechnet aus der SPD kommt.

Bis im vergangenen Jahr kümmerte sich Schmidbauer als Kirchenpfleger um die Röhrmooser Pfarrkirche. Dieses Amt hat er aber an Schwiegersohn Florian Hillenbrand abgegeben. „Ich hab’ auch vor, das eine oder andere weitere Schanzerl in nächster Zeit abzugeben“, so Schmidbauer auf die Frage, wie sein Tagesablauf nach dem 30. April aussehen könnte und

Nach seinen schönsten Erlebnissen in 36 Jahren Gemeindepolitik befragt, kommt bei dem Familienvater wie aus der Pistole geschossen die Einführung des Einheimischen-Baulandmodells. „Als kleine Gruppierung hat die SPD dieses Modell ganz entscheidend geprägt“, so Schmidbauer. „Wenn man sich nicht einbringt, darf man nicht glauben, etwas zu bewirken“, unterstreicht er.

Auf die schlimmsten Erlebnisse im Gemeinderat befragt, macht er kein Hehl daraus, dass es ihn getroffen habe, bei zweimaliger Bürgermeister-Kandidatur zweimal durchgefallen zu sein. „Aber andererseits hat mich das auch vor viel Ungemach bewahrt.“ Besonders getroffen hätten ihn eine Reihe unerwarteter Todesfälle von mehreren Ratskollegen. „Das ging bei Erich Weinsteiger los und hörte bei Florian Sedlmair auf“.

Josef Ostermair

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