Schotterweg im Wald
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Der Bestattungswald soll von der Gemeindeverbindungsstraße Röhrmoos-Unterweilbach her erschlossen werden.

Gemeinde Röhrmoos informiert über Details der Gestaltung

Andachtsplätze am Bestattungswald

Es gibt bereits Details zur künftigen Nutzung und Gestaltung des Bestattungswaldes der Gemeinden Röhrmoos und Hebertshausen.

Röhrmoos – Die Gemeinden Hebertshausen und Röhrmoos planen auf einer Waldfläche von 21,1 Hektar im „Unteren Weilbacher Holz“ südlich von Röhrmoos, westlich von der Gemeindeverbindungsstraße Röhrmoos-Unterweilbach einen gemeinsamen Bestattungswald einzurichten. Nun gibt es Neuigkeiten zu dem Projekt, das zeigte die jüngste Gemeinderatssitzung.

Es gibt bereits Infos zur künftigen Nutzung und Gestaltung des Bestattungswaldes: Es ist vertraglich geregelt, dass für die Bestattungen vorerst nur eine Teilfläche von 3,7 Hektar aus dem Grundbesitz von Clemens von Trebra-Lindenau verwendet wird. Bauamtsleiter Patrick Westermayr erklärte, dass „an den ausgewiesenen Bestattungsbäumen bis zu zwölf Urnen bestattet werden können“. Es sind ausschließlich biologisch abbaubare Urnen zugelassen, die in der Erde bestattet werden. Grabschmuck und Fremdmaterial sind nicht gestattet.

Die Belegung der Flächen erfolgt sukzessive in ausgewiesenen Abschnitten. Die Bestattungsbereiche sollen durch einfache Holzgeländer markiert werden. Die Erschließung dieses Naturfriedhofs erfolgt einerseits über die befahrbaren bestehenden Wege und auszubauenden Rückegassen mit einer Breite von drei Metern, die geringfügig ergänzt werden sollen, sowie über etwa 1,20 Meter breite Hackschnitzelpfade. An den vorhandenen Wegen sind dezentral zwei Parkplätze mit wassergebundener Decke oder Schotterrasen vorgesehen.

Zudem sind in unmittelbarer Nähe zu einer Kapelle zwei Parkplätze für Menschen mit Behinderung vorgesehen. Zwei Andachtsplätze mit Bänken und Holzkreuz sowie die kleine Kapelle im Zufahrtsbereich sollen Raum für die Bestattungsfeierlichkeiten bieten.

Für die Gemeinderäte gab es noch Formalitäten abzustimmen. Ein Großteil der Fläche befindet sich auf der Gemarkung Röhrmoos, so dass der Röhrmooser Gemeinderat bereits heuer im Februar für die Änderung des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes Beschlüsse fasste. Die Ausarbeitung der Bauleitplanung wurde dem Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München übertragen. Diese Institution hat die jetzt vorliegende Flächennutzungsplanänderung in der Fassung vom 6. Oktober erarbeitet.

Der alte Flächennutzungsplan stellt das Plangebiet als Fläche für Forstwirtschaft dar und erhält nun die Bezeichnung „Sondergebiet Bestattungswald“. Wie Bürgermeister Dieter Kugler jetzt den Gemeinderäten erklärte, habe die Nachbargemeinde Hebertshausen für ihren Bereich des Bestattungswaldes bereits die Planungen gebilligt und einen Auslegungsbeschluss gefasst.

Die Planfassung muss also von Röhrmooser Seite noch gebilligt und die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie die frühzeitige Behördenbeteiligung gemäß Baugesetz durchgeführt werden. Die Röhrmooser Kommunalpolitiker gaben einstimmig grünes Licht.

Zustand des Waldes ändert sich nicht

„Für die Friedhofsnutzung freigegebene Abschnitte werden aus der regulären forstwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen“, betonte Bauamtsleiter Westermair. Die vorgesehene Nutzungsänderung wirke sich nicht grundsätzlich auf den Zustand des Waldes aus, auch wenn er aus Sicht des Waldrechts die Waldeigenschaft verliert. Er wird in seinem Zustand dauerhaft erhalten, sogar in seiner Lebensraumstruktur verbessert werden und in den ausgewiesenen Bestattungsparzellen langfristig keine reguläre forstwirtschaftliche Nutzung erfahren. „Aus Sicht des Natur-und Landschaftsschutzes eröffnet dies ein hohes Potenzial für die Lebensraumeignung des Waldes durch eine stärkere Diversifizierung und einen zunehmenden Anteil von Altbäumen“, heißt es in der Beschreibung des Bestattungswaldes.

Die Umweltverträglichkeitsprüfung kommt zum Ergebnis, dass das Vorhaben zulässig ist. „Die verbleibenden Umweltauswirkungen sind als Eingriffe zu werten, die weitgehend kompensiert werden können“. Der Umweltbericht mit integrierter Umweltverträglichkeitsprüfung wurde durch das Büro der Landschaftsarchitekten Vogl & Kloyer aus Weilheim erstellt. So billigte der Röhrmooser Gemeinderat den Bebauungsplan samt Umweltbericht einstimmig und beauftragte gleichzeitig die Verwaltung, die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie die frühzeitige Behördenbeteiligung durchzuführen.

Wann die ersten Bestattungen im Wald des Barons von Unterweilbach durchgeführt werden können, kann die Röhrmooser Bauverwaltung noch nicht abschätzen.

ost

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