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Die Enkel von Josef Westermayr trugen dessen Sarg von der Hofkapelle bis zum Friedhof.

Bewegender Abschied von Altbürgermeister der Gemeinde Röhrmoos

Das Dachauer Land verneigt sich vor Josef Westermayr

  • VonJosef Ostermair
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Ausnahmezustand herrschte in Röhrmoos während der zweieinhalbstündigen Trauerfeierlichkeiten für Sepp Westermayr. Über 500 Trauergäste gaben dem verstorbenen Altbürgermeister das letzte Geleit.

Röhrmoos  Der Sarg des im Alter von 88 Jahren verstorbenen Altbürgermeisters und Ehrenbürgers der Gemeinde Röhrmoos wurde von seinen sieben Enkeln zunächst von der Hofkapelle St. Michael auf den Reindl-Hof getragen und von hier aus in einem langen Trauerzug weiter zum Friedhof. Ob Schützen, Sportler, Feuerwehrler, Veteranen oder die Ampertaler Trachtler, alle gaben sie dem Verstorbenen das letzte Geleit. Die Blaskapelle Schönbrunn begleitete die Trauernden. Monsignore Michael Bartmann, der den Trauergottesdienst zelebrierte, sprach den Angehörigen Trost zu und erinnerte daran, dass Sepp Westermayr, der das Bayernland und die Landwirtschaft liebte und für den Kommunalpolitik Berufung war, mit 14 Jahren als Erntehelfer auf den Reindl-Hof kam, den er später viele Jahre mit seiner Frau Anni bewirtschaftete. Westermayr ist über Jahrzehnte mit beiden Beinen in der Öffentlichkeit gestanden – ob als Kommunalpolitiker oder als Vertreter des Bauernstandes.

Seine Töchter und Enkel gestalteten den Gottesdienst in würdiger Weise mit. Enkel Fritzi zeigte den vielen Trauergästen auf, dass Sepp Westermayr als Opa von all seinen Enkeln sehr geschätzt war und seine Lebensgeschichte bei der Gartenarbeit endete. Mit tränenerstickter Stimme erzählte Fritzi von dem grandiosen Redner, der immer zu Späßen aufgelegt gewesen sei und ganze Säle unterhalten habe. Freundlich und liebevoll sei er auf alle Bürger zugegangen, was ihn in der Öffentlichkeit so beliebt gemacht habe.

Pfarrer Bartmann sagte, dass Sepp Westermayr sehr heimatverbunden und bodenständig war – und eine gewisse Schlitzohrigkeit besaß. „Er hat Spuren hinterlassen, und seine Saat ist aufgegangen“, so Bartmann.

Wie mit den Angehörigen des Verstorbenen vereinbart, wurde vernünftigerweise die Zahl der Trauerredner auf drei beschränkt. Dass auch Landrat Stefan Löwl und fast alle Bürgermeister aus dem Landkreis sowie frühere Gemeindechefs unter den Trauergästen waren, wertete der Röhrmooser Bürgermeister Dieter Kugler als „Zeichen der Wertschätzung“.

Natürlich fehlten bei der Beerdigung auch die Vertreter aus den landwirtschaftlichen Gremien nicht, bei denen Westermayr einst den Vorsitz hatte und später zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Ob als Kreisobmann des Bauernverbandes oder als Kreisvorsitzender des Maschinenrings, Westermayr habe sich stets als Kämpfer für den Bauernstand gezeigt, so Kugler. „Er hatte 42 Jahre gestaltende Funktion im kommunalen Bereich“, so der Bürgermeister, der aufzeigte, dass der Verstorbene für die Gemeinde Röhrmoos im Gemeinderat und Kreistag Enormes geleistet hat. Leidenschaftlich, so Kugler weiter, habe Westermayr vor 27 Jahren die Gründung der Gemeindepartnerschaft mit der südfranzösischen Gemeinde Taradeau vorangetrieben, deren Vertreter, Bürgermeister Gilbert Galliano und der Partnerschaftsbeauftage Albert David, sich vor dem Verstorbenen verbeugten und sich mit einem „Merci“ verabschiedeten.

Dass Westermayr insbesondere für die Gemeinde-Vereine Großartiges geleistet habe und dabei auch Eigenmittel zum Wohle der Vereine einsetzte, zeigte Freie-Wähler-Gemeinderat Günter Bakomenko auf. Der „Mann mit Ecken und Kanten“ habe wiederholt großes Herz bewiesen, insbesondere bei Grundstücksgeschäften zugunsten des Sportvereins. In diesem Zusammenhang stellte Westermayr private Grundstücke für erforderliche Tauschgeschäfte zur Verfügung. „Er war ein Volkstribun, er war ein pragmatischer Bürgermeister und Macher“, fasste Bakomenko zusammen.

Am Grabe verabschiedeten sich die Bläser des Jagdschutz- und Jägervereins, und als die Blaskapelle Schönbrunn das Feierabend-Lied anstimmte, senkten sich die vielen Fahnen vor der letzten Ruhestätte eines geschätzten Mannes, der in die Röhrmooser Geschichte eingehen wird. 

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