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Zwischen der Flurstraße und den Sportstätten der SpVgg-Röhrmoos-Großinzemoos bietet sich auf drei Hektar ein idealer Platz fürs Gymnasium.

Entscheidung über fünftes Gymnasium im Landkreis ist gefallen

Röhrmoos im Jubelrausch

  • Nikola Obermeier
    vonNikola Obermeier
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  • Josef Ostermair
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Seit bekannt ist, dass das fünfte Gymnasium im Landkreis kommt, ist dort der Jubel groß.   

Update von 14.30 Uhr: 

Wie ein Lauffeuer hat sich am vergangenen Montag im Rathaus und darüber hinaus die freudige Nachricht verbreitet, dass das fünfte Gymnasium im Landkreis in Röhrmoos gebaut wird . 

Nicht nur Bürgermeister Dieter Kugler (CSU) ist froh, auch der geschäftsleitende Beamte im Rathaus, Erwin Zelenka, freut sich riesig. „Es ist nun alles in trockenen Tüchern“, so Zelenka über den erforderlichen Ringtausch auf der Fläche zwischen Flurstraße und den Sportanlagen der SpVgg Röhrmoos-Großinzemoos. Hier soll das fünfte Gymnasium gebaut werden, hier sei sich die Gemeinde dank der Verhandlungen von Bürgermeister Dieter Kugler mit drei verschiedenen Grundstücksbesitzern einig geworden. 

„Jetzt verstehen auch die Bürgerinnen und Bürger, warum ich mich mit Vehemenz bei der ersten Sitzung des neuen Gemeinderats für den handlungsfähigen Ferienausschuss eingesetzt habe. Nur so war es nämlich möglich, dass der Bürgermeister im Auftrag dieses Ausschusses zum Notar gehen und die erforderlichen Grundstücksgeschäfte für einen Ringtausch abwickeln konnte. Nun kann’s an die Bauleitplanung gehen“, erklärt Zelenka, der das rund drei Hektar große Gebiet unweit der S-Bahn als sehr vorteilhaft erachtet. 

Aus dreifacher Sicht freut sich der Vorsitzende der Freien Wähler von Röhrmoos, Günter Bakomenko, auf die Gymnasiumentscheidung für Röhrmoos. „Erstens bin ich als Bürger dieser Gemeinde froh, dass sich Röhrmoos weiterentwickeln kann, zweitens erhoffe ich mir als erster Vorsitzender der SpVgg Röhrmoos-Großinzemoos eine Kooperation mit dem Landkreis, was Sportflächen angeht, weil ja nicht alles doppelt gebaut werden muss, und drittens sehe ich die Entscheidung als großen Erfolg meiner Fraktion, die von Anfang an nachhaltig hinter diesem für den Landkreis notwendigen Gymnasium steht“, sagte Günter Bakomenko.

Gymnasium: Ministerium spricht Machtwort

Update, 25. Mai, 19 Uhr:  

Das fünfte Gymnasium im Landkreis kommt nach Röhrmoos. Nur dort werden die erforderlichen Schülerzahlen erreicht, teilt das Ministerium mit. Der Kreistag hatte Bergkirchen favorisiert.

Standort Röhrmoos: Auf dieser rund drei Hektar umfass enden Fläche entsteht das fünfte Gymnasium im Landkreis.

„Ich bin enttäuscht“, gibt der Bergkirchner Bürgermeister Robert Axtner unumwunden zu. „Wir haben Einiges in die Waagschale geworfen und versucht, uns gut zu präsentieren.“ Doch die Mühen waren vergebens: Laut Kultusministerium ist der Standort für ein fünftes Landkreisgymnasium im westlichen Landkreis aufgrund der Zahlen nicht genehmigungsfähig – Röhrmoos erhält den Zuschlag. Bürgermeister Dieter Kugler freut sich.

Erneut: Schon im September hat das Ministerium die Genehmigung erteilt für Röhrmoos. Das wollte der Kreistag nicht akzeptieren, der sich aus „strukturpolitischen Gründen“ für Bergkirchen ausgesprochen hatte: Landrat Stefan Löwl und Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath protestierten mit Kreispolitikern, führten ein Gespräch mit Kultusminister Michael Piazolo und erhielten eine zweite Chance: Der Landkreis legte ein aktualisiertes Gutachten vor, das belegen sollte, dass die Schülerzahlen auch für Bergkirchen ausreichen.

Das tun sie jedoch nicht – beziehungsweise es können die Prognosezahlen „nicht direkt berücksichtigt werden, da sie auf Bauleitplanungen in den kommenden eineinhalb Jahrzehnten basieren, die zum größten Teil noch nicht beschlossen wurden“. Das teilte das Landratsamt in einer Pressemitteilung mit.   

Die Zahlen sprechen für Röhrmoos – aufgrund eines weiteren Arguments: Ab dem Jahr 2015 kommen weitere 150 Gymnasiasten aus Haimhausen hinzu, die aktuell das Carl-Orff-Gymnasium in Unterschleißheim besuchen.

Landrat Stefan Löwl ist von der Entscheidung des Ministeriums nicht überrascht. „Wir wussten, dass Röhrmoos der deutlich schülerstärkere Standort ist“, allerdings hätte er gerne eine strukturpolitische Entscheidung gehabt. „Das wäre ein gutes Zeichen gewesen“, so Löwl. Zeit habe das erneute Gutachten nicht gekostet, so Löwl, nur Ressourcen: Die Planungen für Röhrmoos und Bergkirchen wurden zeitgleich vorangetrieben. Dass Röhrmoos nun den Zuschlag erhält, enttäuscht ihn nicht: „Das Wichtige ist, dass wir das fünfte Gymnasium bauen dürfen, denn wir brauchen es dringend!“

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich in Röhrmoos die freudige Nachricht, dass das fünfte Gymnasium im Landkreis in Röhrmoos gebaut wird. Politiker aller Gemeinderatsfraktionen hatten die Schulpolitik des Landkreises kritisiert, weil die erste Entscheidung des Ministeriums nicht akzeptiert worden war. Nun ist die Freude umso größer: „Ich bin froh, dass sich Röhrmoos weiterentwickeln kann“, sagte Günter Bakomenko (FW). Laut Bürgermeister Kugler bestätige die Entscheidung die gute Vorarbeit der Verwaltung und die gute Bewerbung. Die Fläche zwischen Flurstraße und den Sportanlagen der SpVgg Röhrmoos-Großinzemoos sei verkehrlich gut erreichbar, in S-Bahnnähe, an der Kreisstraße, über die künftig auch die Querbuslinie führen werde.   

„Die Klarheit über den Standort ermöglicht nun eine rasche Realisierung“, teilte Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath mit. Diese sei auch erforderlich, „da wir die neue Schule spätestens ab dem Schuljahr 2025/26 brauchen.“ Alle Beteiligten hätten zwar in den letzten Monaten mit Nachdruck und großer Ernsthaftigkeit versucht, Wege zur Realisierung des Standorts Bergkirchen zu finden. Nun müsse man „seriöserweise anerkennen, dass es einen solchen Weg nicht gibt. Die prognostizierten Schülerzahlen reichen dort schlicht nicht aus, um das Gymnasium nachhaltig zu sichern.“   

Robert Axtner, der sehr enttäuscht, aber nicht verärgert ist, wie er betont, wird die Entscheidung akzeptieren. „Wir werden nicht nachtarocken oder noch mal anfangen, das würden die Leute nicht verstehen.“ Vielmehr wolle er nun den Fokus vermehrt auf die Verbesserung des ÖPNV legen statt auf das Gymnasium. Beides natürlich „hätte uns gut zu Gesicht gestanden“. Zumal im westlichen Landkreis weniger Schüler aufs Gymnasium übertreten, „aufgrund der Entfernung“.

 

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