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Bürgermeisterkandidat Arthur Stein (links) und der Vorsitzende der Grünen, Ulrich Rauhut (rechts), wollen nach zwölf Jahren Pause nochmal kräftig in der Kommunalpolitik mitmischen und spornen sich gegenseitig mit kleinen Geschenken an.

Grüne wählen Arthur Stein zu Bürgermeisterkandidaten und 20 Bewerber für Gemeinderat

Röhrmoos fit für die Zukunft machen

Die Grünen von Röhrmoos wählten beim Klosterwirt in Schönbrunn den Bio-Bauern Arthur Stein zu ihrem Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2020.

Röhrmoos – Für den 61-Jährigen, der schon von 1990 bis 2008 dem Gemeinderat und von 1990 bis 1996 dem Kreistag angehörte, ist es nach längerer Pause von der Kommunalpolitik nun der fünfte Versuch, doch noch auf den Bürgermeistersessel zu kommen.

Die 20 stimmberechtigen Grünen zeigten Geschlossenheit und wählten nicht nur Stein zum Bürgermeisterkandidaten sondern auch die 20 Gemeinderatskandidaten ohne eine einzige Gegenstimme. Stein glaubt, dass die Chancen für grüne Politik in der Gemeinde Röhrmoos noch nie so gut waren, weil viele Bürger erkennen, wie wichtig eine intakte Umwelt ist. „Die Klimakrise mit ihren Veränderungen ist mittlerweile auch bei uns angekommen“, sagte Stein in seiner Vorstellungsrede.

Die Grünen in Röhrmoos würden im Kleinen anfangen, Maßnahmen zu ergreifen, die einer Klimakrise entgegensteuern. Auch im sozialen Bereich habe man klare Vorstellungen, wie das Zusammenleben in der Wachstumsgemeinde Röhrmoos funktioniern solle. So legte Stein einen Sieben-Punkte-Plan vor, in dem er ein Energiekonzept für die Gemeinde fordert. Dabei müsse Energieeinsparung und Umstellung von konventionellen auf erneuerbare Energiesysteme für alle Gebäude und Fahrzeuge der Gemeinde ganz oben stehen.

Wichtig ist Stein auch, verstärkt erneuerbare Energie zu erzeugen. Dabei denkt er in der Zeit der Strafzinspolitik an Bürgerbeteiligungsmodelle bei Photovoltaikanlagen und einem Windrad. „Die Wertschöpfung und der Nutzen der Anlage sollen unbedingt den Gemeindebürgern zugute kommen“, meinte Stein, der sich auch für ein Elektroauto als Dienstfahrzeug des Bürgermeisters aussprach, nachdem eine Ladesäule ja schon vor dem Rathaus steht.

Zur Förderung der Artenvielfalt sei auf Acker- und Wiesenflächen ökologische Bewirtschaftung notwendig. Stein denkt dabei auch an naturbelassene Rückzugsgebiete für Flora und Fauna. Unter dem Punkt „Vorfahrt für Radfahrer“ spach er sich für Verkehrsberuhigung in Form von Tempo 30 in den Ortschaften aus.

Außerdem verlange klimaneutrale Mobilität den Ausbau des Radwegenetzes. Vor allem die Kreisstraße die durch Großinzemoos führt, müsse radfahrer- und fußgängerfreundlich ausgebaut werden. Den Individualverkehr könne man mit einem vernünftigen ÖPNV durchaus reduzieren.

Stein, und wie sich aus der Vorstellungsrunde der Gemeinderatskandidaten ergab, auch diese, fordern zudem ein Bürgerhaus für Röhrmoos, sowohl für die Vereine als auch für kleinere Initiativen. Stein, der Opa von vier Enkelkindern ist, macht sich auch für eine ausreichende Kinderbetreuung bis zum Ende der Grundschulzeit stark, „damit alle Elternteile einer regelmäßigen Erwerbstätigkeit nachgehen können“. Im Moment seien die Hortplätze in Röhrmoos ja schon wieder annähernd ausgeschöpft, „aber solche Einrichtungen gehören halt zu einer modernen und bürgernahen Gemeinde“.

Mit Schlagwörtern wie „Wir brauchen Innovation statt Stagnation“ und „Offenheit statt Verschlossenheit“ erntete der Bürgermeisterkandidat donnernden Beifall. „Röhrmoos fit for future“, also Fit für die Zukunft, lautete das Schlusswort Steins, der in der im Block aufgestellten Gemeinderatsliste gutes Potenzial sieht. Angeführt wird die Gemeinderatsliste von Stein selbst, aber auch Ulrich Rauhut, der Vorsitzende der Grünen, der schon 18 Jahre im Gemeindeparlament saß, konnte für eine Kandidatur reaktiviert werden. Rauhut erklärte, dass es ein Unding sei, die Grünen als Verbotspartei zu bezeichnen. Man wolle nicht mehr, als vernünftige Lebensbedingungen bewahren, und dazu gehöre auch in Röhrmoos eine Politik, die kinder-und enkeltauglich ist.

Josef Ostermair

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