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Auf neun Personen erweitert wurde der Vorstand des Bund Naturschutz (v.l.): Anton Kohlbeck, Johann Fuß, Arthur Stein, Helga Rauhut, Peter Kulzer, Heidi Humbs, Ulrich Rauhut, Horst Pillhöfer und Nicolas Kugler. 

Haussegen hängt schief

Streit beim Bund Naturschutz Röhrmoos sorgt für dicke Luft

Bei der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Röhrmoos hängt der Haussegen schief. Klare Anzeichen dafür gab es bei der Wiederwahl des Ortsvorsitzenden Horst Pillhöfer am Mittwochabend im Dorfwirtshaus von Biberbach, wo Pillhöfer von den 20 Wahlberechtigten sechs Nein-Stimmen hinnehmen musste. Zum Eklat aber kam es erst bei der Besetzung der Beisitzer im Vorstand.

Röhrmoos – Johann Fuß und Peter Kulzer stellten sich wieder zur Wahl. Dass der Kreis der Beisitzer mit den weiteren Kandidaten Dr. Nicolas Kugler, Arthur Stein und Helga Rauhut auf fünf erweitert werden sollte, ging Pillhöfer gegen den Strich. Seinem Unmut machte er aber erst Luft, nachdem sich die Versammlung auf eine Ausweitung des Vorstands auf insgesamt neun Personen ausgesprochen hatte. Zuvor wurde der zweite Vorsitzende Ulrich Rauhut (17 Ja-Stimmen, 2 Nein und 1 Enthaltung), die Schatzmeisterin Heidi Hums und der Schriftführer Anton Kohlbeck für weitere vier Jahre im Amt bestätigt.

Mit den Worten „Wir sind überparteilich. Wenn wir es bei den fünf Beisitzern belassen, laufen wir Gefahr, aus der Überparteilichkeit rauszurutschen“, löste Pillhöfer großen Protest aus, weil seine Kritik den Leuten galt, die den Grünen in Röhrmoos angehören. Das sind die gewählten Arthur Stein, Nicolas Kugler (dritter Bürgermeister von Röhrmoos) und Helga Rauhut. „Wie anmaßend ist das, du bist doch auch im Röhrmooser SPD-Vorstand“, schimpfte Stein. Unterstützung erhielt Pillhöfer von Maria Kulzer, die unterstrich, dass der BN neutral sein sollte. Würden so viele Funktionäre politisch aktiv in Parteien sein, mache man sich angreifbar. Stein dagegen hielt Pillhöfer vor: „Du schießt dich doch selber ins Knie.“ Damit meinte er wohl Pillhöfers Beisitzer-Posten bei der SPD.

„Es wird schwierig Beschlüsse zu fassen“

Der als Wahlleiter fungierende zweite Kreisvorsitzende des BN, Heinz Gibowsky, der Röhrmoos zuvor als Vorbild für alle anderen Ortsgruppen im Landkreis lobte, räumte ein, dass es schon etwas ungewöhnlich für eine Ortsgruppe sei, so einen auf neun Köpfe erweiterten Vorstand zu haben. „Da wird es schwierig, Beschlüsse zu fassen und die umzusetzen“, so Gibowsky. Dennoch bat er Pillhöfer, die mehrheitlich gefasste Entscheidung für fünf Beisitzer zu akzeptieren.

Peter Kulzer ließ durchblicken, dass es schon im letzten Jahr Ärger gegeben hat. Worum es konkret ging, wurde aber nicht gesagt. Als Streitschlichter zeigte sich schließlich der Beisitzer aus Biberbach, Johann Fuß, der unterstrich: „Es geht doch um die Natur und nicht um persönliche Animositäten.“ Dass Pillhöfer und Stein bald wieder Freunde sein werden, darf bezweifelt werden.

Ein Bericht über die Aktivitäten der BN-Ortsgruppe Röhrmoos folgt.  JOSEF OSTERMAIR


Lesen Sie auch:Naturschützer stolz auf „grünes Band“ zwischen Röhrmoos und Hebertshausen

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