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Dialog zum Narrischwerden: Paula Herzinger und ihr Sohn Andreas geben „Don Carlos“.

Röhrmooser Theaterer

Urkomische Alternative

Keine Bühne, kein Theater. Mit ihren Bunten Abenden aber lagen die Röhrmooser Theatera genau richtig.

Röhrmoos – Weil die Röhrmooser Theatera wegen des schon seit rund einem Jahr geschlossen Hauses der Vereine auch die Theaterbühne verwehrt blieb, haben sie im voll besetzten Pfarrheim ihre Fans soweit es ging entschädigt. Das Alternativ-Programm beim „Bunten Abend“ mit nicht weniger als sieben Sketchen, einem Einakter, deftigen Witzen und zünftiger Musik war mehr als nur ein Ersatz.

Die Gaudi ging schon los bei „Don Carlos“. Da will die Röhrmooser Ehrenbürgerin Paula Herzinger alias Babett all das, was ihr der feine Alfred (Sohn Andreas Herzinger) erklärt, einfach nicht verstehen.

Auch die Lesung, in der sich von Paula Herzinger dem bayerischen Sündenfall widmete, hatte es in sich. Neu war für die Zuhörer zweifelsohne, dass es im bayerischen Paradies keinen Apfel, sondern einen Zwetschgenbaum gab, der die Gelüste der Eva auf göttliche Speisen weckte. Verheerend habe es sich ausgewirkt, dass Gott auch die Preußen ins bayerische Paradies gelassen hat.

„Die Heiratsannonce“ von Karl Valentin führten Anita Wackerl und Herbert Michalitze auf. Hier bringt ein heiratsnarrischer Mann die Mitarbeiterin in der Anzeigenabteilung der Dachauer Nachrichten in Rage. Später stellt sich heraus, dass die einsame Witwe aber in einem ganz anderen Anzeigenblatt inseriert hat.

Beim Stück „In der Apotheke“ machten Tanja Zollbrecht und Rudi Kirchner eine absolut gute Figur, und im Sketch „Der neue Hut“ hatten Anita Wackerl und Christian Müller die Lacher auf ihrer Seite.

Dass allein Mimik und Gestik reichen, um die Zuschauer zu begeistern, bewiesen Doris Wallner und Christina Widhopf im Stück „Zwei Frauen im Zug“. Ein „Dotscherl“, das auch gepflegt aussehen will, greift zum Tomatenmark anstatt zum Lippenstift, kämmt sich mit der Klobürste und wählt Schuhcreme für die Gesichtspflege.

Einen schwierigen Kuhhandel hatten Andreas Herzinger und Erich Mahrle auszutragen, bevor die Meistersänger von Schartling mit einem Einakter für den Höhepunkt des Abends sorgten. Diese lustige Gesangsprobe, an der Rudi Kirchner, Herbert Michalitza, Christian Müller I und Christian Müller II sowie Tanja Zollbrecht und Christiane Paschke mitwirkten, werden die Zuschauer so schnell nicht vergessen. Denn bis es zur Aufführung des „Bruder Jakob“ zu Ehren des Bürgermeisters kommt, wird viel gestritten.

Das musikalische Gastspiel von Hans Kreppold (Ziach) und seiner Tochter Brigitte (Gitarre) tat dem Abend ebenfalls gut. Kreppolds trockener Humor riss zu Beifallsstürmen hin. Zum Ende des Abends gab es für alle Mitwirkenden einen donnernden Schlussapplaus.

Weil der Platz im Pfarrheim für all die Theaterfreunde nicht ausreichte, wurde der Bunte Abend 24 Stunden später wiederholt.

Josef Ostermair

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