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Festtag in der nahezu leeren Schönbrunner Klosterkirche: Wegen der Corona-Krise waren Gäste beim Ordensjubiläum nicht zugelassen. 

Sechs Franziskanerinnen feiern in Schönbrunn ihr Ordensjubiläum

Dem Ruf Gottes gefolgt – im Jahr 1940

Sechs Franziskanerinnen haben in Schönbrunn ihr Ordensjubiläum gefeiert.

Schönbrunn – Sechs Franziskanerinnen haben in der Schönbrunner Klosterkirche gemeinsam mit den Mitschwestern der Kongregation „Dienerinnen der göttlichen Vorsehung“ ihr Ordensjubiläum gefeiert. Eigentlich hätte es ein großes Fest mit den Angehörigen der Jubilarinnen werden sollen. Wegen der Corona-Krise mussten die meisten Gäste leider kurzfristig ausgeladen werden.

Eine würdige Feier wurde der von Pfarrer Monsignore Michael Bartmann und Priesteramtskandidat Jasper Gülden zelebrierte Gottesdienst dennoch. „Lobet den Herrn“ sangen die Ordensfrauen aus voller Brust beim Einzug in das festlich geschmückte Gotteshaus.

Das 80-jährige Ordensjubiläum, das man auch Eichenjubiläum nennt, feierte die 104-jährige Schwester Maria Irenäa. Die Ordensfrau, eine der ältesten Landkreisbürgerinnen, konnte den Gottesdienst nur vor einem Lautsprecher im Schwestern-Altenheim St. Raffael miterleben.

Schwester Maria Lätitia Demmelmair hält der Kongregation in Schönbrunn seit 70 Jahren die Treue und durfte so Gnadenjubiläum feiern. Mit 60 Ordensjahren feierten die Schwestern Maria Ambrosia Höckmeier, Maria Consilia Neger sowie ihre ältere Schwester Maria Stilla das diamantene Schwestern-Jubiläum. Auch die Chefin der Schönbrunner Schwestern, Generaloberin Maria Benigna Sirl, gehörte zu den Jubilarinen. Sie feierte ihr 50-jähriges Ordensjubiläum.

Leider fehlt es auch in Schönbrunn am Schwesternnachwuchs. Im Laufe der Jahre ging die Zahl der Schwestern immer weiter zurück, aktuell sind noch 49 Ordensfrauen in Schönbrunn.

Generalvikarin Schwester Gabriele Konrad sagte, das Jubiläum sei eine Feier, in der man mit großer Dankbarkeit und Freude feststellen dürfe, dass die Jubilarinnen schon vor vielen, vielen Jahren dem Ruf Gottes gefolgt sind. „In einer Zeit, in der es vielen Menschen schwerfällt, sich zu binden, stehen unsere Jubilarinnen zu ihrem Versprechen, zu dem sie täglich ihr Ja sprechen.“ Sie betonte, dass der heilige Franziskus das große Vorbild der Schwestern von Schönbrunn ist. Gleichzeitig versicherte sie den Jubilarinnen: „Wir, die Mitschwestern, gehen mit Euch sowohl in guten, als auch in schweren Tagen“.

Dass es der letzte Gottesdienst in der Diözese München-Freising ist, den man in den nächsten drei Wochen feiert, gab Pfarrer Bartmann zu verstehen. Er stellte zum Schwesternjubiläum klar: „Ohne Gott gäbe es heute nichts zu feiern.“ Bartmann betonte, dass das Ordensleben kein Honiglecken sei. „Da gibt es auch mal Leere und Trockenheit, manchmal kommt alles anders, als erwartet.“ Auch im Kloster gebe es nicht nur eitel Sonnenschein, „denn auch als Ordensfrau bleibt man Mensch“.

Die Jubilarinnen aber hätten immer wieder Kraft und Zuversicht im Gebet gefunden. Jesus und seine Botschaft seien für sie in all den Jahren die Richtschnur gewesen. Die Schwestern hätten sich mit großer Hingabe für die vielen schutzbedürftigen, behinderten Menschen im Franziskuswerk gekümmert. Auch der Pfarrverband Röhrmoos-Hebertshausen habe viele wertvollen Hilfen aus dem geistlichen Zentrum in Schönbrunn erfahren dürfen. Angesichts der immer älter werdenden Schwesternschaft in Schönbrunn wollte Bartmann keine Antwort auf die Frage geben, wie es in der Ordensgemeinschaft weiter geht. Bartmann: „Da gilt wohl der Satz „Der Mensch denkt und Gott lenkt.“Er sei überzeugt, dass sich in der Kirche noch vieles ändern werde, „aber dieser Gott verlässt seine Kirche nicht“.

Dann erneuerten die Jubilarinnen ihr Ordensgelübde, arm, ehelos und weiterhin gehorsam in der Ordensgemeinschaft leben zu wollen.

Josef Ostermair

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