Von wegen typischer Männerberuf: Teresa Reichenberger arbeitet gerne als Schreinerin. foto: ans

Tag des Schreiners

Einzelkämpferin an der Werkbank

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Allein unter Männern: Teresa Reichenberger ist die einzige Schreinerin neben drei männlichen Kollegen in der Schreinerei Schirmer in Röhrmoos. In der Männerdomäne fühlt sie sich mehr als wohl.

Röhrmoos – Allein unter Männern: Teresa Reichenberger ist die einzige Schreinerin neben drei männlichen Kollegen in der Schreinerei Schirmer in Röhrmoos. Sie hat kurze, orangefarbene Haare, trägt eine beige Schreinerhose und Ohrringe in Form einer Metallmutter. Seit rund drei Jahren arbeitet die 25-jährige als Schreinerin in Röhrmoos.

An der Werkstatttür hängt ein Papier in Plastikfolie: „Hax’n abkratzen“, steht darauf. In der Schreinerei riecht es nach Holz, die Maschinen brummen und es ist kühl. Teresa Reichenberger aus Dachau fräst gerade an einem Bücherregal, sie ist die einzige Frau in der Werkstatt. „Es gäbe bestimmt viele gute Schreinerinnen“, sagt sie. Aber die meisten Frauen lassen sich abschrecken, vielleicht weil sie meinen, dass man schwere körperliche Arbeit leisten muss. In ihrer Berufsschulklasse saßen nur drei Frauen von rund 20 Auszubildenden. „Manche glauben, dass es eben immer noch die typischen Frauen- und Männerberufe gibt.“

Manchmal würden auch die Eltern Bedenken äußern, wenn die Tochter zum Beispiel Schreinerin oder Mechanikerin werden will, und raten zu Alternativen: Erzieherin wäre doch eher was? Bei Teresa Reichenberger war das nicht so.

Sie hat vor rund drei Jahren ihre Lehre begonnen. „Als Schreiner siehst du einfach, was du machst“, sagt sie. Außerdem hat sie Holz schon immer fasziniert. Als Kind hat sie mit ihrem Opa Vogelhäuschen gebaut und ihm beim Sekretärschreinern geholfen. Schreinerin zu werden, war aber nicht ihre erste Wahl. Nach dem Abi hat sie eineinhalb Jahre Forstingenieurwesen studiert, und sich dann für die Schreinerlehre entschieden.

Ihr Kollege Andreas Weber, 47, an der Werkbank neben ihr, ist zufrieden: „Wir sind froh, dass wir sie haben!“ Eine Frau als Kollegin zu haben, ist er schon gewohnt, Teresa Reichenberger ist das dritte Lehrmadl: „Da hatten wir schon Kerle, über die ich mich mehr geärgert habe.“

Und Anna Reichenberger ist erfolgreich: Sie hat für ihr Gesellenstück sogar den dritten Preis beim landkreisweiten Innungswettbewerb gewonnen. Dafür hat sie einen Barschrank aus der rotbräunlichen Holzart Tineo, also indischem Apfel, geschreinert. In ihrem Arbeitsalltag baut sie eher gewöhnliche Möbelstücke, wie Kleiderschränke, Bücherregale, Küchen oder Türen. „Natürlich muss man manchmal gscheid hinlangen“, sagt Reichenberger, aber da helfen die Kollegen eben zusammen: „Eine Tür tragen, geht bei jedem aufs Kreuz, ob Frau oder Mann.“

anna schwarz

Offene Türen

Im Landkreis beteiligen sich zwei Betriebe am Tag des Schreiners: Die Schreinerei von Christian Schuster in Sulzemoos ist heute von neun bis 17 Uhr und morgen von 12 bis 18 Uhr geöffnet. In Schwabhausen stehen die Türe in der Schreinerei von Hubert Mayr-Schütz offen, heute und morgen von 11 bis 17 Uhr.

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