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100 Mitglieder hat die Riedenzhofener Schützenfamilie, rund die Hälfte ist auf diesem aktuellen Foto zu sehen.

60 Jahre Eichenlaub Riedenzhofen

Immer wieder auf Herbergssuche

Riedenzhofen - Der Schützenverein Eichenlaub Riedenzhofen feiert Jubiläum. 1957 wurde der Verein nach vielen Jahren Unterbrechung wieder aus der Taufe gehoben. Seither hat sich viel getan, sogar eine andere Volkssportart wurde mal angeboten.

Der Schützenverein Eichenlaub Riedenzhofen feiert am Freitag, 27. Januar, im Doll-Saal von Ried sein 60-jähriges Bestehen seit der Wiedergründung im Jahre 1957. Die eigentliche Gründung dieses Traditionsvereins fand schon am 5. Mai 1931 statt. Jakob Burgmeier, Leonhard Maier, Josef Winklmaier, Martin Kraut, Josef Heinzinger junior, Emil Zimmerer, Martin Meier, Georg Burgmeier, Jakob Burgmeier junior und Johann Burgmair hoben den Verein aus der Taufe. Josef Heinzinger junior wählte man zum Vorstand, Emil Zimmerer war sein Stellvertreter.

Aus dem Protokoll der Gründungsversammlung ist zu entnehmen, dass eine Aufnahmegebühr von 50 Pfennig und ein wöchentlicher Beitrag von 20 Pfennig erhoben wurde. Pro Schießabend durfte jedes Mitglied drei Schuss abgeben, aber auch die gab es nicht zum Nulltarif. Zum so genannten Selbstunterhaltungsschießen kosteten drei Schuss 10 Pfennig. Der einzige Stutzen wurde dem Verein von Herbergsvater Winklmaier zur Verfügung gestellt.

Mit der Hoffnung des „festen und treuen Zusammenarbeitens zum Blühen und Gedeihen von Eichengrün“, wie es im Protokoll steht, war es in den folgenden schwierigen Vorkriegsjahren nicht weit her. Die Nazis verboten den Verein 1934. Durch den Krieg kam der Schießbetrieb zum Erliegen.

Es dauerte bis zum 26. Januar 1957, bis Ernst Vetsch, Franz Kreutner, Josef Wimmer, Raimund Wacht, Hans Breitner, Herbert Nefzger und Ferdinand Winklmair die Wiedergründung vollzogen.   

In nunmehr sechs Jahrzehnten wird bereits auf dem fünften Schießstand geschossen. So etwas mussten viele andere Vereine im Schützengau Dachau nicht mitmachen, aber die Riedenzhofener hielten nun mal zusammen wie Pech und Schwefel.

Die Älteren wissen es noch, dass der Verein zunächst im Gasthaus Winklmair in Riedenzhofen untergebracht war, aber schon 1962 ins Nebenzimmer des ehemaligen Gasthauses Bücherl in Röhrmoos wechselte, wo bis 1969 geschossen wurde. Der dritte Schießstand entstand auf der ehemaligen Kegelbahn des Gasthauses Bücherl, die dann bis 1984 als Schießstätte diente.

Im Oktober 1984 wurde das schmucke Schützenheim im Bücherl-Saal eingeweiht, aber selbst dort musste man sich der Abrisspläne wegen im Herbst 2008 verabschieden. So teilt man sich seither den Schießstand von Gemütlichkeit Röhrmoos im Haus der Vereine. „Eichengrün“ war in all den Jahren mit Leben erfüllt.

1957 wurde Josef Schlammer zum Vereinschef gewählt. Von 1958 bis 1960 führte Ernst Vetsch den Verein, ehe Schlammer wieder bis 1961 das Ruder übernahm. Georg Wimmer, Josef Schmid und Wolfgang Resch führten in der Folgezeit den Verein, wobei Josef Schmid mit 25 Jahren Vorstandstätigkeit mit Abstand am längsten im Amt war.

Beim derzeitigen sehr rührigen Vorstand und Schützenmeister Stefan Orthofer sind es auch schon wieder 14 Jahre, dass er das Riedenzhofer Schützen-Schiff erfolgreich steuert. Viele Jahre hatte Orthofer mit Werner Mayer einen zuverlässigen Stellvertreter, aber auch der jetzige Vize-Vorstand Christian Müller macht seine Sache gut.

Was bei den Riedenzhofener Schützen zieht, ist neben dem Schießsport die Geselligkeit. So verwundert es nicht, dass dieser Verein von 1972 bis 1980 ein Schützen- und Wanderverein war und viele Wanderlustige nach Röhrmoos lockte. In den 70er Jahren kamen bei den Wandertagen bis zu 5000 Wanderer in die Gemeinde Röhrmoos.

Das gibt es zwar schon lange nicht mehr, aber die gute Mischung von Schießsport und Geselligkeit erlebt eine neue Blüte. Das beweisen die 14 neuen Mitglieder in diesem Jahr. Zehn davon sind Schüler und Jugendliche. Im 60. Jahr nach der Wiedergründung zählt Eichengrün exakt 100 Mitglieder.

Josef Ostermair

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