Mann an Sarg, Kerzen, Bild
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Trauerfeier in der Pfarrkirche: Vor dem Sarg wurde ein Porträtfoto des verstorbenen Röhrmooser Ehrenbürgers Gerhard Schmidbauer aufgestellt.

Abschied vom Röhrmooser Ehrenbürger Gerhard Schmidbauer

„Seine Menschlichkeit soll uns Vorbild sein“

  • vonJosef Ostermair
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In einem eigenen Trauergottesdienst haben sich Kirche, Gemeinde und Vereine am Donnerstagabend von dem Röhrmooser Ehrenbürger Gerhard Schmidbauer verabschiedet, der im Alter von 74 überraschend gestorben war (wir berichteten).

VON JOSEF OSTERMAIR

Röhrmoos – Den Corona-Auflagen geschuldet, durften an dieser Trauerfeier in der Pfarrkirche nur 42 Gäste teilnehmen, sodass die Feierlichkeiten im Kreise der Familie auf dem Kirchenfriedhof erst am gestrigen Freitag mit wiederum beschränkter Anzahl von Trauergästen fortgesetzt wurden.

„Es wären sehr viele gewesen, die gerne ihre Wertschätzung und ihre Dankbarkeit gezeigt und den Gerhard auf seinem letzten Weg begleitet hätten“, sagte Bürgermeister Dieter Kugler, der nicht nur namens der Gemeinde die Trauerrede für den Ehrenbürger hielt, sondern namens der neun Vereine, denen Schmidbauer angehörte, auch dessen Verdienste in diesem Bereich hervorhob.

Zunächst aber kam Monsignore Michael Bartmann zu Wort, denn Schmidbauer hat auch im Bereich der Kirche Enormes geleistet. So war er über viele Jahrzehnte leidenschaftlich gerne Mesner in der Pfarrkirche, Mitglied in der Kirchenverwaltung und Kirchenpfleger. „Unzählige Male ist er in dieser Kirche bis zu seinem Tod den liturgischen Weg gegangen. Er war wie ein wandelndes Lexikon. Mit seinem Tod verlieren wir eine Menge Wissen“, so Bartmann. Gerade, was das Haus der Wittelsbacher betrifft, sei Schmidbauer ein absoluter Fachmann gewesen.

Wenn man das Lebensbuch Schmidbauers mal durchblättert, komme man schnell zu der Erkenntnis, dass Glaube und Kirche bei ihm einen ganz hohen Stellenwert hatten. Mit viel Herzblut habe er seine kirchlichen Dienste ausgeübt und sich auch nicht gescheut, dem Ordinariat zu sagen, wo der Schuh drückt, so Bartmann. Bis zuletzt habe Schmidbauer mit Nachdruck versucht, als Vorsitzender des Fördervereins Hofmarkkirche Schönbrunn die Fortführung der seit Jahren stillstehenden Renovierungsarbeiten an diesem Gotteshaus zu erreichen. „Ich hoffe, dass das noch klappt“, so Bartmann, der es bewundert, wie es Schmidbauer immer wieder gelang, Sponsoren für diese Renovierung zu finden.

Die Trauerbeflaggung am Röhrmooser Rathaus lieferte den Beweis, dass der pensionierte Oberamtsrat am Vermessungsamt Dachau 36 Jahre lang im Gemeinderat und davon mehrere Jahre als zweiter Bürgermeister besondere Wertschätzung in der weltlichen Gemeinde erfahren hat. Der geradlinige SPD-Mann sei laut Bürgermeister Kugler ein Mensch mit Gespür für das Richtige gewesen. „Wie er mit seiner Erfahrung, seinem Feingefühl und seiner sozialen Kompetenz sich für die verschiedensten Belange einsetzte und Flagge zeigte, war bewundernswert“, unterstrich das Gemeindeoberhaupt.

Dass die Worte von Albert Schweitzer: „Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht im Herzen der Mitmenschen“ bestens auf Gerhard Schmidbauer zutreffen, sagte Georg Niederschweiberer, der sich namens der Kirchenverwaltung verabschiedete und feststellte, dass dem Verstorbenen der gute Kontakt zu den Pfarrern wichtig war, die im Laufe der Jahrzehnte Röhrmoos seelsorgerisch betreuten. „Sein gesellschaftliches Wirken, besonders aber seine Menschlichkeit soll uns ein Vorbild sein“, so Niederschweiberer.

Am gestrigen Freitag erlaubten die Auflagen, dass nur 25 Trauernde aus dem engeren Umfeld des Verstorbenen am Grabe ein Abschied nehmen durftern – von einem guten Familienvater, der Ehefrau Maria, vier Kinder und sieben Enkelkinder hinterlässt.

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