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Der Brandschutz: Das Haus der Vereine in Röhrmoos ist nach wie vor geschlossen.

Haus der Vereine seit zwei Jahren dicht

Im Dornröschenschlaf

Das Haus der Vereine in Röhrmoos ist seit zwei Jahren dicht – der Brandschutz. Kommt jetzt wieder Bewegung in die Geschichte?

Röhrmoos – Im April werden es zwei Jahre, dass das Haus der Vereine in Röhrmoos geschlossen ist, weil der Brandschutz unzureichend ist. Viele in Röhrmoos fragen sich, wie es mit dem Haus weitergehen soll. Der Gemeinderat ist in dieser langen Zeit nicht untätig gewesen, hat aber die heikle Angelegenheit meist nichtöffentlich behandelt. Wer sorgt dafür, dass dieser Dornröschenschlaf am Haus der Vereine nicht endlich gestoppt wird?

„Die Gemeinde ist nicht Eigentümerin, sondern nur Mieterin“, unterstreicht Gemeinde-Geschäftsleiter Erwin Zelenka. Er betont auch, dass die Gemeinde Röhrmoos durchaus bereit sei, einen Sanierungszuschuss zu leisten. Aber dazu sei es notwendig, dass die SpVgg Röhrmoos-Großinzemoos als Eigentümerin des Hauses auch sagt, wie sie sich die Sanierung und deren Umfang vorstellt. Von den Dachauer Nachrichten auf die Kosten angesprochen, wollte sich Zelenka nicht äußern, verriet aber, „dass es um viel Geld geht“.

Weil das Haus der Vereine heuer trotz Verbots von ein paar Gruppierungen für Versammlungen genutzt wurde, habe die Gemeinde sofort reagiert und ein Schild anbringen lassen, das darauf hinweist, dass der Bürgersaal und die frühere Sportgaststätte geschlossen sind. Wie diese Vereine an die Schlüssel kamen, kann sich Zelenka nicht erklären. Er hat aber daraufhin vorsichtshalber die Schlüssel austauschen lassen, „denn wir leben in einem Staat der Haftung, wo meistens kleine Würstl als Schuldige gesucht werden“. Die Brandkatastrophe von Schneizlreuth sei hier ein abschreckendes Beispiel.

Weil die von einem Dachauer Architekten ermittelten Sanierungskosten für das Haus der Vereine nun stehen, kommt Zelenka zu der Überzeugung: „Nun sind alle Argumente ausgetauscht, es muss bis spätestens April etwas geschehen.“ Wie das ausschauen wird, konnte er allerdings nicht sagen.

Eine Nachfrage beim SpVgg-Vorsitzenden Günter Bakomenko hat ergeben, dass sein Verein schon seit längerer Zeit auf eine klare Zuschusszusage seitens des Gemeinderats dringe. Das vom Architekten erstellte Brandschutzkonzept liege der Gemeinde vor. Daraus ersehe man ja, was zu tun ist. Eventuell müsse man auch andere Vereine bei der Finanzierung mit heranziehen. Bakomenko bitte um Verständnis, dass mit der Jahresmiete von 2 Euro, die sein Verein für den der Gemeinde überlassenen Bürgersaal und die Gaststätte bekommt, man nicht in der Lage sei, die Sanierungskosten zu stemmen.

Aber auch Bakomenko hält sich hinsichtlich der Sanierungskosten bedeckt. Ihm war aber zumindest zu entlocken, dass es „ein mittlerer sechsstelliger Betrag“ sein soll. Wert legt Bakomenko auf den Hinweis, dass sein Verein das Haus der Vereine relativ wenig nutze, nur zum Faschingsball und zur Jahresversammlung.

„Ich bin jetzt elf Jahre Vorsitzender und möchte schnellstmöglich einen Schlussstrich unter diese notwendige Maßnahme ziehen, weil nun wirklich alle Fakten auf dem Tisch liegen“, so Bakomenko, der zwar in die Gemeinde-Arbeitsgruppe „Haus der Vereine“ eingebunden war, aber nicht mal seine Mitglieder informieren durfte, weil diese Gruppe immer nur nichtöffentlich tagte.

Bedauerlicherweise gibt es in der Gemeinde Röhrmoos nicht nur Brandschutzprobleme am Haus der Vereine. Auch das 1982 gebaute Rathaus ist betroffen. So untersagte man der SpVgg, ihre Jahresversammlung wie im Vorjahr wieder im Sitzungssaal abzuhalten. Grund: Ein Sachverständiger hat festgestellt, dass an zwei Türen im Rathaus das sogenannte „Panikschloss“ fehlt. Daher lasse man im Rathaus nun keine Fremdnutzung mehr zu.

Probleme mit dem Brandschutz sind auch im Pfarrheim nicht ausgeschlossen, in das derzeit viele Vereine und Organisationen mit ihren Veranstaltungen ausweichen. Kirchenpfleger Gerhard Schmidbauer sagte, dass man wegen Bedenken rein vorsorglich beim Ordinariat einen Antrag auf Brandschutzertüchtigungsmaßnahmen gestellt habe. Bei einer Begehung mit einem Architekten wurde auf das Fehlen einer Außentreppe im ersten Stock und das Fehlen eines separaten Kellerausgangs hingewiesen. Würde man hier tätig werden, entstünden Kosten um die 100 000 Euro. Die Kegelbahn, die Kleiderkammer für Asylbewerber, der kleine Gebetsraum und die WC-Anlagen können laut Schmidbauer aber weiterhin genutzt werden.

Josef Ostermair

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