Ein Verkehrsschild weist auf eine Tempo-30-Zone hin
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In der Gemeinde Röhrmoos wird über Tempo 30-Zonen diskutiert.

Bau- und Umweltausschuss Röhrmoos nimmt verschiedene Ortsteile unter die Lupe

Tempo 30 nur für ein Wohngebiet

Röhrmoos – Tempo 30-Zonen, wie es sich die Grünen im Gemeinderat wünschen, sind laut Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Röhrmoos nicht an allen Gemeindestraßen sinnvoll. Wie bereits berichtet, hat der Ausschuss in einer längeren Diskussion über die Gebiete Arzbach, Röhrmoos-östlich der Bahn, Röhrmoos westlich der Bahn und Sigmertshausen unterschiedliche Argumente ausgetauscht.

VON JOSEF OSTERMAIR

Das sind die unterschiedlichen Meinungen zu Tempo 30 in den übrigen Ortsteilen:

Biberbach

Für Biberbach waren sich die Ausschussmitglieder einig, dass die Dorfstraße und die Westerndorfer Straße Hauptstraßen sind, auf denen keine Gefahrenlage vorliegt und somit keine Rechtsgrundlage für eine Geschwindigkeitsbeschränkung gegeben ist.

Für die Bereiche Wiedenhofener Straße, Viehbacher Straße und Kirchenanger sehen die Räte keine Notwendigkeit für eine Beschilderung. Anders betrachten sie dagegen die Schulstraße und den damit einbezogene Lammerweg. Hier können als Wohngebiet durchaus Tempo-30-Zonen ausgewiesen werden. „Hier geht es um eine reine Anliegerstraße, da empfiehlt sich so eine Tempo-30-Zone“, sagte Grünen-Gemeinderat Dr. Nicolas Kugler und auch Bürgermeister Dieter Kugler erklärte, dass hier die Temporeduzierung vertretbar sei, weil es auch um die Einsatzstrecke der Feuerwehr geht.

Großinzemoos

Konträr diskutierte der Ausschuss das Straßennetz in Großinzemoos. Für die Bereiche Hohlweg, Birkenweg, Finkenweg, Postweg, Bürgermeister Schöll-Weg und Kieningweg sieht die Mehrheit keine Notwendigkeit für eine Beschilderung. Die Begründung: Bei der Tempomessung 2018 im Bereich Hohlweg/Birkenweg lag die Durchschnittsgeschwindigkeit nur bei 25 km/h, bei den durchschnittlich 44 Kraftfahrzeugen, die hier verkehrten.

Der Bereich Häuserner Straße mit Kiefernweg und Sulzberg könnte dagegen als Wohngebiet und damit auch als Tempo 30-Zone ausgewiesen werden. Dagegen sprach sich aber CSU-Gemeinderat Matthias Rager mit Vehemenz aus, indem er erklärte: „Man stellt dann dort nur ein Schild auf, damit ein Schild steht, aber dort wird nie jemand 50 km/h fahren“. Günter Bakomenko von den Freien Wählern hielt entgegen: „Der deutlich kürzere Bremsweg bei Tempo 30 kommt den Kindern in diesem Wohngebiet zugute, das sollte grundsätzlich bedacht werden“. Dennoch votierten nur drei Kommunalpolitiker für eine Geschwindigkeitsbeschränkung in diesem Bereich.

Riedenzhofen

In Riedenzhofen sehen die Politiker für den Bereich Greppenweg und Hirtenweg keine Notwendigkeit für eine Beschilderung. Der Bereich Buchenstraße, Eichenstraße, Eschenstraße und Riedstraße könne dagegen als Wohngebiet mit Tempo 30-Zone ausgewiesen werden, wobei hier auch die Notwendigkeit fraglich erscheint.

Bürgermeister Kugler erinnerte, dass sich der Gemeinderat schon 2018 mit einer Tempo-Reduzierung an der Eschenstraße befasst habe und eine Verkehrszählung vornehmen ließ. Hier habe man täglich zwischen 34 und 60 Kraftfahrzeuge gezählt, die überwiegend nur zwischen 31 und 34 km/gefahren sind. Damals sei man zu dem Schluss gekommen, nichts zu ändern und von einer Beschilderung abzusehen.

Nun aber meinte Vize-Bürgermeister Arthur Stein (Grüne), dass es überlegenswert sei, zumindest an der Eichenstraße erneut an Tempo 30 zu denken. Auch Dr. Nicolas Kugler erklärte, dass man die Signalwirkung für solche Schilder nicht unterschätzen dürfe. Burkhard Haneke (CSU) dagegen kam zu der Überzeugung, dass den Verkehrsteilnehmern aufgrund der Straßenführungen, parkender Autos und der Verkehrsregel „rechts vor links“ gar keine hohe Geschwindigkeit möglich ist.

Stefan Müller (Freie Wähler) meinte, dass man erst das Bedürfnis der Anwohner abfragen sollte, nachdem der Bürgermeister kundgetan hatte, dass sich im Röhrmooser Wohngebiet Stögnfeld gezeigt habe, dass hier die meisten Anlieger verkehrsberuhigte Zonen ablehnen. Mit 6:3 Stimmen entschied sich der Ausschuss, an dem alten Beschluss festzuhalten, es bei Tempo 50 zu belassen.

Rudelzhofen

Bei Rudelzhofen führte die Diskussion zu dem Ergebnis, dass die Birketstraße keine Wohnstraße, sondern eine Hauptstraße ist, die aufgrund einer fehlenden Gefahrenlage keine Tempobeschränkung ermöglicht. Weil im gesamten Straßenbereich von Schönbrunn bereits Geschwindigkeitsbeschränkungen vorliegen, sah man hier keinerlei Handlungsbedarf.

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