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Dieter Schneider ist gestorben

Trauer um einen großen Landkreisbürger

Zum 70. Geburtstag durfte sich Dieter Schneider, der Ex-Löwenpräsident, noch über viele Glückwünsche und Gratulanten freuen. Das ist gerade mal zwei Monate her. Jetzt ist Dieter Schneider gestorben.

Röhrmoos– Seinen großen Bekanntheitsgrad hat Dieter Schneider sicher den zwei Jahren – von 2011 bis 2013 – zu verdanken, in denen er Präsident des TSV 1860 München war. Er war es auch, der den Jordanier Hasan Ismaik als Investor ins Boot holte, als die Löwen vor der Insolvenz standen. Doch im Landkreis Dachau und darüber hinaus stand Dieter Schneider für ein soziales und zugleich höchst erfolgreiches Unternehmertum. Was er anpackte, war von Erfolg gekrönt. Nur im Ehrenamt bei 1860 blieben ihm letztlich Erfolg und Anerkennung verwehrt.

„Er war für mich der richtige Präsident“, spricht Heinz Eichinger vielen Löwenfans im Landkreis Dachau aus der Seele. „Dass das nicht geklappt hat, das hatte ja andere Gründe“, spielt Eichinger auf das Zerwürfnis mit Ismaik und die unwürdigen Machtkämpfe in der Chefetage des TSV 1860 an.

Der SPD-Mann Eichinger hat den CSU-Politiker, der Schneider auch war, in der gemeinsamen Zeit im Kreistag kennen- und schätzengelernt. „Er war für mich ein Vorbild, von der Korrektheit, seiner Einstellung und Gewissenhaftigkeit her. Was er geschaffen hat, war ja überwältigend. Dieter Schneider war dabei sympathisch, angenehm, überhaupt nicht abgehoben und immer zugänglich für jedermann“, erinnert sich Echinger.

Erfolgreicher Sanierer

Den ersten beruflichen Eckpfeiler setzte Schneider in der Firma Britax-Kolb in Erdweg, dem Vorgänger der heutigen Firma Autoliv in Dachau, in die er 1972 eintrat. Zehn Jahre später wurde er Geschäftsführer, als die Firma fast vor dem Konkurs stand. Die 200 Mitarbeiter mussten bei einem Jahresumsatz von umgerechnet 17 Millionen Euro und zwei Millionen Euro Verlust um ihre Arbeitsplätze bangen. Dieter Schneider sanierte erfolgreich, und als er 1990 ausschied, hatte die gesundete Firma 650 Mitarbeiter mit einem Jahresumsatz von 60 Millionen Euro.  

1991 erwarb Schneider die Firma Liedtke Kunststofftechnik in Markt Indersdorf – die ebenfalls ein Sanierungsfall war. Auch dort gelang dem Unternehmer die Rettung, in dem er die Firma auf die Herstellung von Kunststoffteilen im Tiefziehverfahren spezialisierte.

Schneider war Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande für seine Verdienste um die bayerische Wirtschaft, denn neben seinem großen beruflichen Engagement fand er auch Zeit für die verschiedensten Ehrenämter. Von 1984 bis 1997 stand er dem Industrieverein Dachau vor, von 1985 bis 1995 war er Gründungsvorsitzender des Arbeitskreises Schule und Wirtschaft, von 1987 bis 1996 im Industrie- und Handelsgremium Dachau-Fürstenfeldbruck, vier Jahre ehrenamtlicher Finanzrichter beim 14. Senat und Präsident des Lions-Club Dachau.

Schneider war auch politisch aktiv

Klar, dass er auch politisch engagiert war. Ortsvorsitzender der CSU war er in Karlsfeld und in Röhrmoos, sechs Jahre lang Kreisrat. Der Röhrmooser CSU-Ortsvorsitzende Burkhard Haneke berichtet vom 70. Geburtstag Schneiders: „Als wir mit einer kleinen Delegation Dieter am 20. Mai, dem Tag seines 70. Geburtstags gratulierten (...), hatte ich doch etwas Hoffnung, dass es mit ihm wieder aufwärts geht. (...) Die CSU Röhrmoos trauert um Dieter Schneider, der viele Jahre eine Säule unseres Ortsverbands war. Die Urkunde für seine 35-jährige Mitgliedschaft, die ich ihm am nächsten Sonntag persönlich überbringen wollte, war schon fertig.“ Auch der Ortsverband hat Schneider einiges zu verdanken. Haneke: „Ich bin ihm besonders dankbar, dass er in einer schwierigen Situation, nach dem plötzlichen Tod von Ottmar Rager 2003, die Führung der CSU Röhrmoos übernahm. Wir haben an ihm seine große Zuverlässigkeit, seinen Ideenreichtum und seinen unermüdlichen Einsatz geschätzt.“

Seit 1982 war Dieter Schneider mit seiner Frau Gipsy verheiratet, glücklicher Vater von drei Töchtern und einem Sohn. Sein Fußballerherz schlug auch für die SpVgg Hebertshausen. Von der Jugend bis zu den Alten Herren rannte er dort dem runden Leder hinterher. Als pfeilschneller, dribbelstarker und temperamentvoller Außenstürmer machte er seinen gegnerischen Abwehrspielern das Leben schwer. Seit 1965 war er Mitglied bei der SpVgg und hatte immer ein Herz für seinen Verein.

Nach dem langen Klinik- und Reha-Aufenthalt war Dieter Schneider in sein Haus in Röhrmoos zurückgekehrt, umgeben von seiner Frau Gipsy, die ihm in der schweren Zeit immer zu Seite stand, und seiner großen Familie. Erst im Februar freute er sich über die Geburt eines Enkels. „Das mit dem Gewicht kriegen wir auch noch hin. Wir päppeln ihn schon wieder auf“, war seine Gattin im Mai noch voller Hoffnung gewesen. Es sollte nicht mehr sein.

Versöhnliche Worte kamen am Wochenende auch vom TSV 1860 München, der ihm am Ende sogar die VIP-Plätze auf der Tribüne der Allianz-Arena nicht mehr hatte geben wollen. Von dem Club, dessen Fan er von kleinauf war und den er nicht nur als Präsident sondern auch als großzügiger Gönner unterstützt hatte – in einem Interview mit dem Münchner Merkur vor wenigen Monaten sprach Schneider von rund 200 000 Euro im Jahr. „Die Löwen-Familie ist bestürzt über diese traurige Nachricht“, schrieb der Klub auf seiner Homepage. „Unser ehemaliger Präsident (...) Dieter Schneider ist am Wochenende verstorben. Der Unternehmer aus Dachau, der die Löwen von Kindesbeinen an als Fan und später als großzügiger und langjähriger Partner unterstützte, bekleidete das Amt von Februar 2011 bis März 2013. Ehefrau Gipsy und seinen vier Kindern gilt unser tiefes Mitgefühl, wir wünschen ihnen ganz viel Kraft.“

tor

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