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Zwischen der Flurstraße und den Sportstätten der SpVgg-Röhrmoos-Großinzemoos bietet sich auf drei Hektar ein idealer Platz fürs Gymnasium.

Kreisausschuss berät über einen Antrag der ÖDP-Fraktion

Wieviel Holz verträgt das neue Gymnasium?

  • Thomas Zimmerly
    vonThomas Zimmerly
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Wo Holz Sinn macht, soll es beim neuen Gymnasium in Röhrmoos verbaut werden.

Landkreis – Soll das in Röhrmoos geplante fünfte Landkreis-Gymnasium in Holzbauweise erstellt werden? Über diese Frage ist im Schul- und Kreisausschuss eine interessante Diskussion geführt worden. Die ÖDP-Fraktion hatte den Antrag gestellt, die Oberschule, die für gut 800 Schüler und 80 Beschäftigte ausgelegt ist, aus regionalem Holz zu erstellen, sowie im Plusenergiestandard, also mit einem Energieversorgungskonzept, das jährlich eine positive Energiebilanz ausweist.

In der Sitzung kämpfte das einzige Kreisausschussmitglied der ÖDP und Chef der Dachauer Waldbauernvereinigung, Leonhard Mösl, für die Sache. Mösl verwies etwa auf die CO2-speichernde Wirkung von Holz sowie das gute Raumklima, das es schaffe. Im ÖDP-Antrag heißt es, dass Holz seine Vorteile „sowohl in der Müllvermeidung während der Bauphase als auch bei den Baukosten und den geringen Bauzeiten“ zeige.

Plausible Gründe also, die für eine Holzbauweise sprechen. Die Kollegen anderer Parteien – aber vor allem Kreisbaumeister Georg Meier – konnten sich im Zusammenhang mit dem ÖDP-Begehr mit dem Wörtchen „ausschließlich“ nicht recht anfreunden. Und sie hatten plausible Gründe parat, die ihre Zweifel schürten.

Meier etwa empfahl, auf keinen Fall ausschließlich Holz als Baustoff zu nehmen. Dann könnten die positiven Eigenschaften anderer Materialien wie Stahl oder Beton nicht genutzt werden. Und dann wären noch die Mehrkosten, die ein Holzbau verursache. Der Kreisbaumeister sprach von zirka 35 Prozent – „über den Daumen gepeilt“.

Holzbauweise kann nicht vorgeschrieben werden

Hilgertshausen-Tanderns Bürgermeister Markus Hertlein, der für die CSU im Kreistag sitzt, hatte den Schall- und den Brandschutz im Auge, die „ganz wichtige Aspekte“ seien, sollte das Gymnasium zur Gänze aus Holz bestehen. Und auch mit der Regionalität sei das so eine Sache, so Hertlein, denn es bestehe nach einer Ausschreibung die Gefahr, „dass das Holz nicht aus Aichach sondern von einem Großkonzern kommt“. Denn einem Global Player „vorzuschreiben, woher sein Holz kommt, ist schwierig“. In der Sitzungsvorlage heißt es dazu: „Die direkte Vorgabe rein regionaler Produkte ist zum einen aufgrund der fehlenden Konkretisierung des Begriffs ,regional’, zum anderen vergaberechtlich aufgrund der Wettbewerbseinschränkung und Bevorzugung einzelner Bieter nicht möglich.“

Der Sulzemooser Bürgermeister Johannes Kneidl wies auf die neue Grundschule in Odelzhausen hin. Diese sei ausschließlich in Holzbauweise erstellt worden. „Außen ist sie verputzt, innen aber gibt es einen Aha-Effekt.“ Dennoch, so Kneidl, komme so ein Bau bei der Instandhaltung teurer als bei konventioneller Bauweise.

Kreisbaumeister Meier brachte es schließlich auf den Punkt: „Wo Holz Sinn macht, gern.“ Nur könne man heute noch keine Festlegungen treffen, „das würde uns bei der Ausschreibung einschränken“. Am Ende billigten Schul- und Kreisausschuss jeweils einstimmig die Beschlussvorlage, die besagt, dass „bei der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen eine nachhaltige und ressourcenschonende Ausführung sowie die Definition des Energiestandards zu prüfen und zu berücksichtigen“ ist.

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