Expressbus von Dasing nach Pasing

Er rollt nicht und rollt nicht und rollt nicht

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Landkreis - Eigentlich sollte der Expressbus schon seit Dezember zwischen Pasing und Dachau fahren und dabei in den Gemeinden Odelzhausen, Sulzemoos und Bergkirchen Halt machen. Doch der Schnellbus fährt noch nicht. Es ist sogar fraglich, ob er jemals durch die Lande rollt.

Die Pläne waren ambitioniert: Ein Schnellbus, der zwischen Pasing und Dasing pendelt und den Münchner Verkehrsverbund (MVV) mit dem Augsburger Verkehrsverbund (AVV) verbindet. „Es wäre eine schienenähnliche Busverbindung auf der Autobahn“, erklärt Albert Herbst vom Landratsamt Dachau. Eine S-Bahnverbindung auf der Straße sozusagen. 

Der Bus sollte in Odelzhausen, Wiedenzhausen, Sulzemoos und Bergkirchen-Gada halten und in etwa jede halbe Stunde fahren. Auch am Wochenende und abends waren regelmäßige Fahrten vorgesehen. Der westliche Landkreis hätte damit eine gute Anbindung an München und Augsburg. 

Doch jetzt scheitert das Projekt möglicherweise am Geld. „Im Moment liegt es auf Eis“, sagt Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath (CSU), der sich für die Verbindung stark gemacht hatte. Der Grund laut Seidenath: „Der Landkreis Aichach-Friedberg kooperiert nicht ausreichend.“ Die Kosten für den Expressbus müssten sich die beteiligten Landkreise Dachau und Aichach-Friedberg teilen, dazu gibt es einen Zuschuss vom bayerischen Innenministerium. Zunächst wäre eine dreijährige Testphase geplant. Im ersten Jahr würde der Staat 300 000 Euro bezahlen, im zweiten Jahr 250 000 Euro und im dritten Jahr 200 000 Euro. Doch das reicht bei weitem nicht, um die Kosten zu decken. Ersten groben Schätzungen nach müsste der Landkreis Dachau pro Jahr einen mittleren sechsstelligen Betrag bezahlen. Für den Landkreis Aichach-Friedberg würde ein niedriger sechsstelliger Betrag anfallen. „Jeder muss für seinen Bereich das Betriebskostendefizit übernehmen“, sagt Herbst vom Landratsamt. Doch der Landkreis Aichach-Friedberg zögert, so viel Geld zu investieren. 

Billiger könnte es werden, wenn sich auch die Landeshauptstadt München an den Kosten beteiligen würde – schließlich hält der Bus in Pasing. „Münchens OB Dieter Reiter hat Interesse signalisiert“, sagt Seidenath. Es soll weitere Gespräche geben. Ob Münchens Stadträte dem zustimmen, ist wohl entscheidend für das Gelingen des Projekts: „Ohne München sehe ich nicht, dass wir es hinbekommen. Aber auch wenn München zustimmt, ist die Sache finanziell noch nicht über dem Berg“, sagt Herbst. 

Selbst wenn der Staat ebenfalls noch mehr Geld zuschießen würde: Ohne eine Einigung mit dem Landkreis Aichach-Friedberg ist der Schnellbus nicht realisierbar. „Ich bleibe optimistisch“, sagt Seidenath. Herbst ist da skeptischer. „Subjektiv schätze ich die Chancen fünfzig-fünfzig ein.“ 

Eines aber ist sicher: Auch wenn der Experssbus kommt, müssen sich die Fahrgäste noch gedulden. „Vor dem Fahrplan 2018 sehe ich keine Realisierungschancen“, sagt Albert Herbst.

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