Christian Stangl kra

Rückzug aus Protest

Dachau - Der Fraktionsvorsitzende der Dachauer CSU, Christian Stangl, gibt sein Amt auf.

Die CSU-Fraktion hat sich das erste Mal nach den Wahlen wiedergetroffen. Und schon einen neuen Vorsitzenden gewählt, Dominik Härtl. Denn: Christian Stangl wollte nicht mehr als Fraktionsvorsitzender kandidieren. Was aber nichts mit dem Ausgang der OB-Stichwahl zu tun habe, erklärte Stangl gestern, „mein Entschluss war schon vorher festgestanden“. Wegen „politischer Gründe parteiinterner Art“. Es habe mit „Personalentscheidungen“ zu tun, und „wie man mit Repräsentanten in unserer Partei umgeht, wie man mit ihnen Gespräche führt“. Und zwar seit Oktober 2012. Ab da habe er „schwer nachgedacht“, erzählt Stangl.

In jenem Oktober wurde der CSU-Landratskandidat Stefan Löwl der Öffentlichkeit präsentiert. Und zwar von dem Kreisvorsitzenden Bernhard Seidenath höchstpersönlich - und so ziemlich im Alleingang. War es also die Art und Weise Seidenaths, wie er sich in dieser Frage gegenüber seinen Politiker-Kollegen verhalten hat, die Stangl zum Nachdenken veranlasst hat? „Ja, das war’s.“

Bernhard Seidenath wird von dieser Nachricht „überrascht“: „Ich kann das nicht bewerten, da muss Christian Stangl deutlicher werden.“ Dass nun Personalentscheidungen in der Dachauer CSU-Fraktion gefällt werden, sieht Seidenath wohl „eher dadurch motiviert“, dass die Ergebnisse der OB-Stichwahl nicht wie gewünscht ausfielen.

Die Dachauer CSU ist tatsächlich nicht glücklich mit dem Ausgang der OB-Stichwahl. „Das überschattet alles“, gibt Stangl zu. „Wir sind perplex, niedergeschlagen, wahnsinnig enttäuscht.“ Dabei sieht Stangl zwar nicht „die CSU im Ganzen“ als Verlierer der Wahl. „Aber: Es ist auch manches falsch gelaufen - wir haben auch im Wahlkampf Fehler gemacht.“

Doch gestört haben ihn schon vor dem Wahlkampf andere Dinge: Etwa „wie die Prozesse und Beratungen im eigenen Ortsverband und der eigenen Fraktion gelaufen sind“, waren mit ein Grund für Stangls Entscheidung. „Ich hab mir das nie anmerken lassen, doch ich hatte mit vielen Dingen erhebliche Probleme“, erklärt der Dachauer. Trotzdem habe er seine Arbeit durchgezogen, sagt Stangl, und auch Lorbeeren dafür eingeheimst - schließlich hat er bei der Wahl von allen Stadträten die meisten Stimmen bekommen: „Da kann ich schon persönlich stolz darauf sein.“

Seine Stadtratsarbeit wird Stangl deshalb weiterführen. Seine Kollegen waren ob Stangls Entscheidung „eher schockiert“, aber „sie haben es verstanden“. Es habe schließlich auch berufliche und persönliche Gründe gegeben, schließlich ist das Amt des Fraktionsvorsitzenden „ein Job, der es in sich hat“.

Den wird jetzt Dominik Härtl übernehmen, der ehemalige Kulturreferent. „Natürlich freue ich mich“, sagte der gestern zu seiner Wahl. Seine Stellvertreter wurden Günter Dietz, Wolfgang Moll, Wolfgang Reichelt und Florian Schiller. „Wir werden inhaltlich klare Kante zeigen“, kündigt Härtl an. Die CSU will die Arbeit des neuen OBs „kritisch, aber zugleich konstruktiv begleiten“. Aber: „ Eine Blockadepolitik wird es mit uns nicht geben.“

Nina Praun

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