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Runder Tisch Münchner Straße: Diskussionen schon vor dem Start

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Dachau - Die Münchner Straße kommt auf den Tisch. Und zwar auf den Runden Tisch. Doch noch ehe dieser eingerichtet ist, gibt es Diskussion unter den Stadträten. Es läuft jetzt schon nicht rund mit dem Runden Tisch.

Ein erstes Konzept mit einem straffen Zeitplan hat die Stadtverwaltung jetzt dem Bauausschuss des Stadrats vorgelegt. Demnach hätte im November der Bauausschuss über die Planungsempfehlungen des Runden Tisches beraten können. Hätte. Denn dieser Zeitplan ist schon aus den Fugen, bevor er überhaupt eine Chance hatte, zu werden: weil zunächst weitere Angebote für professionelle Moderationen eingeholt werden.

Die Attraktivität der inneren Münchner Straße stärken, die Zukunft der Geschäftsstraße zu sichern: Auf dieses Ziel soll der Runde Tisch hinarbeiten. An diesem Tisch werden Teilnehmer aus der Bürgerschaft, aus Verbänden und Behörden sitzen. Soweit der Beschluss, den der Bauausschuss im Dezember fasste. Damals hatten die Fraktionen beschlossen, diesen Prozess professionell moderieren zu lassen (wir berichteten).

Jetzt legte die Stadtverwaltung ein Konzept vor, das in Zusammenarbeit mit Prof. Gebhard Wulfhorst erstellt wurde. Wulfhorst bietet als Inhaber einer Agentur für Stadt- und Verkehrsplanung die Vorbereitung, Prozessbegleitung und die Moderation des Runden Tisches für einen Preis von knapp 30 000 Euro an. Grundlage ist ein Tagessatz von 800 Euro, veranschlagt sind 30 Tage. Im Preis inbegriffen ist die Behandlung von drei Varianten. Die Stadtverwaltung schätzt dieses Angebot als angemessen ein - hinsichtlich des Umfangs für Vorbereitung, Abstimmung und Dokumentation des Prozesses. Das Ingenieurbüro Gevas verlangt für Fachberatung und Verkehrszählung 40 000 Euro. Plus Material und Verpflegung (5000 Euro) plus Moderation von Prof. Wulfhorst: macht 75 000 Euro.

Den Mitgliedern des Bauausschusses genügte jedoch das eine Angebot für die Moderation nicht. „Ich hatte ausdrücklich darum gebeten, dass von mindestens drei Moderatoren Angebote eingeholt werden“, sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Christian Stangl. Die Begründung: der Vergleich von Methodik und Kosten. Der Erfolg von diesem Runden Tisch hängt laut Stangl mit einer ordentlichen Moderation zusammen. „Und ob ein Lehrstuhl-Inhaber ein guter Moderator für einen Dialog ist, damit haben wir unterschiedliche Erfahrungen gemacht.“ Deshalb möchte Stangl eine Auswahl für unterschiedliche Methodik haben.

Helmut Esch (Grüne) stellte das - bereits beschlossene - Verfahren grundsätzlich in Frage: „Meine Fraktion ist nicht der Meinung, dass ein neues Gremium geschaffen werden muss.“ Stattdessen schlug er vor, dass sich aus jeder Fraktion ein Vertreter, die Polizei, die Stadtverwaltung und Geschäftsleute an einen Tisch setzen und die Planungen auf den Weg bringen. „Der Vorteil: Wir sparen uns eine Menge Geld, es dauert nicht so lange - und es wären Leute am Tisch, die später auch darüber abstimmen.“

Prof. Günther Heinritz (SPD) widersprach: „Wir hätten jahrzehntelang Zeit gehabt, uns fraktionsweise damit zu beschäftigen.“ Esch stellte den Antrag, ob eine externe Moderation überhaupt notwendig sei.

Von dieser Frage war Andreas Meyer, Abteilung Tiefbau, nicht begeistert: Bis ein Fachmoderator ein Angebot vorlegen kann, seien viele Gespräche notwendig. „Der Moderator will wissen, welches Ziel die Stadt verfolgt, wer mit am Tisch sitzt“, erklärte Meyer. Und mit vorwurfsvollem Unterton an die Stadträte gerichtet: „Und Sie schicken uns auf die Reise - das sind gleich mal 80 Stunden, die wir da verbraten.“ Bauamtsleiter Michael Simon stellte fest: „Bevor wir neue Angebote einholen, müssen wir die Grundlagen festhalten.“

Gesagt, getan: Der Antrag von Esch wurde abgelehnt. Der Bauausschuss sprach sich dafür aus, dass weitere Angebote von Fachmoderatoren eingeholt werden.

Die Teilnehmer am Runden Tisch: Vertreter der Eigentümer, der Anlieger, der Jugend, der Kunden, der Geschäftsleute, des Seniorenbeirats, des ADFC und des ADAC, des öffentlichen Personennahverkehrs sowie der Behindertenbeauftragte. Außerdem nehmen Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie die Polizei beratend teil. (no)

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