Saint-Patricks-Night in Petershausen: Grüne Insel, schwarzes Bier

Petershausen - Alle zwei Jahre wird Petershausen ein bisschen irisch: wenn John Barden seine mal melancholischen, mal mitreißenden Lieder aus seiner Heimat vorträgt. Und zur grünen Insel gehört natürlich auch das schwarze Bier.

Topstimmung von 20 Uhr bis kurz vor Mitternacht herrschte bei der Saint-Patricks Night mit John Barden und seinem Sohn John Patrick aus Petershausen sowie Geiger Keith Smith aus London in der Petershausener Mehrzweckhalle. Und das Guinness - das traditionelle schwarze Bier der Iren - reichte fast bis zum Schluss. Der Gemischte Chor Petershausen hatte das Konzert organisiert.

450 zahlende Besucher kamen, um den Irish-Folk-Künstler und seinen Clan am Saint-Patricks Day und damit am irischen Nationalfeiertag zu hören. Dadurch war die höchstzulässige Grenze von 499 Personen für die Mehrzweckhalle praktisch schon erreicht. Denn hinzu kamen noch rund 40 Mitglieder des Gemischten Chores und deren Angehörige.

Vor zwei Jahren hatte der Chor erstmals den Sprung ins kalte Wasser gewagt und war von der viel zu kleinen Schulaula in die Mehrzweckhalle umgezogen. Damals kamen 350 Besucher bis aus dem Saarland. Die große Halle hatte allerdings auch einen großen Nachteil: Die Akustik ist leider deutlich schlechter.

„Wir haben uns große Mühe mit dem Soundcheck gegeben und versucht, alles so gut wie möglich anzupassen, auch wenn das hier nicht so einfach ist“, erklärte John Barden. Er zeigte sich aber auch begeistert von den Zuhörern: „Das ist hier ein ganz tolle Publikum.“

Kunststück, John Barden ist nun ein mal ein großer Publikumsrenner, der es versteht, mit seiner guten Mischung aus ernsten Liedern über die schwierigen Lebensverhältnisse auf der grünen Insel mit Pub-Knallern wie „Whiskey in the Jar“ zu mischen. Zahlreiche Zugaben forderte das begeisterte Publikum ein, die Künstler ließen sich nicht lange bitten.

Jemand aus dem Publikum haben sich beklagte, dass die Saint-Patricks Night nur alle zwei Jahre stattfindet wie Karl Kühbandner vom Gemischten Chor berichtete. Doch John Barden fürchte, dass sich das bei jährlicher Wiederholung auch schnell wieder totlaufen könne.

John Barden stammt aus dem County Longford in Mittelirland. Er lebt seit gut 32 Jahren in Deutschland. Barden heiratete eine Münchnerin und wohnt seit rund 15 Jahren in Petershausen, zuvor war er in Vierkirchen daheim gewesen. Sein Sohn John Patrick wird im Mai 32 und spielt bei der seit 1998 veranstalteten Saint Patricks Night im Konzert mit dem Vater seit dem Alter von 18 im so genannten Barden-Clan mit.

Seit knapp 22 Jahren arbeiten Barden und „Teufelsgeiger“ Keith Smith aus London zusammen. Smith versteht es virtuos, die für irische Musik so typischen Geigenklänge in den Raum zu zaubern. Teilweise spielt er aber auch den schottischen Dudelsack.

Der Gemischte Chor begeistert sonst bei eigenen Konzerten, aber bei der Saint- Patricks Night hielt er sich mehr im Hintergrund. Lediglich nach der Pause sang der Chor ein paar Lieder mit.

Hochzufrieden zeigten sich Karl Kühbandner und Walter Thomas, der erste Vorsitzende des Gemischten Chores. Die Erwartungen seien deutlich übertroffen worden, so Kühbandner. Thomas hofft, bei der Musikgala aus Anlass des 90-jährigen Bestehens der Blaskapelle Petershausen und des 20-jährigen Bestehens des Gemischten Chors am 17. Oktober so füllen zu können, wie es Zugpferd John Barden schaffte. (mm)

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