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Eine Aufgabe fürs Leben: Martin Lang (links) und Maxi Strixner sind jetzt ausgebildete Kanoniere.

Frisch restauriert

Salutkanone erweckt aus dem Dornröschenschlaf

Die Kanone des Einsbacher Veteranenvereins ist wieder bestens in Schuss. Sie freut sich, weil sie wieder ihrer Bestimmung nachgehen kann. Und weil sie nicht ganz vergessen worden ist nach ihrem langen, langen Dornröschenschlaf.

Das letzte Mal wurde vor rund 50 Jahren mit der Böllerschusskanone des Veteranenvereins zum Gedenken an die Gefallenen der Kriege in Einsbach geschossen. Nun erfuhr das historische, frisch restaurierte Geschütz eine Wiederbelebung. „Ich wusste gar nichts von einer Kanone in Einsbach“, sagt Siegfried Ketterl. Das änderte sich im Frühjahr, als der Vorsitzende des Veteranenvereins von Peter Niedermair vom Krieger- und Soldatenverein Wiedenzhausen angesprochen wurde. Denn die Kanone in Wiedenzhausen war reparaturbedürftig. „Dann würde es gleich in einem Aufwasch gehen“, meinte Niedermair und erzählte Ketterl von der Einsbacher Kanone, die einst beim hiesigen Schmied eingelagert war. Nun nahm das Geschehen seinen Lauf. Die Gemeinde übernahm die Kosten der Instandsetzung. Allerdings war Bedingung, dass der Veteranenverein auch ausgebildete Kanoniere vorweisen kann. Man entschied sich dann gleich für ganz junge Männer, denen damit eine lebenslange Aufgabe zuteil geworden sein dürfte. Martin Lang, 24, und Maxi Strixner, 22, wurden einen Tag zur Ausbildung nach Kühbach geschickt. Rechtsfragen, Lagerung des Böllerpulvers, Transport – all dies und noch viel mehr beinhaltete dieser Kurs. Derweil kümmerten sich Otto Strasser, zuständig für die Arbeit eines Wagners, um die Räder der Kanone, und Alfons Wagner, seines Zeichens Kirchenmaler, für das blitzsaubere Aussehen des Gefährts. Ketterl ist den beiden sehr dankbar, natürlich auch Gemeindechef Gerhard Hainzinger, der neben der Rechnung für das Reparieren der Kanone von 1350 Euro auch noch die Ausbildungskosten der Kanoniere übernahm. Die Veteranen aus Sulzemoos holten schließlich die Kanonen wieder ab – es waren drei. Denn auch sie hatten sich entschlossen, die ihre auf Vordermann bringen zu lassen. Mittlerweile sind die drei Prachtstücke vom Beschussamt freigegeben. Am Volkstrauertag konnte offiziell zum ersten Mal wieder nach langer langer Zeit ein Dreifachsalut geschossen werden. Doch nicht nur zu ernsten Anlässen und zur Mahnung zum Frieden soll die Böllerschusskanone benützt werden: Sigi Ketterl will sie am Heilig Abend zum Christkindlanschießen und zum Neujahranschießen abfeuern lassen.

Marlene Wagner

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