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Ein Abenteuer haben Samuel, Jessica und Gabriel Bauer erlebt.

Kind kommt vor dem Krankenhaus zur Welt

Der eilige Samuel

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Dachau - Der kleine Samuel wollte schnell auf die Welt. Sehr schnell. So schnell, dass es seine Mama Jessica Bauer nicht mehr ins Krankenhaus schaffte: Der Bub kam auf dem Taxiparkplatz vor der Dachauer Helios Klinik auf die Welt. Mit Hilfe von Papa Gabriel – und einem Weihnachtsengel.

Der 25. Dezember, erster Weihnachtsfeiertag, war der errechnete Geburtstermin für das zweite Kind von Jessica und Gabriel Bauer aus Maisach (Kreis Fürstenfeldbruck). Am Nachmittag hatte die 32-Jährige einen Kontrolltermin in Dachau. Da war noch alles ruhig, keine Anzeichen einer baldigen Geburt. Deshalb fuhren die Bauers zurück nach Hause zu ihrem ersten Sohn Elias (23 Monate) und zur Oma.

„Etwas später bekam ich starke Rückenschmerzen und legte mich auf Rat der Hebamme in die Badewanne“, erzählt Jessica Bauer. Dort platzte die Fruchtblase. Das war gegen 21.15 Uhr. Sofort machte sich das Ehepaar auf den Weg nach Dachau.

„Ich hatte schon im Auto so starke Wehen, wie ich sie von meinem ersten Sohn überhaupt nicht kannte. Das war so ungewohnt und heftig, ich dachte ich werde ohnmächtig.“ Immer wieder bat sie ihren Mann, schneller zu fahren. Gabriel Bauer gab sein Bestes, hatte aber vor allem Angst um seine Frau. „Ich hab mich nur gefragt, was soll ich bloß tun, wenn ihr etwas passiert?“

Nach etwa einer Viertelstunde Fahrzeit kamen die Bauers am Krankenhaus an. Der 35-Jährige parkte seinen Dacia auf dem Taxiparkplatz und rannte sofort in die Klinik, um einen Rollstuhl zu holen. Zurück am Auto wollte er seine Frau in den Rollstuhl setzen - doch da war das Baby bereits im Anmarsch. „Ich habe noch um Hilfe gerufen“, erinnert sich Gabriel Bauer.

Daraufhin eilte ein Passant herbei, der sofort am Empfang Bescheid gab und mit einem zweiten Rollstuhl zurückkam. Währenddessen gebar Jessica Bauer ihren zweiten Sohn. „Das Köpfchen war schon da. Dann kamen die Arme. Ich habe ihn rausgezogen und gesehen, dass die Nabelschnur um seinen Körper gewickelt war“, erinnert sich der nun zweifache Vater.

Vorsichtig wand er den kleinen Körper heraus. Glücklicherweise schrie Samuel sofort - ein erstes wichtiges Zeichen, dass es ihm gut geht. Schnell setzten Gabriel Bauer und der fremde Helfer Jessica in den Rollstuhl, legten das Baby in deren Arme, deckten beide mit der Jacke des Vaters zu und brachten Mutter und Kind in den Kreißsaal.

Als Geburtszeit wurde 21.38 Uhr notiert. Der Passant verabschiedete sich mit den Worten „Fröhliche Weihnachten“ von der Familie und ging.

„Wir wissen nicht, wer das war. Aber er kam uns vor wie ein Weihnachtsengel“, so Gabriel Bauer.

Seine Frau und sein zweiter Sohn sind wohlauf und wieder zu Hause. „Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde“, sagt der Vater. „Und ich bin auch stolz, dass ich das alles so gut gemacht habe. Aber wünschen tut man sich so was nicht. Wirklich nicht.“ Auch seine Frau muss die Geschichte erst einmal verarbeiten. „Während der Geburt hatte ich keine Zeit nachzudenken. Aber jetzt, im Nachhinein, finde ich es schon irgendwie schockierend. Gott sei Dank ist alles gut gegangen!“

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