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Die Ausstellung in den Baracken des ehemaligen KZ soll überarbeitet werden.

Parkplatz, Film, Ausstellung

Sanierungsplan für KZ-Gedenkstätte

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Dachau - Die KZ-Gedenkstätte Dachau soll in den nächsten Jahren erneuert und saniert werden. Begonnen wird mit dem Parkplatz – am Ende wird es aber auch eine neue Dauerausstellung geben.

Ist die KZ-Gedenkstätte verlottert? Der Dachauer SPD-Landtagsabgeordnete Martin Güll hatte diesen Eindruck verbreitet, als er im April mit der „Bild“-Zeitung durch das Gelände marschierte und vermeintliche Missstände skandalisierte – etwa zerfledderte Seiten in Ausstellungskatalogen. Gegen das Vorgehen des Abgeordneten erhoben sowohl der KZ-Überlebende Max Mannheimer als auch ein der Gedenkstätte eng verbundener Experte, der Historiker Wolfgang Benz, energisch Einspruch.

Der Parkplatz ist eine Stolperfalle. In diesem Jahr könnte mit der Sanierung begonnen werden.

Doch dass es Sanierungsbedarf an der Anlage gibt, bestreitet niemand. Bei einer Sitzung im Landtag skizzierte die Gedenkstätten-Leiterin Gabriele Hammermann gestern die Baustellen, die nun Stück für Stück in Angriff genommen werden sollen. Als erstes wird der große Parkplatz an der Südseite des Geländes saniert. Der Platz ist heute an manchen Stellen eine Stolperfalle, der Asphalt ist bucklig und löchrig, mancherorts wuchert Unkraut. Die Sanierung kostet 4,5 Millionen Euro, wie Gedenkstätten-Leiterin Gabriele Hammermann gegenüber unser Zeitung am Rande der Landtagssitzung sagte. Darin inbegriffen ist der Neubau von sanitären Anlagen und der Anschluss an die Kanalisation. Auch wird es eine Abbiegespur zum Parkplatz geben. Die Kapazität des Parkplatzes soll verdoppelt werden, auch Mitarbeiter der Gedenkstätte werden dann dort – und nicht mehr auf dem ehemaligen KZ-Gelände selbst – parken müssen. Die Kosten der Sanierung trägt der Freistaat. Hammermann hofft, dass das Geld in den nächsten Monaten frei gegeben wird. Dann könne in diesem Jahr Baustart sein.

Parallel zur Parkplatz-Sanierung ist eine neue Ausstellung in den KZ-Baracken in Vorbereitung. Die Baracken selbst sind eine Nachbildung aus den 1960er Jahren, als die Gedenkstätte eröffnet wurde. Innen sind beispielsweise Stockbetten der Häftlinge zu sehen, insgesamt ist die Schau antiquiert. Das neue Konzept sei „auf einem sehr guten Weg“, sagte Hammermann. Geplant ist ferner ein neuer Film über das KZ – der bisherige ist pädagogisch veraltet. Auch der Kinoraum soll vergrößert werden.

Noch in ferner Zukunft liegt der Plan, den so genannte Kräutergarten („Plantage“) auf der Ostseite der Alten Römerstraße als Gedenkort auszuweisen. Dort mussten KZ-Häftlinge Kräuter anbauen, viele wurden „auf der Flucht“ erschossen. Das Gebäude auf dem ehemaligen, etwas verwahrlosten Gelände gehört der Stadt Dachau. Ab dem Jahr 2020 soll es schließlich eine neue Dauerausstellung in der Gedenkstätte geben. Die alte Ausstellung stammt aus dem Jahr 2003, um sie zu besuchen, braucht man nach einer Empfehlung der Gedenkstätte mindestens eine gute Stunde Zeit. „Wissenschaftlichkeit kann ihr jedoch nicht abgesprochen werden“, betonte Hammermann. Eine neue Ausstellung werde jedoch „komprimierter“ sein und mit kürzeren Texten ausgestattet werden.

Im Bildungsausschuss des Landtags wurde deutlich, dass Hammermann über Gülls Aktion immer noch empört ist, auch wenn sie sich einen öffentlichen Kommentar dazu verkniff. Mehrere CSU-Abgeordnete griffen den SPD-Politiker dafür direkt an – etwa Peter Tomaschko, der Güll auf „diese Aktion“ ansprach und empfahl, „solche Orte dafür nicht mehr zu nutzen“. Norbert Dünkel (CSU) appellierte an Güll, „seine eigene Aufgeregtheit zu überprüfen“. Güll selbst wollte das Thema möglichst schnell beenden und vermied es, seine Aktion zu kommentieren.

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