Sollten Risse in der Straßendecke wie hier beim Sportplatz zu Schlaglöchern werden, können Bürger in Petershausen Schäden künftig auf der Gemeinde-Internetseite melden.  ps
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Sollten Risse in der Straßendecke wie hier beim Sportplatz zu Schlaglöchern werden, können Bürger in Petershausen Schäden künftig auf der Gemeinde-Internetseite melden.

Petershausen will künftig App auf Gemeinde-Internetseite integrieren

Schäden auf einen Klick melden

  • Petra Schafflik
    vonPetra Schafflik
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Schlagloch, defekte Straßenlaterne, Müll auf dem Spielplatz: Solche Ärgernisse sollen die Petershausener demnächst bequem online direkt ins Rathaus melden können.

Petershausen - Keine neue Idee. Die Einführung einer Schadenmelde-App fürs Handy, wie sie etwa Hebertshausen oder die Stadt Dachau ihren Bürgern schon anbieten, hatte der Petershausener Gemeinderat im Frühjahr 2019 bereits beschlossen.

Schlagloch, defekte Straßenlaterne, Müll auf dem Spielplatz: Solche Ärgernisse sollen die Petershausener demnächst bequem online direkt ins Rathaus melden können. Keine neue Idee. Die Einführung einer Schadenmelde-App fürs Handy, wie sie etwa Hebertshausen oder die Stadt Dachau ihren Bürgern schon anbieten, hatte der Petershausener Gemeinderat im Frühjahr 2019 bereits beschlossen.

Doch umgesetzt wurde das damals von der CSU angeregte Vorhaben bisher nicht. Denn die Verwaltung brachte in Erfahrung, dass die ausgewählte Anwendung vom Hersteller „nicht gepflegt worden ist und von den Nutzern enorm schlecht bewertet wurde“. Das hat Verwaltungsleiter Michael Dinauer den Gemeinderäten schon im Mai auf Nachfrage erläutert. Auch andere Apps haben den Nachteil, dass Kosten nicht nur bei der Einrichtung entstehen, sondern auch für die laufende Pflege.

Der Verwaltungschef schlug deshalb vor, das Meldesystem als sogenannte Web-App in den Internetauftritt der Gemeinde zu integrieren. „Die Bürger müssen dann nicht extra etwas auf ihrem Handy installieren“, erläuterte Bürgermeister Marcel Fath den Vorteil. Vielmehr gebe es einen „Melde-Button“ auf der Webseite der Gemeinde. Dort können Bürger klicken, ein Foto des Schadens hochladen, den Standort angeben und auswählen, um welche Art von Problem es sich handelt. Damit geht die Meldung sofort an die im Rathaus zuständige Stelle. „Dieses System ist so barrierearm wie möglich“, betonte Fath.

Kostenlos ist dies für die Gemeinde auch nicht, 2700 Euro sind für die Ersteinrichtung fällig, weitere Servicegebühren gibt es aber nicht. Einen Unterschied zu Schadenmelde-Apps gibt es, wie Dinauer auf Nachfrage einräumte: Eine Rückmeldung, ob die Schadensmeldung „abgearbeitet“, das Problem gelöst ist, erhält der Bürger dabei nicht.

Die Einschätzung von Verwaltung und Bürgermeister zur Schadenmelde-App teilt die CSU ganz und gar nicht. In Hebertshausen werde das System erfolgreich genutzt, an die 180 Meldungen gingen darüber jährlich ein, „dort ist man sehr zufrieden“, sagte CSU-Vorsitzende Hilde Weßner. Die App lasse sich problemlos handhaben. „Foto machen, Kategorie eingeben, fertig – es gibt nichts Einfacheres“, so Josef Gerer (CSU). Aber macht es Sinn, sich eine App aufs Smartphone zu laden, „nur weil ich vielleicht alle drei Jahre einen Schaden melden möchte?“, fragte Andrea Stang (FW). Doch warum überhaupt ein Meldesystem? „Das praktischste ist das Telefon, man ruft im Rathaus an und sagt Bescheid“, findet Bernhard Franke (SPD). Die Verwaltung sieht aber durchaus Vorteile, weil das System die Meldungen der Bürger vorsortiert und sofort an die zuständige Stelle leitet.

Gegen die Stimmen der CSU entschied der Gemeinderat, den Beschluss von 2019 aufzuheben und gerade keine Schadenmelde-App einzuführen. Vielmehr soll nun, dafür votierte eine klare Mehrheit, ein Meldesystem auf der Internetseite der Gemeinde integriert werden. Da sie auch das für unnötig halten, stimmten Franke und Martin Seemüller (ÜBP) mit Nein.

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