Einsatz in der Traglufthalle Kleinere Schäden an den Stellwänden und der Verkabelung wurden vom THW schnell behoben.

Der nächste Großeinsatz

Schlägerei in der Traglufthalle Karlsfeld

Karlsfeld – In der Anfang November im Gewerbegebiet eingeweihten Unterkunft für Flüchtlinge kam es am Dienstagabend erneut zu einer massiven Schlägerei mit Verletzten.

Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes riefen gegen 19 Uhr die Polizei, nachdem es zu wechselseitigen Körperverletzungen pakistanischer und nigerianischer Staatsangehöriger gekommen war. „Es ging wohl um ein Lärmproblem. Eine Gruppe von Nigerianern fühlte sich von einigen Pakistanern in ihrer Ruhe gestört“, berichtete Landrat Stefan Löwl gestern, der am Dienstag ebenfalls vor Ort war. „Erst ein Geschubse, dann eine kleine Prügelei“ habe es gegeben, wurde Löwl dort berichtet.

Laut einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord gingen die beiden verschiedenen ethnischen Gruppen aufeinander los und schlugen sich gegenseitig. „Dabei wurden Stühle und Tische umgeworfen. Die Abtrennungen der Zimmerabteile wurden beschädigt“, hieß es. Der genaue Ablauf wird von der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck noch ermittelt. Rund 20 Flüchtlinge waren insgesamt beteiligt. Zur Bereinigung der Lage wurden rund 50 Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Dachau, des Einsatzzuges Erding, der Bereitschaftspolizei und der Münchner Polizei zusammengezogen.

Drei Pakistaner im Alter von 22 bis 28 Jahren wurden als mutmaßliche Rädelsführer vorläufig festgenommen. Gegen sie wird wegen gefährlicher Körperverletzung und des Verdachts auf Landfriedensbruches ermittelt. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurden sie nach Identitätsfeststellung wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

Insgesamt vier Personen, darunter drei Nigerianer im Alter von 19 bis 35 Jahren, wurden leicht verletzt und mussten ambulant vom Bayerischen Roten Kreuz mit Schürf- und Platzwunden behandelt werden. Im Laufe der Schlägerei flüchteten aus der mit etwa 270 Asylbewerbern besetzten Halle viele Bewohner durch die Notausgänge ins Freie. „Aufgrund der Öffnung der Zugangstüren fiel die Hülle der Traglufthalle um rund die Hälfte zusammen“, berichtet die Polizei. Zur Reparatur und Wiederaufbau durch das THW musste die Halle deshalb komplett geräumt werden.

„Die Halle ist aber nicht komplett in sich zusammengefallen, das kann sie gar nicht“, betonte der Landrat. „An den niedrigsten Stellen ist sie in so einem Fall noch mindestens drei Meter hoch, man kann immer durchgehen. Das THW konnte sie relativ schnell wieder aufblasen, nachdem es kleinere Schäden an Stellwänden, Kabeln oder Lampen repariert hatte. Gegen 22.30 Uhr stand alles wieder, konnten die Leute zurück.“

„Es war ein kleiner Einsatz“, bestätigt THW-Sprecher Sven Langer. Rund 15 Helfer leuchteten das Gelände aus. Und die Schäden seien leicht zu beheben gewesen, erklärt Langer. „Es war eine Kleinigkeit, innerhalb von zwei Stunden war alles wieder intakt.“ Während das THW arbeitete, warteten die Asylbewerber draußen in der Kälte, bis sie wieder in die Halle konnten. Zwei erkältungskranke Flüchtlinge wurden zudem vorsorglich in Krankenwagen des BRK warmgehalten und versorgt.

In der Traglufthalle kommt es seit dem Bezug Anfang November immer wieder zu Zwischenfällen. Untergebracht sind dort derzeit etwa 160 Pakistani sowie zwei größere Gruppen von Senegalesen und Nigerianern. Die großen ethnischen und kulturellen Unterschiede sorgen immer wieder für Probleme. Wenige Tage nach der Einweihung rückte die Polizei schon an, als mehrere Flüchtlinge versuchten, die Hallenwände anzuzünden, zuvor war es untereinander und mit Security-Leute zu Handgreiflichkeiten gekommen. Es gab Kritik am Essen und die Androhung eines Hungerstreiks. Und Ende November war die Traglufthalle wegen einer Noträumung schon einmal in sich zusammengesackt.

tor

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