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Verwandlung zum Schmuckstück: die Gebäude der ehemaligen Schlossbergbrauerei sind ziemlich heruntergekommen – hier die Rückansicht, in den Innenhof.

Schlossbergbrauerei in Dachau wird saniert 

Aus der Schlossbergbrauerei wird ein Wohnhaus

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Der jahrelange Streit um die ehemalige Schlossbergbrauerei und seine Nebengebäude scheint nun begraben: Das Hauptgebäude wird zu einem Wohnhaus. Daneben könnte ein Bürger-Biergarten entstehen.

„Ein Schmuckstück“ soll das Hauptgebäude der Schlossbergbrauerei werden. Das hatte Jobst Kayser-Eichberg, Aufsichtsratsvorsitzender der Sedlmayr Immobiliengesellschaft, vor ein paar Jahren versprochen. Zumindest dieses Versprechen löst er nun ein: Das historische Gebäude soll saniert werden. Etwa 15 Wohnungen sollen darin entstehen. Die Freifläche südlich des Gebäudes schenkt Kayser-Eichberg der Stadt, damit hier ein Bürger-Biergarten betrieben werden kann. Der Bauausschuss stimmte dem Vorbescheid mehrheitlich zu.

Mit diesem Beschluss geht ein langer Streit in Dachau zu Ende. Vor Jahrzehnten hat Spaten die Schlossbergbrauerei gekauft, dann wurden die Gebäude unter Jobst Kayser-Eichberg an seine Sedlmayr Grund und Immobilien KGaA übergeben. Jahrelang gab es Ärger um die Frage, was mit der Flaschenabfüllerei und dem Hauptgebäude passieren sollte. Kayser-Eichberg wollte als Aufsichtratsvorsitzender der Sedlmayr Grund dort Wohnungen bauen, und er hat dafür auch eine Baugenehmigung bekommen. Die ehemalige Stadträtin Elisabeth Schilhabel strengte dann einen Bürgerentscheid gegen den Abriss der Flaschenabfüllerei an, doch sie verlor.

Im Gegenzug hatte Kayser- Eichberg vor vielen Jahren sein Ehrenwort gegeben: Das ehemalige Brauereigebäude bleibe erhalten, die Gaststätte werde wieder aufgemacht, ebenso der Biergarten – sofern seine Sedlmayr Grund die Flaschenabfüllerei abreißen und das Grundstück bebauen dürfe. Der Stadtrat ließ sich auf die Sache ein, doch vor vier Jahren kam der Schock: Es könne „an den Planungszielen nicht festgehalten“ werden, ließ das Unternehmen verlauten. „Wir haben keinen Betreiber gefunden“, betonte Kayser-Eichberg damals.

Dafür versprach der Münchner Unternehmer, das Hauptgebäude der Schlossbergbrauerei zu einem Schmuckstück zu machen. Die denkmalgeschützten Gewölbe sollen erhalten bleiben – und eben der ehemalige Biergarten der Stadt Dachau für öffentliche Nutzung kostenfrei übereignet werden.

Volker C. Koch (SPD) war hocherfreut darüber, dass das Brauereigebäude nun saniert werden soll. Endlich werde „am Schlossberg die Baustelle geschlossen und das historische Gebäude wieder sichtbar gemacht“. Ob auf der Grünfläche ein Biergarten errichtet werde, sei zu prüfen. „Aber natürlich ist es gut, dass wir das letzte Stück Grün bewahren“, so Koch.

Gertrud Schmidt-Podolsky (CSU) war froh, dass „der Biergarten gesichert“ sei. Genau das freute Claus Weber (FW) gar nicht so sehr: „Eigentlich müsste sich der Eigentümer um diese Fläche kümmern.“

Eine schalltechnische Untersuchung ergibt folgende Voraussetzungen für einen Biergartenbetrieb in dem Wohngebiet: 200 Besucher hätten in einem Biergarten mit mobilem Ausschank Platz. Speisen könnten selbst mitgebracht werden, Musik wäre nicht erlaubt.

Gegen Claus Weber (FW) und Bürgermeister Kai Kühnel (Bündnis für Dachau) stimmte der Bauausschuss für die Umnutzung der ehemaligen Schlossbergbrauerei. 

(no)

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