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Präsentieren stolz die Torten und Kuchen: Betreiber Matthias Schlick, Servicekraft Laura Bankavs und Konditor Oswaldo Quental (v.l.)

Gute Qualität und Kreativität

Schlosscafé wieder geöffnet

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Dachau - Das Schlosscafé ist wieder offen. Eine offizielle Eröffnungsfeier gab es zwar noch nicht, trotzdem kam schon eine große Zahl an Gästen.

Und plötzlich waren die Türen offen: Einfach so, ohne großes Aufheben, ohne lange Ansprachen, ohne ein offizielles Begrüßungsevent: Seit gestern hat das Schlosscafé in Dachau wieder geöffnet. Die neuen Pächter Matthias Schlick, 49, und Jörg Hautmann, 34, haben den Betrieb aufgenommen.

„Wir haben uns ganz bewusst für ein Soft-Opening entschieden“, sagt Matthias Schlick. Eine offizielle Eröffnung ist zwar in einigen Wochen noch geplant, die neuen Pächter möchten aber abwarten, bis das Geschäft angelaufen ist. „Wir wollen uns in Ruhe einarbeiten“, sagt Schick.

Zwölf Angestellte wird es im Schlosscafé geben, darunter auch zwei Konditoren. „Wir legen sehr viel Wert auf die Konditorei“, erklärt Schlick. Es gibt täglich mindestens sechs Kuchen, darunter Klassiker wie Obstkuchen und Sahnetorten. „Die Konditoren sind kreativ, probieren auch immer etwas besonderes aus und experimentieren“, sagt Schlick. Beispielsweise werden Petit Fours und Tartes angeboten. Neben Süßem kann man im Restaurant auch deftige Speisen essen. „Es gibt jeden Tag Fisch, Fleisch und Filet, dazu Tages- und Wochenspezialitäten“, sagt Matthias Schlick. Noch ist die Karte relativ klein, sie wird aber noch vergrößert.

Wichtig bei allen Produkten ist den Betreibern eine gute Qualität: „Wir kaufen nur hochwertige Produkte von regionalen Anbietern“, sagt Schlick. Das ist nicht immer am billigsten, aber: „Wir passen uns preislich schon an die regionalen Begebenheiten an.“ Schlick hofft, dass das Schlosscafé so wieder zu einem Treffpunkt für Dachauer und Touristen wird. „Wir wünschen uns, dass es zur Institution wird, dass es heißt: ’Wenn ich gut essen will, gehe ich zum Schloss.“

Auf der Terrasse ist Platz für 200 Gäste, im Restaurant für knapp 100. Dazu kommen Nebenräume, die für geschlossene Veranstaltungen wie Hochzeiten gebucht werden können und Raum bieten für knapp 120 Gäste. In einigen Wochen ist außerdem geplant, den Biergarten wieder zu öffnen.

Drei Monate haben die neuen Pächter das Restaurant auf Vordermann gebracht. Der Gastraum wurde zum Beispiel komplett renoviert und mit modernen Lederstühlen und Holztischen ausgestattet. „Wichtig war uns, dass es klassisch, aber modern ist“, erzählt Mattias Schlick. „Die Atmosphäre muss stimmen.“

Die Voraussetzungen sind beim Schloss Dachau dafür sowieso gut: Ein historisches Gebäude, ein schöner Hofgarten und bei schönem Wetter eine wunderschöne Aussicht bis nach München und in die Berge erwartet die Besucher. Auch Matthias Schlick und Jörg Hautmann waren davon sofort begeistert. „Wir haben uns sofort in die Location verliebt“, sagt Schlick. Er ist Diplom-Betriebswirt und organisiert Veranstaltungen, sein Partner ist gelernter Hotelfachmann. Gemeinsam betreiben sie die Gastronomie im Residenzheater in München.

Im Schlosscafé folgen sie jetzt Familie Richter nach, die das Café vorher betrieben hatte. Barbara und Klaus Richter hatten das Café seit 2010 geführt, im November 2013 starb aber Klaus Richter mit nur 47 Jahren an Krebs. Nach seinem Tod führte Barbara Richter den Betrieb fort, im Oktober vergangenen Jahres musste sie jedoch Insolvenz anmelden.

Acht Monate war das Schlosscafé geschlossen, als es gestern wieder offen war, kam trotzdem gleich wieder eine große Anzahl an Kunden. Matthias Schlick und Jörg Hautmann hoffen jetzt, dass das so bleibt. „Der Laden soll von Anfang an laufen“, ist ihr Ziel. Zunächst ist das Schlosscafé Dienstag bis Sonntag von 15 bis 23 Uhr geöffnet, am Montag ist Ruhetag. Eventuell werden die Öffnungszeiten aber noch einmal angepasst. „Wir müssen da erst schauen, wie die Nachfrage ist“, meint Schlick.

Auszüge aus der Speisekarte

Im Schlosscafé gibt es jeden Tag verschiedene Kuchen zum Preis von 3 Euro und Torten zum Preis von 3,60 Euro. Als Vorspeisen stehen unter anderem ein kaltes Rote-Beete-Süppchen mit Schnittlauch und Crème Fraiche (4,50 Euro) oder einen bunten Wildkräutersalat (8,50 Euro) auf der Karte. Als Hauptspeisen werden zum Beispiel gebackene Ofenkartoffel mit Kräuterquark und kleinem Salatbukett (6,90 Euro), Entrecote aus der Region mit Rosmarinkartoffeln, dreierlei Butter und kleinem Salat (24,50 Euro), ein gegrilltes Schweineneackensteak auf Krustenbrot mit Röstzwiebeln (12,50 Euro) oder ein Saiblingsfilet aus heimischer Zucht (18,50 Euro) angeboten.

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