Gemeinderat Hilgertshausen

Der Weg zum schnellen Internet für alle

Hilgertshausen-Tandern  - Schnelles Internet. Das will auch die Gemeinde Hilgertshausen ihren Bürgern ermöglichen. Wie ist noch unklar. Derzeit arbeitet sie an einem Konzept.

Wie viele andere Landkreisgemeinden strebt auch die Gemeinde Hilgertshausen-Tandern für seine Bürger eine gute Breitbanderschließung an. Dazu hat die Verwaltung das Regensburger Planungsbüro IK-T beauftragt, eine Ausbauplanung vorzulegen und ein Auswahlverfahren im Zuge eines Förderprogramms in die Wege zu leiten.

Der für IK-T tätige Diplom-Ingenieur Winfried Kopperschmidt machte im Auftrag des Gemeinderats eine Bestandsaufnahme, eine Bedarfsermittlung und eine Grobplanung und sagte bei der jüngsten Gemeinderatssitzung auch seine Unterstützung bei der Inanspruchnahme des geänderten bayerischen Breitbandförderprogramms zu.

Im ersten Förderprogramm wurde vor rund vier Jahren schon der Ortsteil Tandern weitgehend mit DSL und anschließend sogar mit VDSL versorgt. Auch der Ortskern von Hilgertshausen habe eine relativ gute Versorgung. Alle andern Gebiete, insbesondere aber die vielen Weiler und Einöden, seien laut Experten deutlich schlechter angebunden. Nach einer entsprechenden Datenermittlung machte das Büro die Bestandsaufnahme und veröffentlichte die Bekanntmachung über die durchzuführende Markterkundung nach den Förderrichtlinien auf der Internetseite des Bayerischen Breitbandzentrums im Herbst 2014. Als Ausbaugebiet wurde das gesamte Gemeindegebiet dargestellt.

Aus förderrechtlichen Gründen strebt Hilgertshausen-Tandern eine interkommunale Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Jetzendorf an. Laut Kopperschmidts war im Zuge der Markterkundung zu klären, ob es Anbieter gibt, die den Breitbandausbau eigenwirtschaftlich (ohne kostenmäßige Beteiligung der Gemeinde und Bezuschussung des Freistaats) durchführen würden. Es habe sich aber kein Anbieter für einen eigenwirtschaftlichen Ausbau gefunden. Danach entwarf das Büro den Ausbauplan.

Wie Kopperschmidt betonte, liegt der Förderhöchstbetrag (Zuschüsse des Freistaats) für die Gemeinde Hilgertshausen-Tandern bei 860 000 Euro. Bei einer interkommunalen Zusammenarbeit mit Jetzendorf kommen weitere 50 000 Euro hinzu. Dieser Betrag von 910 000 Euro soll 70 Prozent der Kosten abdecken. Im Idealfall läge dann die Deckungslücke des Netzbetreibers bei 1,3 Millionen Euro. Darüber hinausgehende Kosten wären voll von der Gemeinde zu tragen.

Kopperschmidt stellte den Gemeinderäten drei Ausbauvarianten vor: Die Grobkostenschätzung fällt je nach Ausbauart und Umfang sehr unterschiedlich aus. Bei der günstigsten Variante beträgt der Eigenanteil der Gemeinde 230 000 Euro. Einen Komplettanschluss mit Hausanschlüssen bezifferte Kopperschmidt aber mit einem Invest von 3,95 Millionen Euro – hier kommt man auf eine Deckungslücke von maximal 2,5 Millionen Euro, woraus sich ein voraussichtlicher Eigenanteil der Gemeinde von 1,63 Millionen Euro errechnet.

Kopperschmidt machte kein Hehl daraus, dass die Deckungslücke bei Berücksichtigung des gesamten Gemeindegebiets wohl noch höher liegen wird. Er will versuchen, alternativ die Kosten für einen kompletten Glasfaserausbau zu ermitteln.

Der Bundesverkehrsminister habe zwischenzeitlich auch ein Förderprogramm angekündigt, mit dem Ziel, dass bei Vorliegen der Fördervoraussetzungen der Gemeindeanteil auf zehn Prozent reduziert werden soll. Näheres sei dazu leider noch nicht bekannt, „und wir wissen bisher nicht, ob dieses Programm für uns in Frage käme“.

Angesichts der hohen Kosten, die auf die Gemeinde zukommen, wollte sich der Gemeinderat hinsichtlich der Bandbreite noch nicht festlegen. Einig waren sich dagegen alle Räte, zum Zwecke der Synergieausnutzung auf jeden Fall mit der Gemeinde Jetzendorf zusammenarbeiten zu wollen.

ost

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