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Größter Arbeitgeber im Landkreis und eine segensreiche Einrichtung: das Franziskuswerk in Schönbrunn.

Corona-Krise

Franziskuswerk: Noch kein Bewohner ist positiv getestet

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800 hilfsbedürftige Bewohner, 1500 Mitarbeiter: Das Franziskuswerk in Schönbrunn ist ein Großbetrieb - und in Corona-Zeiten besonders gefordert.

Schönbrunn– Welche Auswirkungen hat Corona auf den größten Arbeitgeber im Landkreis, das Franziskuswerk Schönbrunn? Diese Frage haben dieDachauer Nachrichten an die Pressestelle des Franziskuswerks gestellt und folgende Antwort erhalten:

Diese große Behinderteneinrichtung sei „erfreulicherweise bisher weitgehend von der Epidemie verschont geblieben. Keiner der rund 800 Bewohner ist aktuell positiv getestet, Nur drei der 1500 Mitarbeiter sind positiv getestet, waren aber während der Inkubationszeit (derzeit 14 Tage) nicht im Dienst“.

Das Franziskuswerk stehe in ständigem Austausch mit Behörden, dem Bezirk Oberbayern, dem Gesundheitsamt und dem Landratsamt. Daher erfolge eine zeitgleiche Abstimmung und Information innerhalb der Einrichtung.

„Es gibt einen Corona-Krisenstab, der sich unter der Leitung der aus Michaela Streich und Markus Holl bestehenden Geschäftsführung schon vor drei Wochen konstituiert hat“, heißt es von der Pressestelle. Dieser Krisenstab trifft sich täglich und leitet umfangreiche Maßnahmen zur Vermeidung und Eindämmung einer Ausbreitung des Virus ein. Er stehe an sieben Wochentagen rund um die Uhr der Mitarbeiterschaft zur Verfügung. „Dem Corona-Krisenstab liegt sehr daran, dass alle Punkte der Allgemeinverfügungen der bayerischen Staatsregierung immer sofort umgesetzt werden“, heißt es weiter.

Alle Kindergärten und schulischen Einrichtungen sind geschlossen. Es läuft ein Notbetrieb für die Mitarbeiter in systemrelevanten Berufen. Geschlossen sind auch die Werkstatt für Behinderte und die Förderstätte. Alle Mitarbeiter wurden je nach Einsatzort zusätzlich nach Hygienevorschrift unterwiesen.

Mitarbeiter werden in Zeiten von Corona ständig beraten, um ihr Verhalten so zu schulen, damit Infektionen vermieden werden. „Im Falle der Angehörigen von Betreuten informieren wir zusätzlich über die besonders wichtigen Dinge wie Einschränkungen beim Besuchsrecht, Anpassungen dazu in den Folgetagen und gesetzliche Vorgaben“, sagt Eva Pfab von der Pressestelle.

Sehr erfreulich sei die Feststellung, dass das Franziskuswerk Schönbrunn durch etablierte Abläufe im Infektionsschutz hervorragend aufgestellt ist. „Dadurch sind alle Vorkehrungen im Falle einer möglichen Isolierung von Einzelnen oder von Wohngruppen getroffen. In einem möglichen Infektionsfall werden die Mitarbeiter in den notwendigen Maßnahmen unterwiesen, sodass sie die nötige Kompetenz haben, um sicher handeln zu können“, so Pfab. Die Franziskuswerk-Geschäftsführung begrüße natürlich die Entscheidung zur Initialisierung eines Schutzschirms durch den Bezirk Oberbayern sehr.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer habe schon großzügige Vereinbarungen getroffen, um die Corona-Krise auch im Franziskuswerk finanziell überbrücken zu können. „Wir spannen einen Schutzschirm über unseren Partnern auf, keine Einrichtung darf jetzt in existenzielle Nöte geraten“, versicherte Mederer.

Das ermögliche dem Franziskuswerk, Mitarbeiter wirksam einzusetzen und gewährleistet laut Pressestelle eine bessere Flexibilität, um Personal innerhalb der Wohngruppen verschieben zu können. Die Einsatzplanung für die Mitarbeiter mache keine Probleme, sodass es auch möglich ist, mit dem Personal von Werkstatt und Förderstätte Personalressourcen für die kommende Zeit zu bilden.

Wie sieht es mit der Schutzausrüstung aus? Eine Grundausstattung für die ersten Fälle sei vorhanden. Sollte es aber dazu kommen, dass ein Drittel der Wohngruppen Bedarf hätte, würde der Vorrat nicht ausreichen. Man stehe aber bereits mit dem Landratsamt in Kontakt und habe auch schon vorrangig konkreten Bedarf angemeldet.

Erfreulich ist, dass sich eine große Zahl von Mitarbeitern in dieser schwierigen Zeit solidarisch mit den Bewohnern zeigt und dabei bis an ihre Grenzen geht. So sind bereits Initiativen wie „Mitarbeiter helfen Mitarbeitern“ entstanden. Mitarbeiter, die nicht in direktem Kontakt mit den betreuten Personen stehen, bieten hier Hilfsdienste zum Einkaufen für die Wohngruppen an. Sogar eine Produktion von Schutzmasken ist in Schönbrunn schon im Anlaufen.

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