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Mahnmal: 2012 wurde es in Schönbrunn errichtet. 

Gedenkstunde in der Kirche St. Josef

Schönbrunn erinnert an Euthanasieopfer

Bei einer Gedenkstunde in der Schönbunner Kirche St. Josef wurde der Opfer des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms gedacht: 546 Männer, Frauen und Kinder, die damals in Schönbrunn wohnten, wurden von 1940 bis 1943 umgebracht.

Schönbrunn – „Es ist eine bleibende Aufgabe, die Erinnerung an das, was in der Zeit des Nationalsozialismus geschehen ist, auch unter den nachwachsenden Generationen wachzuhalten!“ Mit diesen Worten hat Michaela Streich, Vorsitzende der Viktoria-von-Butler-Stiftung, bei einer Gedenkstunde in der Kirche St. Josef, verbunden mit einer feierlichen Kranzniederlegung am Schönbrunner Mahnmal, den 546 Menschen gedacht, die dem nationalsozialistischen Euthanasieprogramm zum Opfer gefallen sind. Die Stiftung bekenne sich dazu, wachsam gegenüber Unmenschlichkeit zu bleiben und sich gegen Ausgrenzung, Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu stellen.

Der Röhrmooser Bürgermeister Dieter Kugler betonte, dass „der Gedenktag, gerade 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz, nicht nur ein Ritual, sondern von uns allen ernst gemeint ist. Wir müssen die Demokratie schützen.“ Deshalb appellierte er an die Teilnehmer, Hüter der Demokratie zu sein und diese keinen extremen Kräften zu überlassen. Zweiter Ehrengast war der Vizepräsident der Dachauer Lagergemeinschaft, Dr. Jürgen Müller-Hohagen.

In der Zeit von 1940 bis 1943 wurden 546 Männer, Frauen, Kinder und Jugendliche, die damals in Schönbrunn wohnten, im Rahmen des sogenannten T4-Programms von den Nationalsozialisten umgebracht. Im Jahr 2012 wurde in Schönbrunn ein Mahnmal eingeweiht als ein Schritt zur Versöhnung und Aufarbeitung der Vergangenheit. In den Jahren zuvor waren die Ereignisse in der Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet worden. Im Oktober 2010 wurden sie im Rahmen des Schönbrunner Forums der Öffentlichkeit vorgestellt und fanden Eingang in die Schriften des Archivs der Erzdiözese.

Beim Gottesdienst waren in der Kirche sieben handgetöpferte und individuell glasierte Tränen aufgestellt. Die Tränen stehen für die Tränen der Menschen, deren Leben heute bedroht ist, die keine Hoffnung mehr haben oder die verletzt oder gedemütigt wurden oder werden.  

dn

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