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Schreinermeister Benno Huber bietet Yusif Seid eine Lehrstelle an, wenn dieser das Berufsgrundschuljahr besteht. Doch braucht er jetzt, wie Constanze Strehlow vom Asylhelferkreis Petershausen (v. l.) betont, seine Anerkennung als Flüchtling.

Yusif will Schreiner werden

Erfolgreiches Praktikum

Petershausen - Er hat in den vergangenen Monaten schnell Deutsch gelernt. Und bei einem Praktikum in einer Schreinerei in Petershausen jetzt seine Berufung entdeckt. Yusif Seid aus Eritrea ist auf dem Weg.

Vor ziemlich genau sieben Monaten haben die Dachauer Nachrichten über einen jungen Mann aus Eritrea und sein Schicksal auf der Flucht vor einem menschenverachtenden Regime nach Petershausen berichtet. Yusif Seid (21, Name geändert) bekam während der Osterferienzeit von Petershausens Schreinermeister Benno Huber die Chance, ein Praktikum in der Schreinerei zu machen.

Yusif Seid fuhr mit auf Montage, half bei einer Türreparatur und war auch in der Werkstatt bei verschiedenen Tätigkeiten dabei, wie der Möbelproduktion, dem Wintergartenbau und dem Lackieren von Oberflächen.

Schreinermeister Huber lobte seinen Praktikanten: „Er hat sich sehr gut angestellt, war geschickt und fleißig, pünktlich und höflich. Er hat schon wirklich viel gesehen. Nur an die Maschinen darf er noch nicht.“

Auch Yusif Seid urteilte über sein zweiwöchiges Praktikum: „Es hat mir sehr gefallen.“ Genau das ist Sinn und Zweck von solch einem Praktikum: Beide Seiten beschnuppern sich, lernen sich besser kennen und können leichter beurteilen, ob die Chemie stimmt, der Beruf oder der Kandidat jeweils zu einander und zu Kollegen und Chefs passt.

Constanze Strehlow vom Petershausener Helferkreis Asyl sagte: „Wir sind besonders dankbar, dass es im Ort Unternehmer gibt, die solch ein Praktikum anbieten.“ Benno Huber erklärte: „Im September beginnt das Berufsgrundschuljahr (BGJ). Ich kann Yusif Seid nur empfehlen, die Schreinerlehre zu machen. Einen Lehrvertrag kann er dann mit mir ab dem zweiten Lehrjahr, also nach dem BGJ, abschließen. Ich hätte Yusif Seid sogar bis zum Herbst einen 450-Euro-Job angeboten.“

Warum das nicht klappt, erläuterte Strehlow: „Das Landratsamt würde dieses Geld wegen der Aufwendungen für Unterkunft und Taschengeld komplett einkassieren.“ Seid: „Ich will diese Ausbildung ab September machen.“ Er könne sich nämlich durchaus vorstellen, sein Berufsleben lang als Schreiner zu arbeiten. Auf die Frage, wo er sich in zehn Jahren sehe, meinte Seid: „Vielleicht hier oder eventuell auf der Meisterschule.“ Etappen zu diesem Ziel sind: Yusif Seid braucht seine Anerkennung als Flüchtling, muss das BGJ bestehen und weiter fleißig Deutsch lernen.

Erstaunlich ist wie gut er schon nach sieben Monaten Deutsch spricht. Es ist die siebte Sprache, die er lernt.

rds

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