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Ausflug der Kletter-AG: Bald soll es solche Erlebnissport-Parcours auf dem eigenen Gelände der Mittelschule an der Eduard-Ziegler-Straße geben.

Mittelschule Dachau-Süd

Die Schüler in Bewegung bringen

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Die Mittelschule Dachau-Süd will künftig ihre Zöglinge in Bewegung bringen. Wörtlich. Denn sie hat den Antrag gestellt, das Profil „Sport im Gebundenen Ganztag“ zu bekommen. Das Konzept steht. Wenn es genehmigt wird, könnten schon im Herbst die ersten Schüler acht Wochenstunden Sport genießen.

Dachau – Ganzheitlich ausgebildet, gesund, sportlich fit, sozial kompetent und teamfähig – so will die Mittelschule Dachau-Süd möglichst viele Absolventen künftig ins Leben entlassen. Erreichen will man das man einem ungewöhnlichen Konzept: mit einem „Schulprofil Sport im Gebundenen Ganztag“.

 Regelmäßiges sportliches Training stärkt das Immunsystem, hält das Herz-Kreislauf-System fit und kann einer Vielzahl von Krankheiten vorbeugen, etwa Diabetes. Sport steigert auch die geistige Leistungsfähigkeit. Das ist alles bekannt. 

Deshalb, aber auch weil die Mittelschule Dachau-Süd an der Eduard-Ziegler-Straße ideale Voraussetzungen mitbringe, „hat sich bei mir schon vor vier Jahren, als ich die Schulleitung übernommen habe, die Idee mit einem Schulprofil Sport festgesetzt,“ sagt Rektorin Petra Fuchsbichler. Mit den Sportstätten des ASV Dachau habe man tolle Möglichkeiten, betont die Schulleiterin, die jeden Tag vom Fenster ihres Büros im ersten Stock des Schulhauses auf die gegenüber liegenden „ungenutzten riesigen Sportstätten“ blickt. Ein Schulprofil Sport also. Beginnen will man ganz klein bereits im kommenden Schuljahr mit einer fünften Klasse. Doch dann soll sich „die ganze Schule verändern“, sagt Christian Steinberger. Der Sportlehrer hat zusammen mit den Kollegen Andreas Härtl und Andreas Bauer in den vergangenen Monaten konzeptionell viel bewegt, damit es bald an der Mittelschule Süd heißt: „Wir bringen Schüler in Bewegung.“

 „Denn wir wollen auch die allgemeine Bewegungsfreude an der Schule steigern“, verrät Fuchsbichler. Nicht der Leistungssport, die Spezialisierung ist das Ziel, sondern der Breitensport. Erreicht werden soll das mit einer ganzen Angebotspalette an Sportarten und Sportmöglichkeiten, „denn wir wollen auch die Schüler erreichen, die zwar sportbegeistert sind, aber mit den klassischen Sportarten vielleicht nicht so gut klarkommen“, sagt Andreas Härtl. Klar werden die großen Ballsportarten wie Fußball, Handball, Basketball und Volleyball im Konzept berücksichtigt. Doch daneben ist eine große Bandbreite von Angeboten geplant. Das reicht von Erlebnissport im Seilgarten, einer Bewegungslandschaft oder an der Boulderwand, über Fitnessport wie Aerobic oder Crossfit, bis hin zu Trendsportarten wie Slackline oder Tschoukball. 

Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Denkbar ist eigentlich alles, was sich organisieren lässt. Und da hat die Schule tatsächlich ziemlich ideale Voraussetzungen. Vor allem natürlich mit dem nahen Sportgelände, das von Schlittschuhlaufen im Winter bis Beachvolleyball oder Tennis im Sommer auch im Outdoorbereich einiges zu bieten hat. Denn man müsse nicht jedesmal in eine Halle, um sich zu bewegen, betont Steinberger: „Ein Wandertag im ursprünglichen Sinn gehört auch dazu.“ Im Übrigen gebe es zwar ein Konzept, doch da „ist noch nicht alles in Stein gemeißelt, es wird sich im Laufe der Zeit noch vieles entwickeln.“ 

Wie es funktionieren kann, das hat man sich in Ermangelung einer Vorbildschule in Oberbayern im fernen Hauzenberg bei Passau an der dortigen Sport-Mittelschule angeschaut. Fuchsbichler, Steinberger und Härtl waren begeistert, wie selbstverständlich Sport und Bewegung im Schulalltag integriert sind. Vor zehn Jahren hat man dort begonnen eine Sportkultur an der Schule zu etablieren, die auch jenen Schülern zugute kommt, die nicht in einer der Sportklassen sitzen und damit in einer gebundenen Ganztagsklasse. Denn das Ganztagsangebot ist Voraussetzung, schon wegen der Rhythmisierung der vielfältigen Bewegungsangebote und auch, „weil wir sonst die Sportstunden nicht unterbringen würden“, erklärt Petra Fuchsbichler. Denn das sollen in der Sportklasse schließlich bis zu acht jede Woche sein.

 Mit dem gebundenen Ganztagszweig soll im Übrigen weder das bereits bestehende eigene Angebot der Offenen Ganztagsschule verdrängt werden, noch eine Konkurrenzsituation zur Mittelschule Dachau-Ost entstehen. „Das wollen wir auf keinen Fall, zumal das Verhältnis hervorragend ist und wir uns oft austauschen und absprechen“, sagt Fuchsbichler. Vielmehr sei das Schulprofil Sport ein ganz neues Angebot in Dachau und Umgebung. Jetzt hoffen die Rektorin und ihre Lehrer, dass die Stadt als Schulaufwandsträger grünes Licht gibt. „Positive Signale haben wir aber schon bekommen“, so Fuchsbichler. 

Noch im Februar soll der Sozialausschuss über den gestellten Antrag befinden, es geht auch um zwölf zusätzlich Lehrerstunden und damit ums liebe Geld. Steht die Stadt dahinter, dann muss letztinstanzlich auch noch die Regierung von Oberbayern zustimmen. 

Dass die Nachfrage bei Eltern wie Schülern vorhanden ist, davon sind Schulleitung und Lehrer überzeugt. Schließlich setzt man ein Zeichen, in Zeiten, wo der Schulsport fast überall zurückgefahren wird. Das kann Eltern nur freuen. Und welcher Schüler will nicht ganzheitlich ausgebildet, gesund, sportlich fit, sozial kompetent und teamfähig seine Schullaufbahn beenden?

Informationsabend Ein Elternbrief, der in diesen Tagen rausgeht, informiert über das geplante neue Schulprofil an der Mittelschule Dachau-Süd. Dazu gibt es am Mittwoch, 17. Februar, um 19 Uhr in der Schule (Aula, 2. Stock) einen Informationsabend.

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