Ganztagsklassen in Altomünster

Ausweitung der Schülerbetreuung

Die Grund- und Mittelschule Altomünster will Ganztagsklassen, der Marktgemeinderat auch. Einstimmig war am Dienstagabend das Votum dafür. Dies hat unter Umständen Auswirkungen auf den Verein Schülerbetreuung.

In diesem Schuljahr werden dort 97 Kinder betreut. In altersgemischten Gruppen, aber nicht immer gleichzeitig. Der von den Eltern am stärksten nachgefragte Tag ist der Donnerstag mit 67 Kindern, danach der Dienstag mit etwa 64 Buben und Mädchen.

Im Grundschulbereich würden sich durch Ganztagsklassen nur geringfügige Änderungen ergeben, zeigt sich die Vorsitzende des Fördervereins Schülerbetreuung, Alexandra Ofer, sicher. Der Verein hat zusammen mit der Schule entsprechende Abfragen gestartet. 300 Fragebögen gingen an die Eltern, zirka 100 wurden wieder abgegeben. Demnach werden etwa 68 Grundschüler Ganztagsklassen besuchen, der Rest hat möglichen Bedarf für die Schülerbetreuung angemeldet. Darüber hinaus sind einige Kinder ohnehin schon länger dort angemeldet.

Die Zahlen, die Rektorin Nicola Lachner im Gemeinderat und Konrektorin Diana Kosel einen Abend zuvor im Schulverband genannt hatten, lassen den Schluss zu, dass es mit Sicherheit gebundene Ganztagsklassen in den Jahrgangsstufen eins und vier geben wird. Für die dritte Jahrgangsstufe gibt es noch Unsicherheiten. Hier wurden erst 14 Kinder angemeldet, für die zweite 13.

Im Mittelschulbereich ist das Zustandekommen einer Ganztagsklasse davon abhängig, wie viele Kinder an andere Schulen übertreten. Konrektorin Diana Kosel glaubt, dass möglicherweise eine Kombiklasse mit Schülern aus der fünften und der sechsten Klasse gebildet werden kann. Sie will daher die Eltern der künftigen Sechstklässler anschreiben. Für die Schülerbetreuung wird die Auswirkung hier nur geringfügig sein. In diesem Alter seien die Kinder höchstens noch zum Mittagessen und für die Hausaufgaben da.

Damit Kinder, die im Schuljahr 2016/17 trotzdem betreut werden sollen, nicht durchs Raster fallen, können sich Eltern bis 30. April entscheiden, ob auch die Schülerbetreuung in Frage kommt. Hier schätzen die Eltern vor allem das flexible Buchungssystem, bei dem auch nur einzelne Tage ausgewählt werden können. Anders als bei der gebundenen Ganztagsklasse, bei der an allen Wochentagen nach einer längeren Mittagspause bis 15 Uhr Unterricht stattfinden soll. Nicht in Kernfächern, dafür in Fächern wie Sport, Musik, Werken oder Kunst.

Alexandra Ofer fürchtet jedoch, dass nicht alle Stunden am Nachmittag von Lehrern abgedeckt werden können. Möglicherweise fallen gewisse Zeitblöcke dem Verein Schülerbetreuung zu, der von der Gemeinde als Träger der gebundenen Ganztagsbetreuung eingesetzt wurde. Der Verein wünscht sich daher größtmögliche Transparenz, welche Zusatzangebote die Schule selbst und welche die Schülerbetreuung übernehmen soll.

Alexandra Ofer geht von konstruktiven Gesprächen mit Rektorin Nicola Lachner aus. Vor allem die Platznot macht der Schülerbetreuung zu schaffen. Mit dem größeren Angebot seien zum Beispiel mehr Bewegungsräume notwendig. „Bisher ist es so, das wir nur bei schönem Wetter viel Platz haben, weil wir draußen sein können.“ Froh ist sie darüber, dass Nicola Lachner der Schülerbetreuung jetzt schon mehr Räume zur Verfügung stellt, wie etwa den Musikraum. Doch denkt Alexandra Ofer, ihr Team sowie der neue Leiter, Diplom-Sozialpädagoge Walter Autsch, beispielsweise auch an eine Theater AG und viele andere kreative Angebote, eben an ein „wertiges Paket“.

Die gebundenen Ganztagsklassen sieht sie als schöne Sache, „die der Verein voll unterstützt, aber auch als enorme Zusatzaufgabe.“

 

Sabine Schäfer 

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