Schulausschuss des Landkreises Dachau

Tiefpunkt bei den Schülerzahlen

Landkreis - Mehr und größere Schulen, weniger Schüler – dieser Trend zeichnet sich an den weiterführenden Schulen in diesem Jahr ab. Der Tiefpunkt dürfte erreicht sein.

Die Schullandschaft im Kreis Dachau wächst, die Schülerzahlen an den weiterführenden Schulen hingegen gehen leicht zurück. Diesen Trend erklärte der zuständige Sachgebietsleiter im Landratsamt, Albert Herbst, den Mitgliedern des Schulausschusses. 

Insgesamt verteilen sich die Schüler nach der Grundschule zu jeweils einem Drittel auf Realschulen, Gymnasien und Mittelschulen, berichtete Landrat Stefan Löwl. Grund für die insgesamt zurückgehenden Anmeldezahlen sei die damals geringe Geburtenrate. „Wir haben jetzt den Tiefpunkt erreicht“, erklärte Herbst. In den kommenden Jahren sei wieder ein Anstieg der Anzahl der Viertklässler zu erwarten. 

Meldeten sich im vergangenen Jahr beispielsweise noch insgesamt 492 Kinder und Jugendliche für die vier Realschulen im Landkreis an, sind es heuer nur noch 411. Das hat an der Realschule Dachau zur Folge, dass es im kommenden Schuljahr nur noch vier Eingangsklassen gibt, im Vorjahr waren es fünf. Derzeit sind insgesamt 34 Klassen geplant (37 Vorjahr). Die leichte Entlastung bei den Schülerzahlen in Dachau führt Schulexperte Herbst unter anderem auf die relativ neue Realschule Odelzhausen zurück. 

Bei den Gymnasien gibt es für das kommende Schuljahr 461 Anmeldungen, im Vorjahr waren es 489. Das ergibt an den drei Landkreis-Gymnasien unterm Strich eine Eingangsklasse weniger, und zwar am Josef-Effner-Gymnasium (JEG) in Dachau. Am JEG nimmt auch die Zahl der Ganztagesklassen ab. Im Schuljahr 2016/17 wird es nur noch sieben gebundene Ganztagesklassen geben, derzeit sind es acht, 2014/2015 waren es sogar zehn. 

Am Gymnasium Markt Indersdorf (GMI) hingegen steigt die Nachfrage nach einem offenen Ganztagesangebot. Bislang ist das GMI das einzige Gymnasiuem im Landkreis, das über ein offenes Ganztagesangebot verfügt. Die 52 Anmeldungen übersteigen die Maximalgröße für eine Gruppe, erläuterte Herbst. 

Deswegen sollen dort ab dem kommenden Schuljahr zwei Gruppen etabliert werden. „Das kostet uns mehr, aber ich denke, die Mehrkosten sind vertretbar“, so Herbst. Statt 5500 Euro fällt für den Landkreis Dachau mit zwei Gruppen eine Mitfinanzierungspauschale in Höhe von 11 000 Euro an. Als Übergangslösung sei die Betreuung von zwei Gruppen in den vorhandenen Räumen möglich. Sollte die Nachfrage aber weiterhin so groß bleiben, muss langfristig über ein neues Raumkonzept nachgedacht werden, sagte der Schulexperte. Möglich sei beispielsweise, die Mensa um eine Etage aufzustocken. „Da haben wir die Kosten aber noch nicht ausgerechnet.“ Das Gremium beschloss einstimmig, die zwei offenen Ganztagsgruppen für das GMI auf den Weg zu bringen.

Kritik wegen schlechter Anbindung der westlichen Landkreisgemeinden:

Gerhard Hainzinger, Bürgermeister von Sulzemoos, beschwerte sich im Schulausschuss über die schlechte Anbindung der westlichen Landkreisgemeinden an den öffentlichen Nahverkehr. Es gehe „nicht ein einziger Schüler nach Karlsfeld oder Markt Indersdorf“, sagte der CSU-Kreisrat. Das zeigten auch die Zahlen von Albert Herbst über die Anmeldungen an die Fachoberschulen in Karlsfeld und Indersdorf. „Das kann auf Dauer so nicht hingenommen werden“, sagte Hainzinger. Landrat Stefan Löwl versprach, beim geplanten Nahverkehrskonzept auf die „A8-Gemeinden“ zu achten. Es sei klar, dass die Gemeinden ohne S-Bahn-Anschluss „eine erhöhte Grundversorgung“ brauchten.

Conny Kirmaier

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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