Schulden und Griff in die Rücklagen

Röhrmoos muss investieren

Röhrmoos - Die Rücklagen werden aufgebraucht und die Schulden etwas erhöht – wegen umfangreicher Investitionen muss die Gemeinde Röhrmoos heuer viel Geld ausgeben.

Der Röhrmooser Gemeindehaushalt für dieses Jahr dürfte für den Gemeinderat eigentlich nur noch Formsache sein: In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurde der Haushaltsentwurf durch den neuen Kämmerer Günther Reil nach eingehender Diskussion ohne Abstriche angenommen.

Die Vertreter aller im Gemeinderat vertretenen Fraktionen und vor allem Bürgermeister Dieter Kugler zollten Reil Lob und Anerkennung für das umfangreiche Zahlenwerk. Der Gesamthaushalt hat in diesem Jahr ein Volumen von 13,54 Millionen Euro. Vorranging sollen auch heuer die Pflichtaufgaben erfüllt werden, aber auch freiwillige Leistungen sind im Haushalt zu finden.

Aufgrund umfangreicher Investitionen geht es heuer aber nicht ohne Neuverschuldung. Das vorgesehene Darlehen über 300 000 Euro sei zu verkraften, denn schon seit 2012 ist der Schuldenstand rückläufig, liegt derzeit bei 2,62 Millionen Euro.

Auch heuer ist eine Tilgung von 138 000 Euro vorgesehen, durch das Darlehen wird Röhrmoos am Jahresende aber knapp 2,79 Millionen Euro Schulden haben. Das lässt sich auch nicht durch den Griff in die Rücklagen verhndern, die derzeit noch 2,01 Millionen Euro ausmachen, denen aber 1,92 Millionen zum Haushaltsausgleich entnommen werden.

Der Finanzausschuss war sich einig, dass man den Bürgern einen sehr soliden Haushalt präsentieren könne. Das kommt auch bei der Pro-Kopf-Verschuldung zum Ausdruck, die Ende 2016 bei 429 Euro liegen wird. Im Vergleich zu ähnlichen großen Gemeinden in Bayern schneidet Röhrmoos sehr gut ab. Dort kommt man im Schnitt auf eine Pro-Kopf-Verschuldung von 741 Euro.

Reil machte deutlich, dass das geringe Darlehnen in Zeiten günstiger Zinsen zur Sicherung der Investitionen sinnvoll sei. „Die geringe Erhöhung der Schulden ist aus diesem Grund nicht zu kritisieren“, so der Kämmerer.

Was sind die Hauptausgaben in diesem Jahr? Kostenintensiv sind die Bereiche Feuerwehr und Kinderhortbau. Für die Fertigstellung des Feuerwehrhausneubaus in Sigmertshausen stellt man rund 140 000 Euro bereit, und die Anschaffung eines Fahrzeugersatzes für die Feuerwehr in Schönbrunn wirkt sich heuer und 2017 mit etwa 300 000 Euro auf die Gemeindekasse aus. Schönbrunn bekommt ein Löschfahrzeug LF10. Für die Ersatzbeschaffung eines Bagger-Laders für den Bauhof rechnet Reil mit 130 000 Euro.

Die Ausschreibung für den Breitbandausbau in der Gemeinde läuft. Die Umsetzung soll heuer und im nächsten Jahr erfolgen. Hierführ muss die Gemeinde zunächst in diesen beiden Jahren rund 900 000 Euro bereitstellen, denn die hohen Zuschüsse aus dem Förderprogramm des Freistaats (rund zwei Drittel der Kosten) kommen zeitversetzt.

Ein großer Brocken auf der Ausgabenseite wird sowohl heuer als auch im nächsten Jahr der beschlossene Bau des Kinderhorts unterhalb des Burgkindergartens werden. Man rechnet hier mit Kosten von knapp 2 Millionen Euro.

Haupteinnahmequelle für die Gemeinde ist die Einkommensteuerbeteiligung, die von 3,9 auf 4,1 Millionen Euro anwachsen soll. Es ist auch mehr Schlüsselzuweisung zu erwarten, nämlich 1,06 Millionen Euro, was eine Mehrung von 160 000 Euro bedeutet. Wegen des neuen Hebesatzes (310 Punkte) fließt auch etwas mehr Gewerbe- und Grundsteuer. Das macht bei der Gewerbesteuer aber nur 25 000 und bei der Grundsteuer 24 000 Euro aus.

Auf der Ausgabenseite des Verwaltungshaushalts ist die Kreisumlage mit 2,55 Millionen Euro ein großer Posten. Das sind 117 000 Euro mehr als im Vorjahr. Der Ansatz für Personalkosten ist gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.

Wichtig ist dem Bürgermeister der Gebäudeunterhalt. Im Rathaus sollen die Fenster erneuert werden, so dass hierfür 250 000 Euro im Haushalt erscheinen. Mit dieser Sanierungsmaßnahme möchte man in erster Linie energetische Einsparungen erzielen.

Sanierungsmaßnahmen seien auch am Schulgebäude und der Schulturnhalle unumgänglich, so dass hierfür im Haushaltsansatz 81 000 Euro erscheinen. Insbesondere in Großinzemoos müsse auch heuer wieder Geld in die Kindergartensanierung gesteckt werden. Man rechnet mit rund 70 000 Euro. Für den Straßen- und Wegeunterhalt sieht der Haushaltsentwurf, über den der Gemeinderat am Mittwoch, 27. Januar, abstimmt, Ausgaben in Höhe von 150 000 Euro vor.

ost

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