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Schulfrei, also glückliche Kinder: Beim Spieletag im JUZ Indersdorf sind etwa 35 Kinder untergekommen.

Schulfreier Buß- und Bettag stellt viele Eltern vor Probleme

Wohin mit den Kindern?  

Dachau  Erwachsene müssen ganz normal arbeiten, während Schulkinder frei haben. Wegen dieser eigenartigen Konstellation ist der Buß- und Bettag jährlich für für viele berufstätige Eltern eine organisatorische Herausforderung.

„Ein Tag, um darüber nachzudenken, wann man gegen Gottes Gebote verstoßen hat und um Einsicht darüber zu erlangen, es in Zukunft besser zu machen.“ So lautet die (gekürzte) Beschreibung von Kirchenrat Dr. Björn Mensing zum Buß- und Bettag, der immer am Mittwoch vor dem Totensonntag ist. Viele Eltern verbinden mit dem Tag allerdings vor allem das Problem, ihre Kinder unterzubringen, da diese frei haben – ganz anders als die Erwachsenen. 

Der Zweckverband Kinder- und Jugendarbeit bietet deshalb im Landkreis verschiedene Formen der Betreuung an. Das Angebot wird von den Eltern dankend angenommen, rund 120 Kinder nahmen gestern teil. Unter anderem gab es einen Spieletag im JUZ in Indersdorf und ein Ausflug in die Therme Erding.

„Die hohe Zahl der teilnehmenden Kinder spricht für sich: Die Eltern stehen an diesem Tag oft vor großen organisatorischen Problemen“, erklärt Olaf Schräder vom Zweckverband. Seit vielen Jahren sind die Veranstaltungen an diesem Tag fester Bestandteil in der Arbeit des Verbands und stets ausgebucht. 

„Dass die Kinder frei haben, ist für viele Eltern schwer zu organisieren“, bemerkt auch Susann Haak-Georgius, Leiterin der Stabsstelle Familienberatung, Gleichstellung und Inklusion im Landratsamt Dachau. Hier gibt es deshalb am Buß- und Bettag ein besonderes Angebot für alle Mitarbeiter mit Kindern: Sie können ihre Sprösslinge mitbringen, für die dann eine Betreuung organisiert wird. Von Jahr zu Jahr komme das besser an: 52 Kinder nahmen heuer teil. Besonderes Schmankerl für die Eltern: Sie dürfen an diesem Tag schon um 14 Uhr mit ihren Kindern nach Hause gehen. 

Die Lehrer müssen übrigens an diesem Tag genauso zur Arbeit wie andere Arbeitnehmer auch. „Die meisten Schulen haben Lehrerkonferenzen abgehalten“, erklärt Albert Sikora vom Schulamt. Den Kindern dürfte es egal sein – sie freuten sich wohl einfach über einen schulfreien Tag. 

Der Tag habe trotz der Probleme auf jeden Fall seine Berechtigung, findet Mensing, nur die bisherige Lösung sieht er kritisch: „So ist es weder Fisch noch Fleisch.“ 1995 wurde der Buß- und Bettag als arbeitsfreier Tag gestrichen, um die Mehrbelastung für Arbeitgeber durch die neu eingeführte Pflegeversicherung auszugleichen. Mensing plädiert entweder für die Wiedereinführung des gesetzlichen Feiertags, oder dafür, auch den freien Tag der Schüler zu streichen. Er fügt aber lachend hinzu: „Ich gönne den Kindern wirklich jeden freien Tag, ich war ja schließlich selbst mal Schüler."

Aljoscha Huber

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