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Der Schein trog: Guter Dinge führten Schuster-Geschäftsführer Claus Palm (Zweiter von rechts) und der kaufmännische Leiter Markus Stopfer (links daneben) im März 2013 CSU-Größen durch die Werkhallen.

Hebertshauser Unternehmen ist vom Zukunftskurs abgekommen

Schuster Karton meldet Insolvenz an

Hebertshausen - Die Firma Schuster Karton mit Sitz in Hebertshausen hat Konkurs angemeldet. 115 Arbeitnehmer bangen um ihre Jobs. Erst vor kurzem sei das Unternehmen in Schieflage geraten, hieß es aus der Geschäftsführung. Die Belegschaft war war von dem Entschluss völlig überrascht.

Seit mehr als 110 Jahren fertigt das Feinpappenwerk Schuster hochwertigen Karton aus Altpapier. Ein Großteil der 115 Mitarbeiter arbeitet in der Produktion im Vierschichtbetrieb. Der Umsatz betrug vergangenes Jahr 20 Millionen Euro. Die Wirtschaftskrise 2008 bremste das Wachstum. Strukturelle Schwächen wurden sichtbar. „Der internationale Wettbewerb ist intensiv, und die Energiekosten in Deutschland sind hoch. Wir wollen keinen Preiskampf mit global agierenden Konzernen. Unser Plan ist es vielmehr, lukrative Nischen zu besetzen“, sagte der kaufmännische Leiter Markus Stopfer noch Ende Januar in einem Interview auf der Homepage der Schuster Karton. Er und Geschäftsführer Claus Palm hatten den 1900 gegründeten Familienbetrieb ab 2008 nach eigenen Worten wieder auf „Zukunftskurs“ gebracht. Unter anderem mit einem komplett erneuerten, effektiven EDV-System. Doch das war offenbar nicht genug. Nun wurde öffentlich: Schuster-Karton ist vom Kurs abgekommen.  Ende März beantragte die Firma Konkurs.

Von der Entscheidung völlig überrascht waren die Mitarbeiter, die erst am 31. März informiert wurden, aber auch Hebertshausens Bürgermeister Richard Reischl, der von dem Schritt am 1. April erfahren hatte. Es gebe in Kürze ein Gespräch zwischen der Gemeinde Hebertshausen, dem Insolvenzverwalter sowie Banken, ließ der der Gemeindechef wissen. 

Insolvenzverwalter Stephan Ammann informierte am Dienstag auf einer internen Betriebsversammlung, wie es mit dem Unternehmen weitergeht. Dabei hat der Münchner Sanierungsexperte von der Rechtsanwalts-GmbH Pluta auch beruhigende Nachrichten im Gepäck: Der Geschäftsbetrieb wird fortgeführt. Die Gehälter für die 115 Beschäftigten sind über das sogenannte Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. 

Und: „Es gibt bereits ein von der Geschäftsführung erarbeitetes Sanierungskonzept. Dieses Konzept wird der vorläufige Insolvenzverwalter prüfen. Auch erste Investorengespräche, die bereits geführt wurden, wird der Verwalter fortführen. Wichtig ist, dass wir den Geschäftsbetrieb nahtlos weiterführen und zugleich Gespräche mit interessierten Investoren führen“, sagte Plute-Pressesprecher Patrick Sutter.

Klaus Rabl/Thomas Zimmerly

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