Überbrückung für den TSV?

Noch keine Entscheidung im Rat

Schwabhausen - Weil einige Zuschüsse gestrichen wurden, bittet der TSV Schwabhausen die Gemeinde um eine Überbrückungshilfe. Doch die ziert sich.

Im ersten Anlauf ist der TSV Schwabhausen mit einem Antrag an den Gemeinderat gescheitert, eine einmalige Überbrückungshilfe in Höhe von 14 000 Euro zu bekommen. Der größte und sportlich erfolgreichste Sportverein in der Gemeinde hatte den Zuschussantrag damit begründet, dass mit den neuen Förderrichtlinien der TSV heuer ebendiesen Betrag weniger Förderung von der Gemeinde erhält.

Die Meinungen zu diesem Antrag gingen allerdings im Gremium derart weit auseinander, dass man sich nach längerer Debatte nur auf eines einigen konnte – auf eine Vertagung. Überhaupt nicht anfreunden konnte sich mit dieser Überbrückungshilfe die Fraktion Freie Wähler/Bürgerblock Arnbach. Harald Jörg („mit diesem Antrag wird nicht der Verein, sondern nur die Tischtennisabteilung gefördert“) und Sprecher Wolfgang Hörl („wir wollen nicht wieder mit einzelnen Abteilungen verhandeln, das sind doch alte Kamellen“) sprachen sich explizit gegen den Antrag aus.

Der neue TSV-Vorsitzende Willi Jais begründet die Bitte um eine einmalige finanzielle Hilfe vor allem damit, dass „die von der Gemeinde nun eingesparten Mittel vor allem die Tischtennisabteilung betreffen“ würden. Jais: „Hier fallen Zuschüsse in Höhe von 18 000 Euro weg.“ Denn es gibt keine Talentförderung mehr (8500 Euro) und auch keinen Zuschuss für die Sportlerbeförderung (zuletzt 11 000 Euro). Dass die Jugendarbeit höher gefördert werde (rund 13 000 gegenüber zuletzt 9000 Euro), könne das nicht kompensieren, rechnete der TSV-Chef vor.

Einen Fürsprecher hatte der Sportverein im Bürgermeister. „Damit sich der neue Vorsitzende etwas leichter tut“, sollte man einer Überbrückungshilfe zustimmen, fand Josef Baumgartner. Und auch Dieter Rubner (UBV) machte sich das Argement des Vereins zu eigen, dass die neuen Förderrichtlinien nicht nur erst im Februar vom Gemeinderat beschlossen wurden, sondern auch mit sofortiger Wirkung. Um sich neu aufstellen zu können, brauche der Verein etwas Zeit. Dazu Jais im Antrag: „Wir fordern eine faire Chance, dieser aufgetretenen Deckungslücke vernünftig und mit geeigneten Maßnahmen begegnen zu können.“ Angesichts der angespannten Finanzlage bliebe dem TSV ansonsten nur, ein Darlehen aufzunehmen.

„Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, brachte CSU-Fraktionssprecher Georg Hillreiner wohl die Gefühlslage einiger Kollegen zum Ausdruck. „Denn einerseits wollen wir keine Starrköpfe sein, andererseits aber auch nicht gleich wieder die neuen Richtlinien brechen.“

Wolfgang Hörl beharrte aber: „Über diesen Antrag können wir heute nicht abstimmen“. Seine Fraktion störte sich besonders daran, dass der Antrag mit der Finanznot der Tischtennisabteilung begründet werde, Abteilungsleiter Erich Dengler aber zur gleichen Zeit in einem Interview erklärt habe, am Finanziellen würde das Thema 1. Bundesliga nicht scheitern („wir könnten das stemmen“). Nun soll die Verwaltung bzw. Bürgermeister Baumgartner noch einmal mit den Vertretern des Sportvereins sprechen und sie mit den Fragen und der Kritik aus dem Gemeinderat konfrontieren. Mit dem Ergebnis dieser Gespräche soll der Antrag dann wieder im Gremium behandelt werden.

tor

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