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Anton Hartl: Plötzlicher Tod an Heiligabend - sein Tor war immer offen

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Anton Hartl starb an Heiligabend.
Anton Hartl starb an Heiligabend. © Höltl

An Heiligabend verstarb plötzlich und unerwartet Anton Hartl, vielen bekannt als „Baur z’Machtenstoa“.

Machtenstein - Vor 83 Jahren kam er als Ältester von vier Brüdern auf die Welt. Acht Jahre lang besuchte er die Volksschule Kreuzholzhausen und später die Landwirtschaftsschule in St. Ottilien. Nach der Schule arbeitete er auf dem elterlichen Hof, den er 1972 von seiner Mutter übernommen und später dann nach seinen Vorstellungen zusammen mit seiner Frau umgebaut und auf den neuesten Stand gebracht hat.

Sehr früh kam er mit dem Thema Tod in Berührung. Als Sechsjähriger erlebte er den Bombenabwurf 1944 auf Machtenstein. Das Nachbaranwesen beim Maurer wurde komplett zerstört, und im Wagenhaus auf dem elterlichen Hof befanden sich zwei Knechte und drei Jugendliche, die alle starben. Vier Jahre später verunglückte sein Vater beim Abriss des Stadls tödlich.

Anton Hartl: Der Tod seines Enkels nahm ihn sehr mit

Mit 26 Jahren heiratete er Marianne Meir. Gemeinsam bekamen sie ihre drei Kinder Done, Peter und Traudi, und im Laufe der Jahre vier Enkelkinder. Stark mitgenommen hat ihn dann aber, als Enkel Florian sehr früh verstarb.

Durch sein handwerkliches Geschick war Anton Hartl zeitlebens ein leidenschaftlicher Tüftler. Mit seinen Maschinen bestellte und erntete er nicht nur die eigenen Felder, sondern half auch den Bauern aus Machtenstein und Umgebung aus. In den 80er Jahren konstruierte und baute er nach seinen Vorstellungen einen Zusatzmotor für den Traktor der Baureihe MB-trac an, um die Leistung beim Maishäckseln zu erhöhen.

Anton Hartl aus Schwabhausen an Heiligabend verstorben: Er war stets offen für Neues

Mit Hilfe der Machtensteiner und der Schützenmitglieder wurde 1979 in kürzester Zeit eine große Halle auf seinem Grundstück erbaut. Gleich nach der Fertigstellung wurde die Fahnenweihe mit dem 100-jährigen Jubiläum der Schützen groß gefeiert. Er hatte immer ein „offenes Tor für alle“ – auch für die Burschen im Dorf, die jahrelang ihre legendären Hallenfeste bei ihm auf dem Hof veranstalteten.

Geliebt hat er die Unterhaltung und den Meinungsaustausch mit seinen Stammtischlern und den jungen Leuten, und er war stets offen für Neues. Ganz besonders interessierte ihn die Energiewende. Bis zum Schluss machte er sich Notizen und erstellte Statistiken für den Energieverbrauch für die Stromerzeugung von Photovoltaik, der Hackschnitzelheizung und eine gemeinsame Abwasserversorgung.

Anton Hartl: Beispiel für das Miteinander der Generationen

Mit Interesse las er täglich die Dachauer Nachrichten und widmete sich am Wochenende der Lektüre von Fachzeitschriften. Er genoss es, zusammen mit seiner Frau an Bildungsreisen des Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung in Dachau teilzunehmen und war zudem gerne mit seinen Freunden unterwegs. Mit Anton Hartl verliert Machtenstein einen Mann voller Tatendrang, der vielfältig engagiert und beispielgebend für ein Miteinander der Generationen war. Roswitha Höltl

Der Sterberosenkranz ist am heutigen Montag um 18.30 Uhr. Das Requiem mit anschließender Beerdigung ist am Mittwoch, 5. Januar, um 10 Uhr in Kreuzholzhausen.

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