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Mit einem Maßkrug aus dem Jahr 1921 bedankte sich Adolf Breitenberger (rechts) bei Referent Robert Gasteiger für den gelungenen Vortrag beim Arnbacher Chronikverein.

Verein Dorfchronik Arnbach vor der Auflösung

Sind die Tage des Chronikvereins gezählt?

Er hat eigentlich seine Aufgabe erfüllt. Insofern sind die Tage des Vereins Dorfchronik Arnbach womöglich gezählt. Das klang jetzt auf der Jahresversammlung durch.

Arnbach – Zur Jahreshauptversammlung hatte der Verein Dorfchronik Arnbach ins Sportheim eingeladen. Vorsitzender Adolf Breitenberger konnte dazu neben den Mitgliedern auch eine Reihe von Gästen begrüßen. So wie es aussieht, sind die Tage des Arnbacher Chronikvereins gezählt. Denn wie Breitenberger in seinem Rückblick berichtete, gab es im vergangenen Jahr keine Vereinsaktivitäten mehr.

Alle Chronikbücher sind verkauft, vereinzelt kommen zwar immer noch Anfragen, die aber nicht mehr bedient werden können. Weil im Verein kein Mitgliedsbeitrag erhoben wird, waren auch keine Kassenumsätze mehr zu verzeichnen, deshalb konnte man sich auch den Kassenbericht, bis auf die Bekanntgabe des unveränderten Kontostandes, sparen.

In einem kurzen Rückblick zeichnete Breitenberger noch einmal die vergangenen 18 Jahre nach. Nach der Vereinsgründung im Jahre 2000 konnte die Arnbacher Dorfchronik im Frühjahr 2005 aufgelegt werden. Fast in jedem Arnbacher Haushalt befindet sich ein Exemplar und wird als wertvolles Nachschlagewerk genutzt.

Bedient wurden auch die Archive verschiedener öffentlicher und privater Archive und die Gemeinde. Viele Interessenten, die ihre Wurzeln in Arnbach haben, wollten ebenfalls ein Exemplar haben, und so fanden zahlreiche Bücher ihren Weg sogar ins europäische Ausland und nach Übersee. Der Abschnitt über die Heimatvertriebenen in der Arnbacher Chronik fand dazu auch beim Landkreis-Projekt „Stunde Null“ Verwendung.

Weitere Aktionen des Vereins nach dem Abschluss der Chronik waren die Auflage von Post- und Ansichtskarten, Hausnamens-Tafeln und die Veranstaltung eines Kulturtages. Ins Auge gefasst wurde zwar die Fortführung der Chronik in Form einer Broschüre, denn immerhin sind seit dem Abschluss des Heimatbuches schon 14 Jahre vergangen, in Arnbach hat eine rege Bautätigkeit stattgefunden, und die Einwohnerzahl ist auf mehr als 1200 angewachsen. Dazu ist es aber bisher nicht gekommen.

Die Entscheidung darüber, ob der Verein weitergeführt oder aufgelöst werden soll, wurde auf die nächste Jahreshauptversammlung vertagt. Dann stehen auch wieder die Neuwahlen an, und nachdem sowohl der Vorsitzende als auch die Schriftführerin signalisiert haben, dann nicht mehr zur Verfügung zu stehen, wird sich zeigen, ob Nachfolger gefunden werden, die den Verein mit neuen Aktivitäten beleben.

Abgerundet wurde die Mitgliederversammlung mit einem vielbeklatschten Vortrag von Robert Gasteiger über das Brauchtum im Dachauer Land. Der Referent wusste nicht nur Amüsantes über den Menschenschlag im Dachauer Land zu berichten, sondern zeigte in vielen Bildern auch Trachten, Schmuck und Devotionalien. Dazu zeigte er zwei alte Filme über die Stadt Dachau.

Als Dankeschön bekam Robert Gasteiger von Adolf Breitenberger einen Stein-Maßkrug aus dem Jahr 1921 der Brauerei Maisach überreicht. Der Krug, der nun die Maßkrugsammlung von Robert Gasteiger bereichert, wurde auf dem Dachboden des ehemaligen Gasthauses Kraus gefunden, das bis zu seiner Schließung im Jahre 2010 fast 90 Jahre lang mit Bier aus Maisach beliefert wurde.

ela

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