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Wollen ins Rathaus Schwabhausen einziehen: v.l. Thomas Hack, Wolfgang Hörl und Florian Scherf

Bürgermeisterwahl 2020

Fünf Fragen - fünf Antworten: Dreikampf um Schwabhausen

Wir haben den drei Bürgermeisterkandidaten in Schwabhausen, Thomas Hack, Wolfgang Hörl und Florian Scherf, fünf Fragen rund um ihre Gemeinde gestellt.

  • In Schwabhausen stehen Thomas Hack, Wolfgang Hörl und Florian Scherf zur Wahl des Bürgermeisters.
  • Wir haben den Kandidaten fünf Fragen rund um ihre Gemeinde gestellt. 
  • Wer ins Rathaus einzieht, entscheidet sich am 15. März.

Schwabhausen - Unsere Redaktion hat die Bürgermeisterkandidaten in Schwabhausen befragt. Thomas Hack (UBV), Wolfgang Hörl (BBA/FWS) und Florian Scherf (CSU) wollen Amtsinhaber Josef Baumgartner (FW) ablösen. Fünf Fragen - fünf Antworten. Die Kandidaten antworten nach alphabetischer Reihenfolge des Nachnamens. 

Thomas Hack: 37 Jahre, Vertriebsleiter, Gründungsmitglied UBV
Wolfgang Hörl: 50 Jahre, Bankkaufmann, 2. Bürgermeister
Florian Scherf: 50 Jahre, stellvertretender Kämmerer in Dachau

Viele Gemeindebürger beklagen das lückenhafte Radwegenetz zwischen den Ortsteilen, aber auch im Hauptort Schwabhausen: Wie gedenken Sie Abhilfe zu schaffen?

Thomas Hack: Wir haben uns das Ziel gesetzt, unsere Dörfer mit Wegen zu verbinden. Sollte ich Bürgermeister werden, suche ich erneut die Gespräche mit den Grundstückseigentümern und informiere regelmäßig. Im Hauptort mit der Staatsstraße stehen wir aufgrund des begrenzten Platzes vor ganz anderen Herausforderungen. Eine Übergangslösung bis zu einer Sanierung und Umgestaltung der Straße kann ein Fahrradschutzstreifen sein.

Wolfgang Hörl: Alle offenen Radewegeplanungen scheitern nicht am Umsetzungswillen der Gemeinde, sondern am Grunderwerb. Grund und Boden ist nicht vermehrbar und hat für die Eigentümer auch einen ideellen Wert. Ich werde mich mit den Forderungen intensiv auseinandersetzen und mit dem Gemeinderat Ankaufmodelle entwickeln.

Florian Scherf: Wir flechten gemeinsam mit dem Landkreis und dem Freistaat das Radwegenetz in der und um die Gemeinde enger. Die Gespräche über die dafür benötigten Flächen nehme ich wieder auf. Vor allem die Schulkinder sollen sicher mit dem Rad unterwegs sein können. Und wir schaffen gute Radabstellplätze.

Jedes Jahr ein Prozent Bevölkerungszuwachs in der Gemeinde: Ist das die richtige Zielsetzung? Oder lässt sich der Zuzug gar nicht verhindern?

Thomas Hack: Ziel muss es sein, den dörflichen Charakter zu erhalten, ohne, dass uns am Ende die Infrastruktur fehlt. Wir dürfen auch unsere Einheimischen nicht vergessen. Ihren Bedarf sicher zu stellen, hat für mich oberste Priorität. Der Zuzug lässt sich jedoch aufgrund privater Grundstücksverkäufe nicht verhindern. Aktuelle Investorenprojekte zeigen, dass ein Prozent heuer wohl übertroffen wird

Wolfgang Hörl: Wir müssen uns am Gemeinwohl orientieren und das Wachstum an den Bedarf der Gemeindebürger ausrichten. Verdichtungen und moderate Neuausweisungen sollen den Wohnraum für unsere Nachkommen sichern. Als Gemeinde werden wir für sozialen Wohnraum sorgen. Das Wachstum der letzten Jahre lag bei 0,7 Prozent.

Florian Scherf: Der Zuzugsdruck kommt von München zu uns aufs Land. Wachsen die Gemeinden nicht, steigen die Preise ins Unermessliche. Wir haben uns für Schwabhausen auf höchstens ein Prozent Wachstum festgelegt. Mit dieser Prognose steuern wir Investitionen in die Infrastruktur aktiv, wo andere nur reagieren.

Bürgermeisterwahl 2020 in Schwabhausen: Fünf Fragen - Antworten

Der Durchgangsverkehr nimmt immer mehr zu, Schwabhausen erduldet täglich den Pendlerstrom zwischen dem westlichen Landkreis und Dachau/München. Was kann die Gemeinde tun, um das in erträglichem Rahmen zu halten?

Thomas Hack: Auch wenn eine Umgehungsstraße kurzfristig Entlastung schafft, verlagert man dadurch nur den Verkehr für einen gewissen Zeitraum. Wir müssen uns bei solchen Projekten die regionale Wirkung ansehen und hier schließe ich mich den Aussage der Stadt Dachau zum MIV-Konzept an. Mein Fazit:Wir sollten umdenken und Kfz-Fahrten auf zuverlässige Alternativen verlagern.

Wolfgang Hörl: Die Lösung liegt hier klar in der Verkehrsvermeidung. Mit vielschichtigen Aufwertungen des Öffentlichen Personennahverkehrs lassen sich die Pendlerströme umleiten. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur wird dazu beitragen, dass die Zahl der Homeoffice-Nutzer steigt und sich zusätzliches Gewerbe in unserer Gemeinde ansiedelt.

Florian Scherf: Wir bleiben dran: Zuverlässigkeit, Taktverdichtung und zeitliche Ausweitung der S-Bahn und viel mehr Busse sind erforderlich, damit die Menschen gar nicht erst ins Auto zu steigen brauchen. Die möglichen Trassen für denkbare Umgehungsstraßen sind frei zu halten. Radwege helfen den Stau zu verringern.

Den Gemeinden kommt bei der Umsetzung des Volksbegehrens „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern“ eine Schlüsselrolle zu. Was soll in Schwabhausen passieren?

Thomas Hack: Dazu möchte ich folgende Schwerpunkte setzen: gemeindeeigene Grünflächen ökologisch aufwerten und vernetzen; mehr Bäume pflanzen; Ersatz für alle Fällungen; ein Umweltbeauftragter in der Verwaltung, ein Umweltbeirat zur Vernetzung von Politik, Verwaltung, Ehrenamt und Bürgern; Vorreiterrolle der Gemeinde bei eigenen Bauvorhaben, z.B. durch ökologische Holzbauweise und regenerative Energieversorgung

Wolfgang Hörl: Auf meine Initiative hin, behandelt der Bauausschuss seit Mitte 2019 in jeder Sitzung Themen die sich mit „Artenvielfalt und Nachhaltigkeit“ beschäftigen. Das Thema Nachhaltigkeit wird künftig als Querschnittsfunktion in allen Bereichen einen hohen Stellwert haben. Wir sind in der Vorbildrolle.

Florian Scherf: Schwabhausen wird durch zusätzliche Bäume und Sträucher mehr blühen als heute. Wegränder werden weniger gemäht und nicht mehr gemulcht. Wohn- und Gewerbebauflächen dürfen effizienter genutzt werden. Gewässer sind naturnaher zu entwickeln. Regionalität wird beworben und von allen Einwohnern gelebt.

Bürgermeisterwahl 2020 in Schwabhausen: Drei wollen ins Bürgermeisteramt

Gibt es in der Gemeinde einen Brennpunkt, einen Notstand, dem Sie sich besonders widmen möchten?

Thomas Hack: Neben einer aktiven Seniorenpolitik, dem Erhalt und Ausbau unseres Gewerbes, einer hochwertigen Betreuung unserer Kinder und Jugendlichen und der Unterstützung unserer Vereine ist eines besonders wichtig: Die Gemeinde muss sich wieder als ein Dorf sehen und auch so fühlen, damit wir gemeinsam diese Herausforderungen meistern.

Wolfgang Hörl: Die Kinderbetreuung muss wieder ein Aushängeschild unserer Gemeinde werden. Im Austausch mit den Eltern und den Trägern unserer Kinderhäuser werde ich an diesem Ziel arbeiten. Die Verantwortung für dieses sensible Thema werde ich mit allen nötigen Konsequenzen übernehmen.

Florian Scherf: Schwabhausen geht es grundsätzlich gut. Mit Sorge betrachte ich aber zwei Dinge: Den Jugendlichen und jungen Erwachsenen fehlt ein Treffpunkt; die ältere Generation sorgt sich darum, ob sie hier noch wohnen kann, wenn sie hilfsbedürftig ist. In beiden Fällen ist es höchste Zeit, aktiv zu werden.

Alle Infos und News zur Kommunalwahl 2020 im Landkreis Dachau finden Sie immer aktuell auf unserer großen Themenseite.

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