Unvergessen: „Heini“ Loder (links) bei der 50-Jahr-Feier des TSV Schwabhausen 1979 mit seinem guten Freund Georg „Tschok“ Englhard.
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Unvergessen: „Heini“ Loder (links) bei der 50-Jahr-Feier des TSV Schwabhausen 1979 mit seinem guten Freund Georg „Tschok“ Englhard.

„Heini“ Loder wurde heute vor 100 Jahren geboren – Fast 30 Jahre lang Vereinsvorsitzender

Der TSV Schwabhausen war sein Leben

Der TSV Schwabhausen war sein Leben, und ohne ihn wäre der TSV wäre heute nicht das, was er ist: Heute vor 100 Jahren wurde Heinrich Loder geboren.

Schwabhausen – Er war eine der bekanntesten Persönlichkeiten in Schwabhausen und hat durch sein Wirken im Ort Geschichte geschrieben: Heinrich „Heini“ Loder. Am heutigen Freitag, 23. April, wäre er 100 Jahre alt geworden, sein Todestag jährte sich im März zum 20. Mal. In Erinnerung geblieben ist Heini Loder als warmherziger und großzügiger Mensch mit einem großen Herzen für den Sport und für die Sportjugend.

Untrennbar verbunden ist der Name Heini Loder mit dem TSV Schwabhausen. Der Verein war sein Leben, und ihm galt jahrzehntelang sein ganzes ehrenamtliches Engagement. Er war ein Fußballer mit Leib und Seele, und schon, als nach dem Krieg 1946/47 die Verbandsspiele wieder aufgenommen wurden, war Heini Loder im Einsatz und konnte mit der 1. Mannschaft so manchen Erfolg feiern.

Damals gab es noch kein Vereinsheim oder ähnliches Gebäude. Wie aus der Vereinschronik überliefert ist, mussten sich die Spieler bis 1951 im nahe gelegenen Rothbach waschen. Bis zur Fertigstellung der kleinen Turnhalle 1952 stellte dann Heini Loder seine Schreinerwerkstatt als Waschraum zur Verfügung.

Nach seiner aktiven Fußballerzeit übernahm Loder dann auch Verantwortung im Verein. Zwischen 1954 und 1986 war er insgesamt 29 Jahre lang Vorsitzender des TSV Schwabhausen. In dieser Zeit nahm das Sportgeschehen einen großen Aufschwung. Ein Meilenstein war der Bau der Mehrzweckhalle im Jahre 1981, die nun auch Hallensportarten ermöglichte. So kamen zur Fußballabteilung die Leichtathletikabteilung, die Ski-Abteilung und die Damen-Gymnastik hinzu.

Auf Initiative von Heini Loder wurde 1975 auch die Tischtennisabteilung gegründet, die heute mit ihrer Bundesliga-Mannschaft das Aushängeschild des Vereins ist. Mit der Gründung der Tennisabteilung, der Handballabteilung, der Herren-Gymnastik, der Turnabteilung, der Stockschützenabteilung, der Taekwondoabteilung und der Jazz-Gymnastik-Abteilung wurde das Sportangebot während der Amtszeit von Heini Loder abgerundet.

Als Dank für seinen unermüdlichen Einsatz wurde Heini Loder zum Ehrenvorsitzenden des TSV ernannt.

Unterstützt wurde er in all den Jahren von seiner Frau Marianne, die ihrem Mann nicht nur den Rücken freihielt, sondern auch tatkräftig mit anpackte, sei es beim Transport von Schülermannschaften oder bei der Buchhaltung.

Den Lebensunterhalt für seine sechsköpfige Familie verdiente der Schreinermeister mit seiner eigenen Schreinerei, die er gemeinsam mit Ehefrau Marianne ab 1947 aufgebaut hatte. Im Laufe der Jahre spezialisierte er sich auf historische Sonderanfertigungen, die viel handwerkliches Geschick verlangten. Zu seinem Kundenkreis zählten unter anderem Bayerische Prinzen sowie die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung.

25 Jahre lang war Heini Loder aktiv im Vorstand der Schreinerinnung und Mitglied des Prüfungsausschusses sowie sechs Jahre lang Gemeinderat unter Bürgermeister Arnold.

Heute führt sein Sohn Thomas die Schreinerei. Er erinnert sich an Heini Loder als liebevollen und verständnisvollen Vater, der ihn und seine drei Schwestern immer unterstützt hat.

„Trotz seiner vielen Arbeit in der Schreinerei und im TSV fand der Papa immer noch Zeit, um sich zumindest an den Wochenenden Zeit für die Familie zu nehmen und manchmal kleinere Ausflüge zu unternehmen. Selbst als der Papa schon im Rollstuhl saß, hat er mich in der Schreinerei noch sehr unterstützt. Und wenn es nur die Übernahme des Telefondienstes war, hat er mir sehr geholfen“, erzählt Thomas Loder rückblickend.

Bereits 1984 wurde Heini Loder für seine Verdienste um den Sport mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, 1996 folgte die Verleihung der Bürgermedaille durch die Gemeinde Schwabhausen und schließlich 2005 die Namensgebung „Heinrich-Loder-Halle“ für die Mehrzweckhalle auf dem Sportgelände, die auch für die Nachwelt das Andenken an diesen außergewöhnlichen Menschen aufrecht erhält.

Edeltraud Lachner

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