Frau an Computer
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In der Videokonferenz: Elke Zeyer mit einer dritten Klasse der Grundschule Schwabhausen. 

Distanzunterricht am Beispiel der Grundschule in Schwabhausen

Digitale statt analoge Wissensvermittlung

Die Schulen mussten wieder auf Distanzunterricht umstellen. Aber mittlerweile hat sich Routine eingestellt - und es gibt noch weitere gute Nachrichten.

Schwabhausen – Gut vorbereitet ist die Grundschule Schwabhausen nach den Weihnachtsferien in den Distanzunterricht gestartet. Die erfolgreiche Umsetzung aller Vorgaben ist für Rektorin Daniela Artmann auch der hervorragenden Einsatzbereitschaft und der Zusammenarbeit ihres Teams zu verdanken. Es ist ein sehr großer Schritt für alle, von der analogen in die digitale Wissensvermittlung zu wechseln.

Die technische Ausrüstung ist ein Thema, das noch einer gewissen Abrundung bedarf, aber schon jetzt kann man festhalten, dass mit den gegebenen Mitteln sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Alle Lehrkräfte haben mittlerweile ein Padlet, also eine digitale Pinnwand für ihre Klassen eingerichtet. Dort findet jeder Schüler seinen Klassen-Chat und seine Tages- und Wochenpläne.

Morgens trifft sich der Klassenleiter mit seinen Schülern zu einer Videokonferenz und bespricht den Tagesablauf. Elke Zeyer, Leiterin einer dritten Klasse, freut sich jeden Morgen auf die Konferenz, und auch ihre Schüler sind mit Begeisterung dabei. Der virtuelle Raum wird von ihr ein paar Minuten vor dem Termin geöffnet, sodass alle kurz vorher noch ein bisschen miteinander ratschen können. Dabei fällt auf, dass sogar oftmals die Buben in der Klasse die Ersten sind, die online sind.

Pünktlich zum Gong der Schulglocke beginnt die halbstündige Konferenz. Nach einem kurzen Check, ob alle dabei sind, geht’s los. Der Tagesplan wird vorgestellt und besprochen, und oftmals finden sich Erklärvideos, die vom Lehrerteam selbst gedreht wurden. Diese sind kreativ und modern gestaltet wie professionelle Videosequenzen, haben aber zusätzlich den Pluspunkt, dass die Inhalte gezielt auf die jeweilige Klasse abgestimmt sind und das gemeinsame Lernen unterstützen.

In den Online-Meetings ist es nicht immer möglich, dass alle Kameras der Konferenzteilnehmer offen sind, da das Bild beizeiten ruckelt. Auch das Mikrofon wird nur bei Bedarf eingeschaltet, da die Erfahrungen gezeigt haben, dass sich sonst auch schon mal Wellensittiche mit ihrem Gezwitscher Gehör verschaffen und für Ablenkung sorgen. Diese Erfahrungen halten die Stimmung aufrecht, natürlich auch, wenn die Klasse gemeinsam ein Lied anstimmt. Zusammen lachen ist in diesen Tagen sehr wichtig, da der momentane Lern- und Tagesablauf doch anstrengender ist, als man es normalerweise kennt.

Keine Frage, Präsenzunterricht ist nicht zu ersetzen, und die aktuelle Situation verlangt sehr viel Flexibilität und enorme Energie. Aber diesen Herausforderungen stehen Schüler mit ihren Familienmitgliedern und auch das Schul-Kollegium sehr offensiv gegenüber.

Die Notbetreuungsgruppen wurden nach Jahrgangsstufen gebildet und in den größeren Klassenräumen untergebracht.

Das Angebot an Fortbildung, das auch über die FIBS-Plattform (Datenbank für das Fortbildungsangebot des staatlichen Schulamts) offeriert wird, wird von allen Lehrkräften aktiv angenommen. Daniela Artmann freut sich, dass ihr Team allem so engagiert gegenübersteht und fachmännische Unterstützung, Beratung und Tipps sogar vor Ort abgerufen werden können, da Katrin Herrmann, eine Expertin vom Schulamt Fürstenfeldbruck, zu ihrem Team gehört.

Gute Nachrichten gibt es ebenfalls zum Thema „Notbetreuung an der Grundschule“, die durch ihre komplexen Rahmenbedingungen auf eine neue Basis gestellt werden musste. Große Klassenräume stellen die gewünschten Abstände sicher, Gruppen für die jeweiligen Jahrgangsstufen wurden gebildet, und jeder Klassenraum ist mit einem CO2-Messgerät von der Gemeinde ausgerüstet.

Roswitha Höltl

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