+
Flottes, spontanes Podium: Thomas Hack, Nikola Obermeier, Florian Scherf und Wolfgang Hörl (von links nach rechts).

Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Schwabhausen

Drei höchst befähigte Kandidaten

  • schließen

Abgewiesen werden musste niemand, aber ein paar Leute machten wieder kehrt, als sie den rappelvollen Saal des Gasthauses zur Post erblickten: Das Interesse an der Podiumsdiskussion der Heimatzeitung in Schwabhausen war riesig. 350 Interessierte kamen, um die drei Bürgermeisterkandidaten zu erleben – oder ihnen selbst auf den Zahn zu fühlen.

Dachau – Wenn Thomas Hack gewählt wird, dann sollen sich die Bürger mit ihren Anliegen immer gleich direkt an ihn wenden. Florian Scherf wird dafür sorgen, dass alles öffentlich im Gemeinderat behandelt wird und jeder mit einem Anliegen spätestens innerhalb von 14 Tagen eine Antwort bekommt. Und Wolfgang Hörl würde gar nicht darauf warten, dass jemand anruft oder vorbeikommt, sondern als Bürgermeister „raus aus dem Rathaus gehen, um einen Perspektivwechsel einzuleiten“.

Die drei Bewerber um das frei werdende Amt des Gemeindechefs in Schwabhausen nutzten am Donnerstagabend die Gelegenheit, bei der Podiumsdiskussion der Dachauer Nachrichten Profil zu zeigen. Im Laufe des kurzweiligen Abends bekamen die rund 350 Zuhörer im rappelvollen großen Saal des Gasthauses zur Post einen guten Eindruck davon, worin sich die Kandidaten persönlich und inhaltlich voreinander unterscheiden.

So lernte der aufmerksame Zuhörer beispielsweise, dass Wolfgang Hörl (BBA/FW) als Arnbacher keineswegs eine „Ortsteilbrille“ auf der Nase trägt und „beruflich langweilig seit mehr als 30 Jahren im gleichen Bankinstitut“ seine Brötchen verdient. Oder dass Florian Scherf (CSU) zwar „sehr geeignet“ für den Job ist, „weil ich das gelernt habe, was man als Bürgermeister braucht“, als Zuagroaster aber keineswegs eine „gmahde Wiesn“ vorfindet. Und dass Thomas Hack (UBV) „zwei Legislaturperioden jünger als meine Kollegen hier“ ist und ihnen dennoch in Sachen Kommunikation etwas voraus habe.

Alle wollen näher am Bürger sein

Die Kommunikation zu verbessern, näher am Bürger zu sein und diesen bei der Meinungsbildung besser einzubinden, das zog sich bei allen drei Kandidaten wie ein roter Faden durch den Abend, den DN-Redaktionsleiterin Nikola Obermeier souverän moderierte.

Dass etwa Oberroth jetzt mit einer eigenen Liste ins Rennen um die Gemeinderatsmandate geht, sei eben mangelhafter Kommunikation geschuldet, glaubt Wolfgang Hörl: „Wir reden zu wenig miteinander, wir schicken Bescheide, wir laden ein, und dann darf keiner was sagen...“

Die drei Konkurrenten auf dem Podium waren sich grundsätzlich einig, dass es in dieser Hinsicht Verbesserungspotenzial gebe, doch am Beispiel der Kinderbetreuung in der Gemeinde zeigten sich auch klare Unterschiede in der Bewertung. So betonte Scherf, der ja Sozialreferent im Gemeinderat ist, wie gut jetzt „die Kommunikation zwischen Trägern und Gemeinde“ und dass die Situation inzwischen „stabil“ sei und es „super“ laufe, fand es aber ungut, dass auf einer Bürgerversammlung und in Beiträgen der Dachauer Nachrichten „das Personal angegriffen“ worden sei. Die Negativschlagzeilen hätten den Ruf der Einrichtung beschädigt und es schwierig gemacht, neues Personal zu finden. Für Wolfgang Hörl ist dagegen das Thema überhaupt noch nicht durch. „Wir sind nicht begeistert, wir sind nicht zufrieden, es ist nicht alles gut!“ Mit ihm werde es eine „viel engere Vernetzung“ geben, und ein Konzept, mit dem sich die Gemeinde die Option schaffe, sich selbst als Träger einzusetzen. Jedenfalls „wollen wir nicht immer nur von außen zuschauen“.

„Das ist ja schön, dass Ihr glaubt, Ihr seid nah dran – das glaube ich aber nicht“, ging Thomas Hack nicht das einzige Mal an diesem Abend in die Offensive. „Die Kinderbetreuung läuft nicht optimal, obwohl wir in der Gemeinde so eine große Diversität haben!“ Mit ihm als Bürgermeister werde es deshalb „zweimal im Jahr eine Evaluierung geben“, werde konkret mit Eltern und Erziehern und nicht nur mit der Leitung gesprochen.

Die Gemeinde Schwabhausen wird einen Bürgermeister bekommen, der neue Wege geht und den Job drauf hat – da können sich die Bürger ganz sicher sein, wenn es nach den Bewerbern geht. Denn Wolfgang Hörl hat „auf der Finanzseite so gut wie alles gesehen“ und ist als aktueller 2. Bürgermeister sowieso schon eingearbeitet. Florian Scherf hat dank Ausbildung und Berufserfahrung alle Kenntnisse und Fähigkeiten, schließlich „schauen im Gemeinderat alle mich an“, wenn zu einem Thema „keiner mehr etwas weiß“! Und Thomas Hack sagt: „Wenn ich etwas nicht weiß, fuchs ich mich rein“ – außerdem sei der Bürgermeisterjob ja keine „One-Man-Show“. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das „Plauschofon“ der Awo hilft gegen die Einsamkeit während der Corona-Krise
Während der Corona-Krise sind viele Menschen einsam. Darum gibt es im Landkreis Dachau einige Gesprächspartner, an die sich Betroffene wenden können.
Das „Plauschofon“ der Awo hilft gegen die Einsamkeit während der Corona-Krise
Coronavirus im Landkreis Dachau: Bereits 310 infizierte Personen gelten als genesen
Das Coronavirus hat Bayern fest im Griff, auch den Landkreis Dachau. In diesem Liveticker erfahren Sie alle aktuellen Geschehnisse rund um Covid-19.
Coronavirus im Landkreis Dachau: Bereits 310 infizierte Personen gelten als genesen
Asylbewerber darf nicht arbeiten - Qadamshah Rasuli ist aber nur ein Fall von vielen 
Wird ein Asylbewerber abgelehnt, kann es sein, dass er von heute auf morgen nicht mehr arbeiten darf. Die Folgen sind gravierend. 
Asylbewerber darf nicht arbeiten - Qadamshah Rasuli ist aber nur ein Fall von vielen 
Da „Oach“ werd Siebzge
Ein Stück Vierkirchen wurde 70 Jahre alt: „Da Oach“ oder „Abü“ – so nenne die meisten Vierkirchner ihren Altbürgermeister und Ehrenbürger Heinz Eichinger auf gut …
Da „Oach“ werd Siebzge

Kommentare