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Wahlflüsterer: Ex-Bürgermeister und Bezirkstagspräsident Josef Mederer (rechts) lag mit seiner Wahlprognose sehr gut, die er als Zuhörer der Podiumsdiskussion unter anderen seinem Nachfolger Josef Baumgartner näher brachte.

Es bleibt spannend in Schwabhausen: Massive EDV-Probleme verzögern das Ergebnis

  • Torge Wester
    vonTorge Wester
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Die neue Zusammensetzung des Schwabhauser Gemeinderats ließ gestern auf sich warten. Der Grund: Massive EDV-Probleme.

Schwabhausen – Das Wahlergebnis aus Schwabhausen für den  Gemeinderat ließ gestern leider bis nach Redaktionsschluss auf sich warten. Massive EDV-Probleme in der Gemeindeverwaltung waren dafür laut scheidendem Bürgermeister Josef Baumgartner verantwortlich. Die elektronischen Lesestifte funktionierten beispielsweise nicht einwandfrei, mehrmals musste neu ausgezählt werden. Dazu gab es schon seit dem Wahlabend größere Probleme mit der Internetplattform Anstalt für kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB), in das die Ergebnisse eingepflegt werden müssen.

Zumindest 12 von 13 Wahlbezirken hatten bis zum Abend aber den Weg ins Internet geschafft. Es fehlte nur noch das Ergebnis eines Briefwahlbezirks. Immerhin ließen sich da schon einige klare Tendenzen erkennen.

Die stärkste Gruppierung war demnach bis gestern abend die der Freien Wähler Schwabhausen mit 22,2 Prozent der Stimmen. Knapp dahinter folgten die CSU mit 21,5 sowie die UBV mit 21 Prozent. Beachtlich waren die 19,9 Prozent des Bürgerblocks Arnbach im Sog des Bürgermeisterkandidaten Wolfgang Hörl.

Die Liste Oberroth, zum erstenmal im Rennen um Gemeinderatssitze dabei, hatte gestern abend hervorragende 15,3 Prozent auf ihrer Habenseite, was drei Sitze im neuen Gemeinderat bedeuten würden.

In jedem Fall ist wohl die absolute Mehrheit der Fraktion Bürgerblock Arnbach/Freie Wähler Schwabhausen (5 plus 5 plus Bürgermeister) Geschichte, denn alle Fraktionen – außer der Oberrother Liste – kämen auf jeweils vier Sitze.

Überraschungen sind das Salz in der Suppe jeder Gemeinderatswahl, und auch diese scheint damit gut gewürzt. Eine der größten Überraschungen dürfte sich im Ergebnis der CSU verstecken: Von Listenplatz 20 auf Platz 3 vorgewählt wurde Markus Arnold. Dafür hat die Union nicht nur einen weiteren ihrer bisher fünf Sitze im Gemeinderat eingebüßt, sondern – Stand gestern – mit Dieter Blimmel und Georg Hillreiner zwei Gemeinderäte „verloren“. Nachdem Ortsvorsitzender Josef Reischl mit einrückt, würde einzig Bürgermeisterkandidat Florian Scherf von den aktuellen CSU-Leuten an den Ratstisch zurückkehren.

Auch die Freien Wähler warten mit zwei Überraschungen auf. So kletterte Max Gailer vom siebten auf den zweiten Platz und der ewig junge Georg Sonnenberger ist auch wieder dabei: Die Wähler entdeckten ihn auf Listenplatz 12 der Freien Wähler und häufelten ihn auf Platz 4 vor. Dafür müssen Hans Bopfinger und Simon Sedlmair ihren Platz räumen.

UBV-Bürgermeisterkandidat Thomas Hack schafft im ersten Versuch den Einzug ins Gemeindeparlament, mit Dieter Rubner, Heinz Rebentisch und Fritz Büchler hat er wohl drei erfahrene Recken an seiner Seite. Auch hier wirbelten die Wähler die Liste ordentlich durcheinander.

Für den Bürgerblock Arnbach werden wohl wieder Tanja Kreis und Sven von Kummer zurückkehren. Franz Reindl und womöglich Bernhard Rapp wären das erste Mal dabei (letzterer für den Fall, dass Hörl Gemeindechef wird). Das Ergebnis des BBA wäre als einziges relativ listentreu.

Interessant auch das Ergebnis der Liste Oberroth mit den Newcomern Gerhard Geserer und Alfons Hauke und womöglich dem von Platz 9 durchstartenden Gastwirt Daniel Haagen, der schon einmal von 2002 bis 2008 im Gemeinderat saß, damals noch für die CSU.

Für die Schwabhauser bleibt es als einzige Gemeinde im Landkreis Dachau also doppelt spannend. Denn neben dem Warten auf die endgültige Auszählung der Gemeinderatsstimmen folgt ja am Stichtag 29. März die Stichwahl um das Bürgermeisteramt zwischen Wolfgang Hörl (BBA) und Florian Scherf (CSU).

Torge Wester

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