Es geht um die Entwicklung von Wohnbauland in der Gemeinde Schwabhuasen

Zehn Prozent Wachstum in zehn Jahren sind durchaus angestrebt

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Doch der Gemeinderat in Schwabhausen ist auf dem besten Weg, ein Konzept für die künftige wohnbauliche Entwicklung der Gemeinde zu verabschieden. Demnach soll Schwabhausen in den nächsten zehn Jahren um insgesamt zehn Prozent wachsen dürfen. Das wären rund 700 zusätzliche Einwohner.

Schwabhausen – Wie soll es mit der Entwicklung des Wohnbaulands in der Gemeinde Schwabhausen weitergehen? Mit dieser Frage befasst sich der Gemeinderat seit geraumer Weile. Jetzt wurde dem Gremium ein erster Entwurf eines Bauland- und Entwicklungskonzepts vorgestellt. Verabschiedet wurde das Konzept allerdings noch nicht, denn es fehlen noch einige Zahlen – und in einigen Punkten gibt es auch noch unterschiedliche Auffassungen im Gemeinderat.

Dr. Max Reicherzer, Fachanwalt für Verwaltungsrecht, war mit der Formulierung des Entwurfs beauftragt worden. Reicherzer war es dann auch, der ihn im Gremium erläuterte. Viele Punkte waren unstrittig. So steht etwa in der Präambel, dass die „Gemeinde Schwabhausen zur Vemeidung einer Überalterung der Bevölkerung darauf angewiesen ist, dass Wohnbauland für junge Familien zur Verfügung steht“. Oder, dass Nettobauland für Wohnbebauung zur Verfügung gestellt werden müsse, „um einem Rückgang der Bevölkerung entgegenzuwirken“.

Allein, wie viel Bauland in den nächsten Jahren ausgewiesen werden soll und wie viel Flächen mit nicht genutzten Baurechten – also Baulücken – es gibt, das muss erst noch ermittelt werden. Ebenso, wie viel Flächen hinzukommen, „bei denen nach der Altersstruktur mit einem Eigentümerwechsel innerhalb der nächsten 15 Jahre gerechnet werden darf“. Also letztlich, wo nach dem Ableben von Hauseigentümern die Erben wahrscheinlich neu – und verdichtet – bauen werden.

Schaffung von Baulandmit Frist verbunden

Immerhin: Bei den Leitlinien, die künftig für das Schaffen neuen Baurechts gelten sollen, zeichnet sich zumindest in einigen wichtigen Detailfragen Punkten schon Konsens ab. So sollen analog zum früheren, nicht mehr gültigen Baulandmodell der Gemeinde Grundstückseigentümer im Außenbereich, die Areale in Wohnbauland umwandeln wollen, mindestens 40 Prozent ihrer Fläche zum Verkehrswert an die Gemeinde verkaufen. Damit sei die Gemeinde Schwabhausen ohnehin großzügig, fand Reicherzer, denn andere Kommunen würden von den Eigentümern 50 oder sogar 60 Prozent der Grundstücke verlangen.

Keinen Widerspruch erntete Bürgermeister Josef Baumgartner auch in Bezug auf das gewünschte Wachstum der Gemeinde. Rund ein Prozent pro Jahr sei das Ziel, sprach der Gemeindechef für die Räte. Auf zehn Jahre gesehen seien das 700 zusätzlich Einwohner, rechnete Hans Bopfinger (FW) hoch – und bekam Zustimmung aus den Fraktionen.

Bei zwei Detailfragen gingen die Meinungen allerdings auseinander. Zum einen geht es um die Frist, die man den privaten Bauwilligen stellen will, wenn Baurecht geschaffen wird. Im Raum standen fünf Jahre, innerhalb derer gebaut werden bzw. an einen Bauwilligen verkauft werden müsse. Bei so einer Bindung würden viele Grundstückseigentümer nicht mitmachen, vermutet etwa Georg Sonnenberger (Freie Wähler), der sich vehement dagegen aussprach.

Im Gremium zeichnete sich jedoch eine Mehrheit dafür ab, dass es ganz ohne Bindung nicht gehe. Allerdings seien beim Abschluss des nötigen städtebaulichen Vertrags auch „die konkrete familiäre Situation und die Versorgung der Nachkommen des Grundstückseigentümers mit angemessenem Wohnraum zu berücksichtigen“, heißt es in dem Entwurf. Damit bekomme die Gemeinde die nötige Flexibilität im Einzelfall, so der Tenor.

Eine kleine Debatte entbrannte auch darüber, ab welcher Größe Grundstücke unter die Vorgaben des Bauland- und Entwicklungskonzepts fallen. Letztlich verständigte man sich darauf, dass kleinere Grundstücke mit ein oder zwei Einheiten (z.B. zwei Doppelhaushälften) nicht unter die Regelungen fallen.

An der genauen Formulierung muss noch gefeilt werden. Und das gilt natürlich auch für das gesamte Konzept.

VON TORGE WESTER

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