Wolfgang Hörl
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Wolfgang Hörl, seit einem Jahr Bürgermeister in Schwabhausen

Ein Jahr im Amt: Schwabhausens Bürgermeister Wolfgang Hörl zieht Bilanz

„Es ist ein super Job“

Schwabhausen – Seit etwas über einem Jahr ist Wolfgang Hörl (Bürgerblock Arnbach) nun Bürgermeister von Schwabhausen. Sein erstes Berufsjahr als Gemeindeoberhaupt ist Hörl viel kürzer erschienen als all die Jahre bei seiner früheren Tätigkeit als Bankkaufmann, berichtet er der Heimatzeitung.

Vieles verlief in Hörls erstem Amtsjahr jedoch anders als gedacht. Der Ausbruch des Coronavirus hat einschneidende Änderungen bei allen Amtsgeschäften hinterlassen. „Als Bürgermeister braucht man Bürgerzeit“, sagt Hörl. Und genau das wünscht er sich wieder: Gemeinsame Termine, Feste feiern, Händeschütteln und Gratulieren – all das ist momentan gar nicht oder nur mit Abstand möglich. Die Arbeit sei aufwendiger und teils auch schwieriger geworden, so Hörl. „Aber ich freue mich immer noch, dass ich ins Rathaus zum Arbeiten gehen darf. Es ist ein super Job, der Spaß macht, der aber auch anstrengend ist.“

Vieles musste neu organisiert werden, um die Arbeitsprozesse weiterführen zu können. Angefangen bei den Gemeinderatssitzungen, die momentan immer noch im Postsaal stattfinden, Homeoffice für die Rathaus-Mitarbeiter, Telefonkonferenzen und auch die Einführung von Besuchsterminen für verschiedene Anliegen die Bürger. Von einem „Business as usual“ kann nicht die Rede sein, was man aber durchaus auch positiv betrachten kann, da Wartezeiten entfallen und so manches planmäßiger geworden ist.

Bemerkenswert ist für ihn, dass er jetzt in einem Umfeld arbeitet, in dem seine Mitarbeiter gewohnt sind, Verantwortung zu übernehmen. „Alle wissen genau, dass das, was sie tun, Auswirkungen auf Schwabhausen und die Bürger hat“, sagt Hörl. Seinem Team bringt der Bürgermeister große Wertschätzung entgegen. Für ihn steht Weiterqualifizierung an vorderster Stelle.

Als große Herausforderung hat er zu Beginn seiner Amtszeit die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat gesehen. Mit acht neuen Mitgliedern im Gremium kam viel frischer Wind aus den jeweiligen politischen Fraktionen, aber „es gibt keine Reibereien und alle arbeiten gut zusammen“, fasst Hörl den Status Quo zusammen. Innerhalb dieses Teams wünscht er sich ebenfalls kurze Entscheidungswege und weniger Bürokratismus – es müsse für ihn nicht für alles ein Antrag gestellt werden, der dann eine Vielzahl von automatischen Verwaltungsschritten nach sich ziehe.

Wolfgang Hörl freut sich, dass er mittlerweile auch bei den internen Sitzungen der anderen Fraktionen dabei sein darf und nicht so fixiert auf die Freien Wähler und den Bürgerblock Arnbach ist. „Ich weiß, dass die Gemeinderäte auch draußen im Feuer stehen und versuchen, das Bestmögliche für die Gemeinde hinzubekommen“, berichtet Hörl. Die vermeintlich wahrnehmbaren Unterschiede in den jeweiligen Aktivitäten der einzelnen Fraktionen erklärt er sich damit, dass die sozialen Medien und die Presse unterschiedlich intensiv von den jeweiligen Parteien „bespielt“ werden. Für die Übernahme der verschiedenen Referentenposten ist aus seiner Sicht äußerst wichtig zu erkennen, dass man als „Beauftragter der Gemeinde“ handelt und die Parteizugehörigkeit in diesem Moment ohne Gewicht ist.

Grundsätzlich will der Bürgermeister die Nähe zu den Bürgern wiederfinden. Wichtig sei ihm, dass alles immer auch aus der Sicht des Bürgers betrachtet werden solle: „Die Bürger müssen in vielen Dingen stärker eingebunden werden – auch außerhalb der Sitzungen!“ Entscheidende Faktoren, diesen Zielen gerecht zu werden, sind für Hörl die drei eingeführten Querschnittsfunktionen: Digitalisierung, Kommunikation und Medienarbeit sowie Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Die Weichen dazu seien bereits gestellt, der Feinschliff werde sich sukzessive ergeben, glaubt er. Angedacht seien in naher Zukunft ein neuer Internetauftritt, auch werde die Nutzung von Videos überlegt. Ein Beispiel für die Einbindung der Bürger ist auch der neue Umweltbeirat, der in den nächsten Tagen starten soll (Bericht folgt).

Roswitha Höltl

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